Heinrich von Stromberg (von links), Jens Keucher, Armin Hipp, Hartmut Walter und Siegfried Dölker Foto: Schwind

Ein Glücksfall sorgt für eine großzügige finanzielle Förderung. Mit dem neuen Multifunktionsraum, einem separat angebauten Heizraum sowie einem Abstellraum wird die Halle wohl für das nächste halbe Jahrhundert gut aufgestellt sein.

Vor weit über 50 Jahren wurde die Fischinger Turn- und Festhalle nach dem Neubau in den Anfangsjahren von den Umgemeinden beneidet.

 

Doch als auch die Nachbarn Mehrzweckhallen bekamen, wegen ihrer Größe immer mehr belächelt und versank schließlich die letzten Jahre in einem Schattendasein. Die Idee der Auferstehung der Fischinger Halle hatte Zweifels ohne der jetzige Ortsvorsteher Jürgen Huber, als er bei einer Bürgerbeteiligung 80 anwesende Bürger mit seinem Konzept begeisterte und sie selber als sein „Baby“ bezeichnet.

Bald ist die Sanierung fertig

Statt einem Anbau, wie er in der Bevölkerung schon lange im Gespräch war, punktete Huber mit seinem Multifunktionsraum mit einem separaten barrierefreien Zutritt und einer von der übrigen Halle abtrennbaren Schallschutzwand. Dies überzeugte nicht nur in Fischingen, sondern auch bei der Stadtverwaltung.

Heute ist Fischinger Halle in den Endzügen der Sanierung, oder, wie Stadtbaumeister Reiner Wössner beim Rundgang am Donnerstagabend sagte, auch Neubau. Mit dem neuen Multifunktionsraum, einem separat angebauten Heizraum und einem Abstellraum ist die Halle groß – sprich erwachsen – geworden.

De „Wehrstein-Halle“

Und wie die Fischinger Bevölkerung es wollte, hat der neue Hallenkomplex auch einen Namen verdient. In einem Wettbewerb entschieden sich die Fischinger Bürger ortsspezifisch für „Wehrstein-Halle“.

Ortsvorsteher Jürgen Huber (links) und Bürgermeister Jens Keucher Foto: Schwind

Bürgermeister Jens Keucher orientierte sich an dem Eröffnungsstück der Fischinger Philharmoniker „Tage wie diese“ von den Toten Hosen, was nicht besser hätte passen können.

Wichtige Städtebauförderung

Er betonte aber auch die Nachhaltigkeit mit dem Bestandsbau bei dem aktuell größten Sanierungsprojekt in Sulz. Ohne zusätzlichen Flächenverbrauch und dank einer doppelten Bezuschussung konnte das 4,4 Millionen Euro teure Bauwerk erst möglich gemacht werden.

Die Städtebauförderung sollte man nicht einfach so laufen lassen, sondern entsprechend würdigen, etwa in Form von Baustellenbesichtigungen, da dies zur Stärkung der Bürgergemeinschaft beitrage. Die Städtebauförderung leiste seit über 50 Jahren einen wesentlichen Beitrag für erfolgreiche Gebietsentwicklungszentren.

„Wir kriegen das hin“

Keucher war gedanklich mit dem Fischinger Rathaus bereits einen Schritt weiter, das ebenfalls im Sanierungsgebiet Mühlheim-Fischingen liegt und zu einem modernen Bürgerzentrum umgebaut sowie saniert werden soll.

Die Baustellenbegehung war gut besucht. Foto: Schwind

Ortsvorsteher Huber gab sich bescheiden und erinnerte an den Beginn des Projektes. Nach Jahren von „man sollte“ oder „man kann“ sagten die Fischinger mit der Vereinsgemeinschaft: „Wir machen, wir Fischinger kriegen das hin.“

Zweifacher Zuschuss

Und es habe sich gelohnt, wie man bei einem Rundgang erfahren konnte. „Wenn die Halle fertig ist, sind wir für die nächsten 50 Jahre gerüstet“, so der freudestrahlende Ortsvorsteher – und wiederholte sein Zitat von früher: „Gute Konzepte setzen sich durch.“

Amüsierten sich bestens mit der Fischinger Narrenzunft: Jens Keucher (von links), Siegfried Dölker und Armin Hipp Foto: Schwind

Kristin Schneider von STEG informierte, dass die Sanierung der Halle doppeltes Glück gehabt hatte – nämlich einerseits aus dem Investitionspakt Sportstätten (IVS), aber auch von der „Städtebauförderung Sozialer Zusammenhalt“ mit Geldern von Bund und Land profitieren konnte. Dies ergab einem Gesamtzuschuss von rund 40 Prozent oder 1,8 Millionen Euro von den Gesamtkosten von 4,4 Millionen Euro.

Für den passenden Rahmen sorgten die „Fischinger Philharmoniker“ und die Showtanzgruppen der Narrenzunft Fischingen.