Ins sogenannte Turmuhrenhaus in Friedrichstal wird die Geschäftsstelle der Gartenschau-Gesellschaft einziehen. Aber erst wird es saniert. Foto: B. Schwarz

Noch im März soll es losgehen mit dem Sanieren und Erneuern des sogenannten Turmuhrenhauses in Friedrichstal, dem künftigen Domizil der Gartenschau gGmbH. Im Frühjahr 2024 soll das unter Denkmalschutz stehende Gebäude bezogen werden.

 
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Die Arbeiten werden am Dach beginnen, nachdem es nun auch mit den richtigen Ziegeln geklappt hat, sagt Sebastian Rittner. Er ist seit 2020 im Bauamt der Gemeinde Baiersbronn Leiter des Sachgebiets Ortsplanung und Hochbau. „Das wird eine spannende Sache“, freut sich Rittner über die Herausforderung, die ihn nun gut ein Jahr beschäftigen wird.

Im Frühjahr 2024 soll das unter Denkmalschutz stehende und dann sanierte Gebäude bezogen werden. Das alte Haus, vermutlich aus dem Jahr 1761 stammend, war einst das Verwaltungsgebäude der ehemaligen Königlichen (seit 1921 Schwäbischen) Hüttenwerke (SHW) und diente zuletzt als Wohnhaus. 2022 erwarb es die Gemeinde und begann, es im Dezember innen zu entkernen.

Eine Besonderheit

Bei den Arbeiten im Inneren sollen möglichst viel Fachwerk, hölzerne Vertäfelungen, Treppen und Türen erhalten werden. Darauf lege der Denkmalschutz Wert, so Rittner. Überhaupt sei das Haus mit den zwei Sandsteingeschossen, dem aufgesetzten Fachwerk und der Schindelfassade eine Besonderheit, die erhalten und hervorgehoben werde.

„Ausgebeint“ sind bereits die Räume im Erdgeschoss, wie Sebastian Rittner informiert. Die Fachwerke werden weitgehend erhalten. Foto: B. Schwarz

Die Rückseite zum Forbach bekommt vorgehängte Stahl-Balkone. „Das erhöht die Qualität des Gebäudes“, sagt Rittner. Das Haus wird innen energetisch aufgerüstet und bekommt als Heizung eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Diese wird unter dem Dach installiert, denn das Haus liegt noch im Überflutungsbereich des Forbachs, daher dürfe der Technikraum nicht in den Keller kommen.

Der Uhrenturm, erst 1850 nachträglich aufs Dach gesetzt, wird ebenfalls erneuert. Er diente einst mit seiner Uhr und einer Glocke den Arbeitern der SHW als „Werkssirene“, die Anfang und Ende der Arbeitszeit angab. Die Uhr bleibt mit einem modernen Werk erhalten. Der Außenbereich mit dem Brunnen aus dem Jahr 1875 – auch dieser wird derzeit saniert – wird neu gestaltet.

Haus mit Doppelfunktion

Das geschichtsträchtige Gebäude wird für einen großen Einsatz herausgeputzt. Es wird – weil in der Mitte der gemeinsamen Gartenschau 2025 gelegen – sowohl als Geschäftsstelle der Gartenschau gGmbH dienen als auch Anlaufstelle der Schau sein. Deswegen wird das Untergeschoss locker gestaltet für Gästeinformationen und kleine Veranstaltungen, bekommt eine barrierefreie Rampe und ein solches WC.

Die beiden darüberliegenden Geschosse nehmen die Büros der Co-Geschäftsführer Cornelia Möhrlen (Baiersbronn) und Rudolf Müller (Freudenstadt) auf und bieten Raum für insgesamt 16 Arbeitsplätze der Gesellschaft. Davon ist derzeit schon etwa ein halbes Dutzend besetzt. Ins Dachgeschoss kommt ein großer Besprechungsraum.

1,8 Millionen Euro Kosten

Das Vorhaben ist projektiert von der Kommunalentwicklung GmbH (KE) im Zug des Städtebaulichen Erneuerungsprogramms Friedrichstal und geplant von den AGB-Architekten in Baiersbronn. Die Gemeinde hat die Bauherrschaft und trägt die Kosten von rund 1,8 Millionen Euro. Davon übernimmt das Bund-Länder-Förderprogramm etwa 50 Prozent. Und was geschieht mit dem guten Stück nach der Gartenschau, also nach 2026? „Da gibt es verschiedene Optionen“, gibt sich Sebastian Rittner unwissend. Sein Lächeln aber lässt ahnen, dass diese „Optionen“ wohl schon ziemlich konkret sind.