Das Stauffenberg-Quartier in der Theodor-Heuss-Straße und Stauffenbergstraße hat seinen Spatenstich gefeiert. 36 Wohnungen sollen modernisiert und zwölf neue geschaffen werden.
Mit dem offiziellen Spatenstich ist der Startschuss für die Sanierung und Umbau im „Stauffenberg-Quartier“ gefallen. Die Häuser Theodor-Heuss-Straße 84 und 86 sowie Stauffenbergstraße 3, 5, 7 und 9 im Wohngebiet Kernen werden in den kommenden eineinhalb Jahren ertüchtigt.
36 Wohnungen werden damit „für die Zukunft fit gemacht“, erklärt Arno Dangelmaier von der Kreisbau Calw Genossenschaft. Unter anderem soll das Quartier bei Heizung und Warmwasser-Erwärmung CO2 -neutral werden.
Sanierung während Wohnungen bewohnt sind
Zum Spatenstich sind auch viele der Bewohner gekommen. Einige sind in den Häusern seit Jahrzehnten, sogar bis in die 60’er, zuhause. sie alle haben der Sanierung zugestimmt. Das bedeutet für sie zwar zwangsläufig Einschränkungen, etwa durch Lärm oder geänderte Zugänge. „Die Herausforderung ist, das Gebäude im bewohnten Zustand zu sanieren“, erklärt Architekt Roman Benz.
Deshalb werde so viel wie möglich außerhalb vorgefertigt, damit es vor Ort nur noch verbaut werden müsse. Die Fenster werden erneuert, Wohnungs- und Haustüren ebenso. Außerdem wird eine Holzpellet-Heizung mit Nahwärmenetz im Quartier verbaut.
Dauerhaft soll sich das aber für die Mieter lohnen: So bekommen alle einen doppelt so großen Balkon wie bisher. Im Außenbereich entstehen Müllgebäude sowie drei neue Fahrradschuppen. Bislang mussten Fahrräder etwa im Keller gelagert werden. Außerdem sollen die Hauseingänge mit Sitzmöglichkeiten und aufgeweiteten Plätzen einladender werden.
Die Dächer, gebaut 1967, hätten ohnehin abgebaut und neu gemacht werden müssen. Bei dieser Gelegenheit wird die Wand um einen Meter erhöht, anstatt einer Bühne entstehen so zwölf neue Wohnungen im Dachgeschoss. Insgesamt wird so 715 Quadratmeter zusätzlicher Wohnraum geschaffen, erklärt Arno Dangelmaier von der Kreisbau Calw. Auf das neue Dach kommt dann eine Photovoltaik-Anlage.
„Uns geht die Fläche aus“
„Ich weiß, es ist nicht sehr populär, in die Höhe zu gehen“, erklärte Oberbürgermeister Jürgen Großmann. „Aber uns geht die Fläche aus.“ Deshalb sei das Ziel, auch in die Höhe zu bauen. Wichtig sei der Stadt außerdem, bestehende Gebäude zu erhalten, zu ertüchtigen und bestenfalls sogar den Wert zu steigern.
„Das Gebiet Kernen ist ein begehrtes Wohngebiet, wir haben hier kaum Leerstände“, berichtet er. Für die Stadt Nagold habe der Kernen großes Zukunftspotenzial.
Bis jetzt lief das Projekt gut an. „Wir sind sehr gut im Plan, sogar eher voraus“, sagte Dangelmaier. Auch finanziell: „Die Kostenschätzung vom Architekten wurde fast genau eingehalten.“ Die meisten Gewerke seien bereits vergeben, an Firmen aus der Umgebung. Viele kommen aus Nagold, die am weitesten entfernten Handwerker reisen aus Horb an.
8,5 Millionen Euro fließen in das Projekt
Insgesamt möchte die Kreisbau 8,5 Millionen Euro in das Stauffenberg-Quartier stecken. Es sollen weitere Projekte folgen. Im Calw und Nagold werden bis 2032 21 Millionen Euro in die Instandhaltung und Modernisierung der Gebäude der Kreisbau Calw gesteckt, erklärt Dangelmaier. Für das Stauffenberg-Quartier erhält die Genossenschaft 1,9 Millionen Euro von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zugeschossen.