Das Bad soll auf Vordermann gebracht werden. Quelle: Unbekannt

"Das ist falsch. Für das Gebäude gehört ein Gesamtkonzept her": Bernd Degner wollte sich nicht dem geplanten Vorgehen für die Sanierung der maroden Wohnung im früheren mittleren Schulhaus anfreunden.

Lauterbach - Man fange nicht in der Mitte des Gebäudes mit einer Sanierung an, kritisierte er. Letztlich blieb Degner aber der einsame Rufer in der Wüste, die Vergabe der Sanierungen wurde mit seiner Gegenstimme beschlossen.

"Das Ganze wurde schon vor längerem beschlossen", erinnerte Bürgermeister Jürgen Leichtle. Sonja Rajsp-Lauer sah es so: "Wir bekommen mit der Sanierung einen Leerstand weg, erhalten mehr Einwohner und somit auch Einnahmen".

Planansatz soll ausreichen

Architekt Claus Rehm, bei dem die Fäden für das Projekt zusammenlaufen, gab einen Überblick über die aktuelle Lage. Zunächst habe es für die acht Gewerke nur fünf Angebote gegeben. "Im Nachgang haben wir aber doch noch für alle Gewerke Angebote erhalten", sagte Rehm.

Die Bauarbeiten sollen Ende Februar starten und bis etwa Ende Mai dauern. Die Gesamtvergabesumme liegt bei 109 000 Euro. Im Haushaltsplan eingestellt wurden 185 000 Euro, allerdings fehlen hier noch die Kosten für den Planer. Zudem fielen bereits Kosten für Entsorgung und Bauhofleistungen an. Der Planansatz soll aber nach derzeitigem Stand ausreichen.

Einheimische Handwerker kommen zum Zug

Zum Zuge kamen bei den Vergaben bis auf die Heizungs- und Sanitärarbeiten ausschließlich Lauterbacher Handwerker. Die größten Posten: Putz- und Trockenbauarbeiten für 31 000 Euro (Firma Kirschenmann), Heizungs- und Sanitärarbeiten für 21 800 Euro (Firma Fleig, Hausach) und die Elektroarbeiten für 15 000 Euro (Firma Ketterer).

Für Zuschüsse gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen besteht eine Fördermöglichkeit aus der Sanierungsmaßnahme Ortskern III/Unterdorf West in Höhe von 36 Prozent. Diese Art der Förderung wäre problemlos möglich.

Förderung von 81 000 Euro denkbar

Allerdings besteht auch die Möglichkeit, Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen. In diesem Fall könnte eine Förderung von 900 Euro je Quadratmeter für die Schaffung von Wohnraum beantragt werden. Bei einer Größe der Wohnung von 90 Quadratmetern wäre so eine Förderung von rund 81 000 Euro möglich – und somit etwa 50 Prozent der Gesamtkosten.

Der Haken an der Sache: Es sei nicht klar, ob Lauterbach bei diesem Förderprogramm zum Zuge komme, da sicherlich auch viele andere Kommunen hier zuschlagen wollten, so Kämmerer Alexander Hofer. Die Wohnung müsste zudem für zehn Jahre für Flüchtlinge vorgehalten werden und dürfe 20 Jahre lang nicht verkauft werden, fügte er hinzu.

Anhaltend hohe Flüchtlingszahlen

Ansgar Fehrenbacher fragte an, ob man die Fördergelder im Falle eines Leerstandes zurückzahlen müsse. Hauptamtsleiter Andreas Kaupp sah das als eher theoretischen Fall. Beim Thema Wohnraum für Flüchtlinge brenne es nach wie vor. Lauterbach habe seine Vorgaben mehr als erfüllt, aber andere Gemeinde seien mit dem Rücken zur Wand, berichtete er aus Erfahrungen. Seit 2015/16 gebe es durchgehend hohe Flüchtlingszahlen.

Letztlich erfolgten die Vergaben an die besagten günstigsten Anbieter, sodass die Arbeiten schon bald beginnen dürften.