Während Autofahrer im Ampeltakt vorbeifahren, gehen die Bauarbeiten an der Oberstadtstraße trotz hoher Temperaturen weiter. Dabei wird einiges an Wasser verbraucht, wie man an den vielen Flaschen des Arbeiters rechts sieht. Foto: Kapitel-Stietzel

Die Sanierungsarbeiten an der Haigerlocher Oberstadtstraße laufen trotz der Sommerpause weiter: Die Stadt möchte die Baustelle möglicht schnell beenden, doch es gibt Komplikationen.

Pralle Sonne und Temperaturen um die 32 Grad: Angenehm haben es die Bauarbeiter auf der Baustelle nahe dem Römerturm am Montagmittag nicht, während sie mit Strohhüten und teils nacktem Oberkörper an der Fahrbahn arbeiten. Selbstverständlich ist das nicht: Auf den meisten Straßenbaustellen ruht derzeit wegen der Sommerpause die Arbeit.

 

Warum wird an der Oberstadtstraße weiter gearbeitet?

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck erklärt, warum die Mitarbeiter der Baufirma Stotz aus Balingen-Frommern auf der Oberstadtstraße eine Ausnahme machen: Die Stadt habe erfolgreich darauf hingewirkt, dass es keine Sommerpause gebe. Nicht nur weil die Straße so wichtig sei, sondern auch aus Rücksicht auf die Gaststätten an der Straße.

Warum gibt es unterschiedliche Bauabschnitte?

„Sowohl uns als auch dem Zollernalbkreis ist daran gelegen, dass schnell wieder normale Zustände hergestellt werden“, erklärt der stellvertretende Bauamtsleiter, Florian Ranft, auf Nachfrage unserer Redaktion zum aktuellen Stand bei den Arbeiten. Laut Plan seien momentan im Schnitt vier bis fünf Bauarbeiter an der Oberstadtstraße zugange, so Ranft. Bei Betonierarbeiten seien es noch mehr. Der stellvertretende Bauamtsleiter erklärt, dass die Baustelle von der Verantwortung her zweigeteilt sei: der gepflasterte Straßenabschnitt gehöre zur Stadt, die betonierten Stellen hingegen seien Teil der Kreisstraße: Für diese sei das Landratsamt zuständig. Das zuständige Straßenbauamt des Landratsamtes konnte aus urlaubstechnischen Gründen keine Auskünfte zum aktuellen Stand erteilen. Ranft konnte aber bestätigen, dass die Bauarbeiter gleichzeitig an den Abschnitten von Kreis und Stadt arbeiten würden, statt erst den einen und dann den anderen fertigzumachen.

So sieht die Baustelle in der Oberstadtstraße von oben aus. Foto: Kapitel-Stietzel

Wann sind die Bauarbeiten an der Straße fertig?

Die Baustelle gibt es schon eine Weile und wird es noch eine Weile geben: Trotz der Arbeiten während der Sommerpause solle man keine falschen Vorstellungen haben: Es werde die Baustelle noch voraussichtlich bis Jahresende geben, erklärte Bauamtsleiter Schluck den Gemeinderäten bei ihrer letzten Sitzung. „Nein, leider nicht“ erklärt Ranft auf die Frage der Redaktion, ob er wisse, ab wann genau die gesperrte Fahrbahn wieder befahrbar sein wird.

Was ist der Grund, weshalb das Ende der Baustelle nicht genau abzusehen ist?

Laut Ranft habe sich der Untergrund unter der Straße bei den Arbeiten anders herausgestellt, als geplant: Der Fels unter den Fahrbahnen liege tiefer als erwartet, darüber seien Erdschichten. Schluck hatte den Gemeinderäten erklärt, dass der Untergrund so bröselig sei, dass man längere Mikropfähle brauche: Diese dienen später zur Ableitung von Zug- und Druckkräfte in den Baugrund, wenn wieder der Verkehr über die Straße rollt. Zudem müsse man wegen den tieferen Pfählen auch mehr Erd-Aushub entsorgen, so Schluck.

Wie viel werden die neuen Arbeiten kosten?

Laut Schluck werden die Mehrkosten etwa 100 000 Euro betragen.

Gab es im Gemeinderat Kritik ob dem Stand der Dinge?

Der Fraktionsvorsitzende, der CDU, Maik Haslinger, gab zu bedenken, dass man ähnliche Probleme mit dem Untergrund bereits beim Bau des Eyachtal-Radwegs gehabt habe. Man solle diese Problematik zukünftig bei der Planung von Bauprojekten in und um Haigerloch mehr berücksichtigen und vorausschauender arbeiten, so Haslinger.