Nun also doch: Nachdem der Ausbau der Pfarrer-Sieger-Straße vom Gemeinderat abgelehnt worden war, spricht nach einer neuerlichen Abstimmung alles für eine Sanierung.
Rolf Buchholz – seit jeher ein Befürworter der durchaus umstrittenen Maßnahme – hatte in der vergangenen Sitzung den Antrag gestellt, die Straßensanierung nochmals auf die Tagesordnung zu nehmen.
Seine Argumente: Die Planung sei komplett fertig gestellt und die Maßnahme sei im Haushalt finanziert. Zudem liege ein Zuschussbescheid über 186 000 Euro für ein Trennsystem bei der Abwasserbeseitigung vor. Im April hatte sich der Gemeinderat noch gegen eine Sanierung ausgesprochen – aus finanziellen Gründen.
Mit einem deutlichen Abstimmungsergebnis von zehn Ja- zu drei Nein-Stimmen stimmte das Gremium nicht nur der grundlegenden Erneuerung der Straße mitsamt Wasserleitung und Abwasserkanal zu, sondern ebnete auch den Weg für ein zusätzliches Regenwasser-Trennsystem.
Wirtschaftlicher Vorteil
Das neue Regenwasser-Trennsystem ist zwar nicht zwingend Teil der ursprünglichen Maßnahme, bietet der Gemeinde aber einen erheblichen wirtschaftlichen Vorteil. Wird darauf verzichtet, würde das Regenwasser weiterhin in den Schmutzwasserkanal geleitet. Dies würde die Abwassermengen und damit langfristig die Kläranlagenkosten erhöhen. Die neue Förderzusage deckt fast 48 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten des Trennsystems und ermöglicht es, diese zukunftsweisende Infrastruktur nun wirtschaftlich im Zuge der Hauptsanierung zu realisieren.
Ausschreibung beauftragt
Als nächsten Schritt beauftragte der Gemeinderat das Ingenieurbüro Gfrörer mit der sofortigen Ausschreibung der Maßnahme. Um sich alle Optionen offenzuhalten, soll die Ausschreibung zusätzlich ein Wahlangebot für den Bau des Regenwasser-Trennsystems enthalten. Über dessen finale Ausführung soll der Gemeinderat erst nach Vorliegen der Ausschreibungsergebnisse und einer finalen Kostenübersicht entscheiden.Die Finanzierung der gesamten Maßnahme soll im Rahmen der Haushaltsjahre 2025/26 unter Berücksichtigung aller bewilligten Zuschüsse (Ausgleichstock, Ortskernsanierung, Wasserwirtschaft sowie der neuen 186 000 Euro Förderung) erfolgen.