Der Gemeinderat Schiltach befasste sich mit einer Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Grundschule Schiltach/Schenkenzell. Zudem gab es einen Einblick in den Bauzeitenplan.
„Sie dürfen sich auf ein architektonisches Highlight nach modernsten pädagogischen Standards freuen“, mit diesen Worten leitete Architekt Markus Löffler im Schiltacher Gemeinderat am Mittwoch seine Präsentation der finalen Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Nachbarschaftsgrundschule Schiltach-Schenkenzell ein.
Prämisse dafür war der mit Schulleitung, Lehrerkollegium und den beiden Gemeinden getroffene Konsens, die Struktur des Gebäudes zu erhalten und die durch die neuen pädagogischen Konzepte zur Lerndifferenzierung erforderlichen „Raumgewinne“ innerhalb der gut 12.000 Kubikmeter umfassenden Gebäudekubatur zu realisieren.
Lerninseln und Differenzierungsräume sollen unter weitgehendem Verzicht auf lange Flure als zusammenhängende Einheiten konzipiert werden. Große doppelflügelige Glastüren sollen lichtdurchflutete Räume ermöglichen. Moderne Sitzmöbel für die Schüler sollen eine hohe Aufenthaltsqualität schaffen.
Für die Nachmittagsbetreuung wird ein über 200 Quadratmeter großer zusammenhängender Bereich geschaffen, die Mensa wird in etwa verdoppelt und die Aula und der Innenhof (überdacht als „Arena“ bezeichnet“) werden eine große zusammenhängende Fläche mit interessanten Blickachsen ermöglichen.
Der „Split-Level“ des Gebäudes (über Treppen sind vier Geschosse erreichbar) bleibt als Gestaltungskonzept erhalten, die Treppenhäuser selbst sollen aber weniger massiv erscheinen. Die 50 Jahre alte Schulhauskultur des wuchtigen Stahlbeton-Skelettbaus mit den wuchtigen Treppen aus Sichtbeton und den abgehängten Holzelementen wird deutlich „luftiger“.
Entree erfährt spürbarste Änderungen
Löffler brachte als Referenz dazu Bilder einer Schulhaussanierung Rottweils unter vergleichbaren Randbedingungen mit. Da die „Raumgewinne“ auch zu Lasten des bisher überdachten Seiteneingangs realisiert würden, müssten anderweitig Kapazitäten für einen überdachten Schulhof geschaffen werden, hierzu soll ein balkonartiger Bereich über dem Haupteingang überdacht werden. Das Entree zur Schule wird im Zuge der Sanierung dann auch die spürbarsten Änderungen erfahren, da hier auch der Aufzugsschacht für den barrierefreien Zugang über alle vier Etagen gebaut werden muss.
In der Fragerunde der Gemeinderäte nahm der Planer auch Stellung zu Fragen des Sonnenschutzes (über Lamellen, Jalousien und Lüftungsanlage), der Akustik (abgehängte Akustikelemente), der Wärmedämmung (von außen, Einsparpotenzial von über 100.000 kW/h jährlich) oder der Gestaltung des Außenbereiches (Pflanzung von mehreren Laubbäumen zur Beschattung).
Bezüglich möglicher Schadstoffbelastung rechnet Löffler mit geringen Mengen an Asbest (in der Teppichverklebung) und Mineralwolle in den alten Dämmstoffen, hierfür seien 200.000 Euro einkalkuliert.
Mit der Machbarkeitsstudie würden für die europaweite Ausschreibung der Architektur-, Planungs- und Bauleistungen jetzt die „Spielregeln“ aufgestellt, präzisierte Bürgermeister Thomas Haas die Bedeutung dieser Wegmarke für die weitere Sanierung, ein „Architekturwettbewerb“ sei durch die Machbarkeitsstudie nicht mehr erforderlich.
Bauchschmerzen machte den Rätinnen und Räten die Containerlösung, hierfür müssten ca. 1,5 Millionen Euro ohne Mehrwert aufgewendet werden, alternative Gebäude zur Zwischennutzung durch die Schule seien weder in Schiltach noch in Schenkenzell verfügbar. Mit den Kosten für die Containerlösung beläuft sich die Gesamtsumme für die Schulsanierung aktuell auf etwa 9,5 Millionen Euro.
So geht’s weiter: Im vorläufigen Bauzeitenplan ist der Umzug der Schule in Container-Klassenzimmer für den Beginn des Schuljahres 2027/28 geplant, im September 2026 soll das Baugesuch ergehen und im Frühjahr 2027 könnten die Leistungen ausgeschrieben werden. Zum Jahresende 2028, beziehungsweise Anfang Januar 2029, soll die sanierte Nachbarschaftsgrundschule wieder in Betrieb genommen werden können.