Die Witterung im Januar und Februar ist schuld: Weil die Temperaturen zu oft zu niedrig waren, verzögern sich die Arbeiten an der Therme in Bad Herrenalb. Und der Zeitplan ist auf Kante genäht.
Wie läuft die Sanierung der Siebentäler Therme? Diese Frage war Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Und da verkündete Jens Walter, Geschäftsführer der Bäderbetriebe und der Touristik, etwas versteckt im „Projektstatusbericht“, dass sich die Wiedereröffnung der Therme verzögere.
Abweichung um etwa einen Monat Eigentlich sollte laut Plan die Außensauna am 1. Oktober eröffnen und das Außenbecken am 5. Oktober. „Die Eröffnung ist um einen Monat nach hinten gerutscht“, so Walter. Nun soll die Therme mit Sauna, Spa und Bad am 2. November 2026 eröffnet werden, eine Abweichung um etwa einen Monat also.
Als Grund nannte Walter die Witterung im Januar und Februar. „Gewisse Gewerke brauchen bestimmte Temperaturen“, sagte er bei seinem Bericht im Gemeinderat. Diese Temperaturen seien in den beiden Monaten „häufig unterschritten“ worden.
So hätten beispielsweise die Arbeiten am Außenbecken im Bereich der Wasseraufbereitung zeitweise unterbrochen werden müssen. Nun sei man beim Außenbecken und der Sauna auf einen „einheitlichen Termin gerutscht“.
Allerdings erwähnte er auf Nachfrage auch, dass man „mit dem Terminplan am Limit“ sei. Falls es weitere Verschiebungen geben sollte, sei es schwierig, „den Termin zu halten“.
Insolvenz – Gewerk muss neu ausgeschrieben werden Nach dem ursprünglichen Plan sollte die Sanierung im Juli 2024 beginnen und die Therme bereits Ende 2025 wiedereröffnen.
Die Fachleute seien guter Dinge, dass dies zeitlich so klappt, sagte seinerzeit Karina Herrmann in der Gemeinderatssitzung Ende Juni 2023, Geschäftsführerin der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH. Die Therme hatte am 4. Mai 2024 das letzte Mal geöffnet. Allerdings stimmte der Bad Herrenalber Gemeinderat erst im Januar 2025 final für die Revitalisierung der Therme.
Dazu gab es in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend noch eine weitere schlechte Nachricht: Das Gewerk Innenglasfassaden/Glastüren muss wegen der Insolvenz des Günstigsten neu vergeben werden, sagte Walter.
Auch bei den Kosten gibt es Veränderungen. In der Kostengruppe 300 (Baukonstruktion) steigen die Kosten laut Bericht um rund 130 000 Euro auf etwa 7,13 Millionen Euro.
Eine weitere Kostensteigerung gibt es in der Kostengruppe 400, bei der technischen Gebäudeausrüstung. Hier waren seit Januar 2025 rund 5,57 Millionen Euro geplant, die Höhe der Steigerung wird nicht genannt, der Pfeil, der die Tendenz angibt, zeigt allerdings deutlich nach oben. Günstiger wird es dagegen in der Kostengruppe 500, also bei den Außenanlagen, Zahlen werden aber auch hier keine genannt.
Auf Nachfrage unserer Redaktion erläuterte Walter: „Im aktuellen Projektstatusbericht sind bei den Kostengruppen 400 und 500 die Kostenschätzungen hinterlegt.
Hintergrund ist, dass sich diese Bereiche teilweise noch im Vergabe-Prozess befinden, beziehungsweise hier Gespräche zur Ausführung stattfinden.
Kosten der Sanierung noch leicht unter Schätzung Dorothea Müller (Grüne Plus) fragte nach, ob die Abweichungen immer zum vorherigen Projektbericht aufgeführt seien. Nachdem der Bäder-Geschäftsführer das bestätigte, sagte sie, dass es schön wäre, „ab und zu einen Vergleich zum Projektstart“ zu bekommen.
Insgesamt liege das Projekt aus finanzieller Sicht derzeit noch leicht unter der Kostenschätzung. Sämtliche Kostenpositionen sowie eingehende Nachträge würden konsequent und kritisch geprüft. Das Kostenmonitoring werde in einem verkürzten Rhythmus vorgenommen, um mögliche Abweichungen frühzeitig zu erkennen und zu steuern, ist in dem Bericht zu lesen.
Küchenplanung für Therme abgeschlossen Walter gab zudem einen Überblick über den aktuellen Stand der Arbeiten. So seien unter anderem im Saunabereich die Rohbauarbeiten am Gebäude abgeschlossen, die Decke abgedichtet. Auch Stützwände im Außenbereich seien erstellt.
Im Gastronomiebereich sei die Küchenplanung abgeschlossen. Die Küche werde nun in beschränkter Form neu ausgeschrieben, da auf die erste Ausschreibung keine Resonanz erfolgt sei. Man habe die Planung bewusst so gemacht, dass man die Gastronomie selbst betreiben oder extern vergeben könne, so Walter. Ziel sei es, den Betrieb zu vergeben und Walter ist sich sicher: „Es braucht einen guten Gastronomen.“
Am Außenbecken sind die Betonarbeiten abgeschlossen. Das Dach wurde abgetragen und neu abgedichtet. Rauch- und Wärmeabzugsklappen seien final mit dem Brandschutz abgestimmt und könnten nun bestellt werden. Die Arbeiten auf der Baustelle schreiten trotz witterungsbedingter Einschränkungen kontinuierlich voran, heißt es in dem Bericht weiter. Die Beteiligung der Bürger sei weiterhin groß. Im November 2025 hätten mehr als 80 Personen die öffentliche Baustellenbesichtigung besucht. Die nächste Führung sei am 28. Februar geplant. Auch hier würden zwei Termine angeboten, mittlerweile seien beide bereits ausgebucht.