Der Sanierungsbedarf an der Schlossberghalle in Lörrach-Haagen ist groß. Nun wurde im Ausschuss die Frage aufgeworfen, ob ein Neubau sinnvoller sein könnte.
Teuer wird es so oder so. Die Frage ist nur: wie teuer? Die Schlossberghalle weist erhebliche bauliche, technische und energetische Mängel auf. Die Stadt plant nun den dritten – einen enorm umfangreichen – Bauabschnitt der Sanierung.
Der Sanierungsbedarf der Haagener Halle
Das Dach ist in Teilen schadhaft und undicht. Auch Fassade und Fenster entsprechen längst nicht mehr aktuellen energetischen Standards. Zudem zeigen sich im Innenbereich deutliche Abnutzungserscheinungen, unter anderem bei der Beleuchtung. Darüber hinaus besteht auch bei sicherheitsrelevanten Einrichtungen wie Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Brandmeldeanlage sowie Löschtechnik Modernisierungsbedarf, so die Stadt.
Geplant ist „eine ganzheitliche Sanierung mit baulichen, technischen und energetischen Verbesserungen“, heißt es. Dazu zählen insbesondere die Erneuerung von Dach und Fassade, die Modernisierung der elektrotechnischen Anlagen einschließlich der Beleuchtung sowie Brandschutzmaßnahmen – und etliches mehr.
Grobkostenschätzungund Zeitplan
Eine erste Grobkostenschätzung aus dem Jahr 2025 geht von Gesamtkosten in Höhe von rund 4,23 Millionen Euro brutto einschließlich Baunebenkosten aus. Aufgrund der frühen Projektphase liegt die Kostensicherheit derzeit bei etwa plus/minus 50 Prozent; Baupreissteigerungen sind noch nicht berücksichtigt.
Die Stadt hat Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ beantragt. Über die Höhe einer möglichen Förderung ist aber noch nicht entschieden.
Nach aktuellem Zeitplan könnte das Vergabeverfahren bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen, die Fertigstellung der Sanierungsarbeiten für Ende 2028. Während der Bauphase kann es zu Einschränkungen bei der Nutzung der Halle kommen. Die Stadt will prüfen, wie die Beeinträchtigungen für den Schul- und Vereinssport möglichst gering gehalten werden können. Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic betonte, dass die Nutzer der Halle in den Prozess eingebunden werden. Neuhöfer-Avdic: „Mit eisernem Willen bauen wir den Sanierungsstau Stück für Stück ab“.
Wäre ein Neubauam Ende wirtschaftlicher?
Aus der Grobkostenschätzung geht hervor, dass die Sanierung erheblich teurer werden kann. Gleichzeitig wurde am Donnerstagabend im Ausschuss für Umwelt und Technik aus den Fraktionen angemerkt, dass die Halle mit diesem Betrag nicht vollumfänglich auf den neuesten Stand gebracht werden könne. Deshalb wurde zumindest eine Grobkostenprüfung für einen Neubau angeregt – der dann bis auf Weiteres keine Sanierungskosten nach sich ziehen würde.
Martina Höfler, stellvertretende Fachbereichsleiterin „Hochbau“, versicherte, die entsprechenden Zahlen vorzulegen. Im gleichen Atemzug zeigte sie sich überzeugt, dass ein Neubau keine zielführende Idee ist. Auf „mindestens 15 Millionen Euro“ bezifferten sie und Neuhöfer-Avdic solch ein Vorhaben. Angesichts der Baupreissteigerungen dürfe solch ein Projekt nicht mit dem Kostenrahmen früherer Hallenbauten – etwa in Brombach – verglichen werden, sagte Höfler. Zudem, so gab Neuhöfer-Avdic zu bedenken, sei unklar, wie sich durch den Krieg in Iran Energie-und Rohstoffpreise entwickeln würden: „Das kann ein Preistreiber sein.“
Wie die Stadt sanieren will
Darüber hinaus machte Höfler deutlich, dass die Schlossberghalle nicht nur saniert, sondern „modernisiert“ werde. Richtig sei: „Wenn wir wirklich alles neu machen wollen, dann können wir auch gleich neu bauen – aber das ist nicht notwendig.“ Das heißt: Mindestens 20 Jahre solle diese Modernisierung schon halten – eher länger. Die Stadt werde keine funktionierenden oder intakten Elemente der Halle – etwa im Sanitärbereich – auswechseln, nur weil diese „70er Jahre-Charme“ hätten, so Höfler.
Neuhöfer-Avdic fügte hinzu: Manche Leute gingen heute eigens ins Fachgeschäft, um gezielt nach 70er Jahre Retro-Optik zu fragen.
Klar sei, so die Bürgermeisterin und Höfler unisono, dass die Halle von Fachplanern noch genauer untersucht werden muss. Beide versicherten dem Ausschuss: Sobald mit Blick auf die Kosten „irgendetwas aus dem Ruder läuft, erfahren sie davon.“
Der Ausschuss stimmte der Vorlage mit fünf Enthaltungen zu. Das letzte Wort hat der Gemeinderat.