Innen ist die Kapelle ein Kleinod. Foto: Gauggel

Die denkmalschutzrechtliche Genehmigung zur Sanierung der 14-Nothelfer-Kapelle in Harthausen ist da. Dach- und Deckenkonstruktion sowie der Außenputz und -anstrich müssen saniert werden.

Winterlingen-Harthausen - Einen Brief vom Amt für Denkmal- und Naturschutz im Landratsamt des Zollern­albkreises hat Emil Oswald, Vorsitzender des Fördervereins 14-Nothelfer-Kapelle und Ortsvorsteher von Harthausen, bekommen.

Er enthält die denkmalschutzrechtliche Genehmigung für die Sanierung des kleinen Gotteshauses, entsprechend den Plänen, die das Architekturbüro Daniel Hotz eingereicht hat. Dach- und Deckenkonstruktion sowie der Außenputz und der Außenanstrich an der 14-Nothelfer-Kapelle müssen saniert werden.

Der größte Aufwand bei dieser grundlegenden Sanierung wird für die Sicherung der Decke und für die Instandsetzungsarbeiten am Dachtragwerk anfallen, wobei die Sanierung dem Vorschlag des holztechnischen Schadensgutachtens von Robert Ott zu entsprechen hat. Die Kosten sind saftig: Sie summieren sich auf 212 000 Euro, wobei 70 000 Euro aus dem Ausgleichsstock des Regierungspräsidiums Tübingen kommen – das Geld ist bereits zugesagt.

Vor dem Start noch notwendig ist der Zuwendungsbescheid des Landesamts für Denkmalpflege, von dem sich die Verantwortlichen eine Förderung in Höhe von 43 000 Euro erwarten. Den nicht unerheblichen Rest tragen der Förderverein, finanziert durch Spenden der Einwohner, sowie die Gemeinde als Eigentümerin der Kapelle. "Da stimmt es mich zuversichtlich, dass auch für die Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Michael Maier an der Spitze der Erhalt unserer Kapelle eine Herzensangelegenheit ist", erklärt Oswald und hofft, dass in den anstehenden Sitzungen von Ortschaftsrat und Gemeinderat auch "finanziell grünes Licht zur Sanierung der Nothelfer-Kapelle erteilt wird", die – wenn alles gut läuft – im zeitigen Frühjahr beginnen soll.

Zu Harthausen gehört die 14-Nothelfer-Kapelle wie der Vetter und ist aus dem Ortsbild nicht mehr wegzudenken. Das barocke Kleinod, um 1740 erbaut, war durch die Schenkung seines Stifters Gregor Hagg an die Gemeinde gekommen, bevor dieser aus Harthausen nach Wien auswanderte. Somit ist die 14-Nothelfer-Kapelle eines der wenigen Gotteshäuser, die nicht der Kirche gehören, sondern im Besitz einer politischen Gemeinde stehen.

In den vergangenen Jahren gab es einige Sanierungsmaßnahmen

"Das kleine Kirchlein ist jedoch in die Jahre gekommen", erklärt Emil Oswald, und so war es schon seit dessen Gründung 2005 ein Grundanliegen des Fördervereins, das "Käpelle" auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Seither hat der Förderverein – in Eigenregie, aber mit Unterstützung vieler Harthausener – 2005 und 2009 Sanierungsmaßnahmen durchgezogen, etwa den Einbau neuer Elektrik und einer Heizung. Erst vor einem Jahr wurde in Abstimmung mit der Denkmalbehörde der Eingangsbereich abgedichtet, damit auch bei Starkregen kein Wasser mehr eindringen kann, und das Eingangsportal aus Eichenholz wurde im Zuge dieser Maßnahme erneuert.

Ende Februar 2021 war es dann um die beiden mächtigen Linden direkt vor dem Eingang geschehen, die eine Spezialfirma fällen musste. Sowohl mit ihrem Wurzelwerk als auch mit ihren Ästen, die das Dach fast vollständig überragten, waren sie zu einer Bedrohung für die Kapelle geworden. Der Förderverein hat – wie schon 2005 – auch wieder die Fachfirma Erich Buff aus Sigmaringen eingeschaltet, um die das Kirchlein zu restaurieren.

Die Gemeinde hat die Bauunterhaltungspflicht für die Kapelle erst kürzlich für zehn weitere Jahre vertraglich an den Förderverein übertragen, denn der bekommt mehr Fördermittel als die Gemeinde für eine Sanierung.

Betreut und gepflegt wird die 14-Nothelfer-Kapelle seit vielen Jahren ehrenamtlich von Marianne Riedinger, Johanna Pfaff und Rosa Lochmann. Zu kirchlichen Festtagen dekorieren sie das kleine Kirchlein festlich und öffnen es an Sonntagen und kirchlichen Feiertagen tagsüber, damit Besucher es besichtigen können.