Die Oberndorfer Neckarhalle in der Austraße wurde in den 1980er-Jahren gebaut. Foto: Ulrich

Eine Grundsatzentscheidung muss der Gemeinderat bald in Sachen Neckarhalle fällen, denn Oberndorfs größte Turn- und Festhalle weist erhebliche Schäden auf.

Reichlich viel vorgenommen haben sich die Oberndorfer Stadtverwaltung und der Gemeinderat für das aktuelle Jahr – nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil es notwendig ist. Neben Sanierungen an Kindergärten und dem Schulverbund gibt es ein weiteres Sorgenkind: die Neckarhalle.

 

Eigentlich stand die Erneuerung des Sportbodens in der Neckarhalle schon im vergangenen Jahr auf dem Plan. Die Maßnahme wurde allerdings erst einmal auf Eis gelegt, nachdem man Schäden im Dach festgestellt hatte. Das jedenfalls erklärte Bürgermeister Matthias Winter im November, als es um den Fortschritt bei den geplanten Hoch- und Tiefbauprojekten ging.

Wir möchten es genauer wissen und fragen bei der Stadtverwaltung nach. Die teilt uns mit, dass das Gebäude altersbedingt zahlreiche bauliche Mängel aufweise. Dazu zählen unter anderem Undichtigkeiten im Dach, eine sanitäre Ausstattung, die nicht mehr dem heutigen Stand der Technik entspreche, sowie eine Elektrik, die größtenteils noch aus dem Baujahr 1982 stamme.

Verschiedene Handlungsoptionen

„Diese Umstände machen bauliche Maßnahmen in Form einer umfassenden Sanierung der Neckarhalle erforderlich“, teilt Pressesprecherin Jasmin Rapp mit. Das Thema werde in einer der nächsten öffentlichen Gemeinderatssitzungen beraten, kündigt sie zudem an. Dort würden dann verschiedene Handlungsoptionen vorgestellt, erörtert und im Sinne der Stadt entschieden, heißt es.

Davon abhängig dürften auch der Zeitplan und die zu erwartenden Kosten sein. Im Mai 2025 wurden der Stadt Oberndorf im Rahmen der Sportstättenförderung des Landes bereits 66 000 Euro für die Sanierung der Neckarhalle zugesprochen.

Auf unsere Anfrage an die Stadt heißt es abschließend: „Die Stadtverwaltung ist sich des baulichen Zustands der Neckarhalle bewusst und prüft derzeit alle möglichen Optionen im Hinblick auf eine zukunftsfähige Nutzung und Sanierung der Halle.“

1982 bis 1985 errichtet

Errichtet wurde die Halle in den Jahren 1982 bis 1985. Seitdem wird sie für vielfältige Zwecke genutzt – von Sportveranstaltungen über Konzerte und Festivals wie das „Easter Cross“ bis zu Vereinsangeboten. Der aktuelle Belegungsplan zeigt, dass die Halle die ganze Woche über fast durchgehend von 7.20 Uhr bis 22 Uhr genutzt wird.

Offen bleibt, wie lange die Halle für eine etwaige Sanierung gesperrt werden müsste, und welche Ausweichmöglichkeiten es dann für die vielen Nutzer geben kann.

Erst im Herbst 2025 konnte die Stadt nach Verzögerungen die jüngste Hallensanierung abschließen: Nach mehr als drei Jahren und rund zehn Millionen Euro an Kosten (5,3 Millionen Euro davon wurden gefördert) waren die Hallen G1/G2 in der Oberstadt wieder ihrer Bestimmung übergeben worden. Ein Fall, der einmal mehr bewusst gemacht hat, wie wichtig die städtischen Hallen für die Schulen, das kulturelle Leben und das Vereinsleben sind.