Eine der Entwurfsansichten für das Gymnasium Trossingen. Das Architekturbüro Möller Klockow Scherlitz hat hier den Auftrag. Foto: Möller Klockow Scherlitz

Die größte Bildungseinrichtung in der Stadt Trossingen wird saniert und erweitert. Täglich werden dort 676 Kinder und Jugendliche unterrichtet.

Der Gemeinderat gab nun grünes Licht für die Sanierung des Gymnasiums, mit der es im Juni 2026 los gehen soll. Versüßt wurde den Stadträten das Votum durch die Zusage von 10,8 Millionen Euro aus dem Sonderinvestitionsprogramm des Bundes.

 

Einig war man sich im Gremium, die Millionen aus Berlin sofort in einer Summe anzufordern. Am Mittwoch, 10. Dezember, kam frohe Kunde. Zwar nicht aus Berlin, sondern aus Stuttgart vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport. Trossingen erhält 2,298 Millionen Euro Sanierungszuschuss vom Land.

Kurz vor dem Gemeinderatsbeschluss wurde bekannt, dass sich die Schulbauförderung im Land künftig an den tatsächlichen Kosten von 6000 bis 7000 Euro pro Quadratmeter orientiert und nicht mehr gedeckelt wird. So kann die Stadt Trossingen bei einer Gesamtsumme von 18 Millionen Euro für das Gymnasium mit so hohen Zuschüssen und Zahlungen der Nachbarkommunen rechnen, dass am Schluss nur noch ein Eigenanteil von rund acht Millionen Euro übrig bleibt.

Das hiesige Architekturbüro Möller Klockow Scherlitz, unter dessen Regie 2020 schon einen Teil des Gymnasiums saniert wurde, stellte die Planungen für das weitere Vorgehen vor. Im Juni beginnen die Arbeiten am so genannten Turm, dem vierstöckigen höchsten Baukörper des Gymnasiums.

Dann wird zwischen Juli 2027 und September 2028 der Erweiterungsbau erstellt. Aber erst zwischen Juli 2028 und September 2029 werden die Sanierung des Turms und der Verwaltung sowie der Umbau des Erdgeschosses umgesetzt und fertiggestellt. Vorteil: man kommt ohne Interims-Container aus.

Wie Bürgermeisterin Susanne Irion ausführte, sind die Schülerzahlen am Gymnasium seit 2017 um zehn Prozent gestiegen, die Schule bewegt sich auf die Vierzügigkeit zu, schon der Umstieg auf das neunjährige Gymnasium (G9) bedeutet, dass die Schule um einen Zug wächst.

Rektor Markus Eisele drückte als Gast in der Gemeinderatssitzung aus: „Ich bin froh, dass das Regierungspräsidium das Raumprogramm genehmigt hat. Jetzt bestehen gute Chancen für das Gymnasium, eine heutige Schule zu werden“.

Einige Stadträte zeigten sich zufrieden, Ingo Hohner (FW) war unglücklich: „Ich weiß nicht, wie man es der Löhrschule vermitteln soll, dass jetzt noch ein Anbau an das Gymnasium kommt“.

Die Planung

Maßnahmen
Im Zuge der Bauarbeiten werden der noch verbleibende Kunstraum sowie die Verwaltungsräume einschließlich Dach saniert. Vorgesehen ist, die Schulhofüberdachung mit Wänden zu versehen, so dass hier Aufenthaltsräume für die Schüler entstehen.  Sanierung von Turm, Errichten der Fluchttreppe und des Aufzugs (Richtung Litschlesstraße) werden mit 4,3 Millionen Euro veranschlagt, Erweiterung und Umbau der Schule mit 10,6 Millionen, die Sanierung mit weiteren 1,6 Millionen Euro. Der Erweiterungsbau wird an das heutige Foyer, wo sich auch der Kunstraum befindet, angedockt, längs der Achse an der Hangenstraße. Dadurch wird ein neuer Haupteingang geschaffen. An der Ostseite der Schule werden die Fenster ausgetauscht und die Fassade gedämmt, an der Südseite wird eine Wärmedämmung aufgebracht. Beim Erweiterungsbau soll das Erdgeschoss in Stahlbetonbauweise entstehen, das erste und zweite Obergeschoss in Holzbauweise, an der Fassade werden Reinigungsbalkone das spätere Fensterputzen erleichtern.