Die Krainerwand an der Oberndorfer Tuchbergstraße ist teilweise eingestürzt. Nach rund zwei Jahren soll sie nun erneuert werden – für eine sechsstellige Summe.
Fast zwei Jahre ist es inzwischen her, dass sich Teile der rund 60 Meter langen hölzernen Stützwand an der Tuchbergstraße gelöst haben und den Hang hinabgerutscht sind. 2026 soll es nun an die Sanierung gehen. Wie viel die kostet, und wann es losgeht, haben wir bei der Stadt in Erfahrung gebracht.
Die Krainerwand, aus der sich Teile gelöst haben, wurde im Jahr 2012 installiert, nachdem die Fahrbahn abzurutschen drohte. Damals entschied man sich statt einer Betonwand für einen Aufbau aus Weißtanne. Als Vorteile galten damals der schnellere Aufbau und der günstigere Preis. 50 Kubikmeter Holz wurden für die Krainerwand verwendet.
Im Mai 2024 dann die überraschende Entdeckung: Ein Spaziergänger, der auf dem Fußweg unterhalb der Tuchbergstraße unterwegs war, informierte uns darüber, dass sich Teile der Stützwand gelöst haben und offenbar ein Stück den Hang hinabgerollt sind. Bürgermeister Matthias Winter sprach damals von einem Hangrutsch, meinte, unterschiedliche Varianten der Instandsetzung würden geprüft, und die Ausführung sei 2025 geplant. Eine Sperrung des Wegs wurde nicht für nötig erachtet.
Ausschreibung läuft aktuell
Im November 2025 gab die Stadt einen Überblick über die laufenden Hoch- und Tiefbaumaßnahmen. Zum Projekt Krainerwand in der Tuchbergstraße hieß es, dieses sei noch in Planung und der Start im Frühjahr 2026 vorgesehen. Wie ist der aktuelle Stand?
„Die Ausschreibung der Bauleistungen läuft derzeit. Die Vergabe ist für die Sitzung des Gemeinderats am 24. März vorgesehen. Nach erfolgter Vergabe soll der Baubeginn zeitnah erfolgen“, kündigt Jasmin Rapp, Pressesprecherin der Stadt Oberndorf, auf Nachfrage an.
Neue Lösung: bewehrte Erde
Nachdem im Mai 2024 Schäden an der bestehenden Holzkonstruktion entstanden seien – „die statisch relevanten Bauteile waren davon jedoch nicht betroffen“ – werde diese vollständig zurückgebaut und fachgerecht entsorgt, erklärt Rapp zum Vorgehen.
„Die zukünftige Hangsicherung erfolgt durch eine kostengünstige Bauweise auf Basis sogenannter ‚bewehrter Erde‘. Dabei werden Geotextilien lagenweise in den Hang eingebaut, wodurch eine dauerhaft stabile Konstruktion entsteht.“
Straße wird breiter
Die neue bauliche Anordnung biete zudem die Möglichkeit, im betroffenen Abschnitt der Tuchbergstraße zusätzliche Straßenbreite im Rahmen der vorhandenen Gegebenheiten zu schaffen, teilt Rapp mit. Parallel dazu werde der entsprechende Straßenabschnitt saniert. „Auch die im Straßenbereich verlaufenden Versorgungsleitungen werden im Zuge der Arbeiten erneuert.“
Insgesamt betreffe die Maßnahme zwei Krainerwände. Neben der Stützwand an der Tuchbergstraße werde auch eine kleinere Krainerwand an der Zuwegung zum Hochbehälter Mühlberg der städtischen Wasserversorgung ersetzt. Die Arbeiten würden gemeinsam ausgeschrieben und umgesetzt.
Lösung für rund 80 Jahre
Mit der neuen Bauweise werde eine langfristige und nachhaltige Lösung geschaffen. Und: „Für die Hangsicherung wird eine prognostizierte Nutzungsdauer von rund 80 Jahren angesetzt“, heißt es von der Stadt Oberndorf auf die Frage, wie man einen erneuten Hangrutsch in Zukunft vermeiden will, beziehungsweise wie lange die neue Lösung halten könnte.
Das ist allerdings auch mit nicht unbeträchtlichen Kosten verbunden. „Für die Gesamtmaßnahme liegt eine Kostenberechnung von rund 732 000 Euro vor. Die endgültigen Kosten können erst nach Auswertung der eingehenden Angebote benannt werden“, teilt Jasmin Rapp dazu mit.