Rund 9000 Euro teurer als geplant waren die Renovierungsarbeiten an dem 30 Jahre alten Kinzighaus in Loßburg. Doch angesichts der Baukosten von insgesamt rund einer Million Euro sei das laut Architekt Steffen Peter ein zu vernachlässigender Betrag.
Vor der jüngsten Gemeinderatssitzung in Loßburg hatten die Räte und Mitarbeiter der Verwaltung die Gelegenheit, das frisch renovierte Kinzighaus zu besichtigen. Und die Räte staunten nicht schlecht, was da in den gut sechs Monaten Bauzeit alles umgesetzt wurde.
Architekt Steffen Peter erläuterte bei einem Rundgang die wichtigsten Veränderungen. „Wir haben fast eine Punktlandung geschafft. Nur um rund 9000 Euro liegen die Baukosten über dem Plan“, freute er sich. Angesichts der Baukosten von etwa einer Million Euro sei das eigentlich zu vernachlässigen.
Die Außenfassade wurde komplett neu gedämmt. Was Peter da vorfand, erfüllt ihn noch heute mit Schrecken. Das Parkett wurde erneuert, in der Küche stattdessen Vinyl verlegt. Viele Oberlichter wurden geschlossen, um die Wärmeentwicklung in heißen Sommern zu reduzieren. Der Saal hat eine Klimaanlage bekommen mit der auch geheizt werden kann.
Zwei Webcams am Gebäude angebracht
Die Elektrotechnik musste nicht ersetzt, sondern konnte in Stand gesetzt werden. „Die hält Ihnen jetzt wieder 30 Jahre“, meinte Peter. An der Rückseite des Gebäudes wurden zwei Webcams angebracht, um Live-Bilder aus Loßburg zu ermöglichen. „Dort wurde auch eine Überwachungskamera installiert, um die Toilettenanlage im Blick zu halten. Denn dort gab es immer wieder Fälle von Vandalismus“, berichtete Gerhard Keck vom Bauamt, der für die kommunalen Gebäude zuständig ist.
Auch das Reisebüro Holidayland von Karin Armbruster im Seitenflügel hat von der Renovierung profitiert. Früher sei es dort im Winter bitterkalt, im Sommer unerträglich heiß gewesen. „Jetzt dürfte es das bestisolierte Gebäude in Loßburg sein“, sagte Peter. Auf die vorhandene Dämmschicht von 14 Zentimeter wurde eine weitere mit 20 Zentimeter aufgetragen. Armbruster bestätigte, dass sie im vergangenen Winter bereits gemerkt habe, dass es lang nicht mehr so kalt war.
Kritische Bemerkungen aus der Bevölkerung
Sie erzählte auch von den Schwierigkeiten, den Betrieb während der Bauarbeiten weiterlaufen zu lassen. Oft habe sie frühmorgens oder spätabends gearbeitet und telefoniert, da es tagsüber zu laut war. Armbruster sagte: „Wir haben drei Wochen gebraucht, um wirklich alles wieder zu reinigen. Jeder Stuhl, jede Gabel, alles musste abgewaschen werden.“
Bürgermeister Christoph Enderle zeigte sich vom Ergebnis begeistert. „Es hat in der Bevölkerung schon die ein oder andere kritische Bemerkung gegeben. Das Kinzighaus ist doch noch gar nicht alt, da muss man doch nicht so viel Geld reinstecken – gerade jetzt, wo überall gespart werden muss“, so war der Tenor. Doch das gut 30 Jahre alte Gebäude war in die Jahre gekommen. Die Renovierung zu diesem Zeitpunkt sei genau richtig, denn sonst wäre noch viel mehr unwiderruflich kaputt gegangen- und dann wären die Kosen noch viel höher gewesen.
Anpassung der Preise
Durch den neuen Wärmeschutz sei es nun auch viel leiser, man sehe den Verkehr vorbeifahren, aber höre ihn eben nicht mehr. Die hohe Belegung des Kinzighauses in den vergangenen Jahren will die Kommune beibehalten. Die Preise sollen im Laufe des Jahres angepasst werden.