Noch einiges zu tun: Die Straße muss noch asphaltiert werden. Foto: Ribar

Die Sanierung der Landesstraße 415 von der Ortsdurchfahrt Peterzell bis Fluorn ist in vollem Gang. Aber das Projekt wird teurer als ursprünglich angenommen – doch warum?

Alpirsbach - Sie ist immer wieder ein Diskussionsthema: die Sanierung der L 415 von der Ortsdurchfahrt Peterzell bis Fluorn, auch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Alpirsbach. Gleich drei Tagesordnungspunkte befassten sich mit der Baustelle. Diesmal ging es um Kostensteigerungen.

Das Projekt ist eine gemeinsame Baumaßnahme des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe, des Landratsamts Freudenstadt und der Stadt Alpirsbach. Der erste Bauabschnitt sei kurz vor der Fertigstellung, sagte Bauingenieur Dietmar Ribar von der Zink-Ingenieure GmbH.

Hochwaldstraße ausgebaut

"Wir mussten die ursprüngliche Grobplanung überarbeiten", erklärte Bürgermeister Michael Pfaff. Die ersten überplanmäßigen Mehrausgaben, die für das Projekt anfallen, liegen bei 218 000 Euro. Diese genehmigte der Gemeinderat mehrheitlich bei zwei Enthaltungen. Im Rahmen des Bauprojekts L 415 sanieren und bauen die Stadt Alpirsbach und das Landratsamt Freudenstadt auch gleich die K 4746 Hochwaldstraße aus.

Dabei wird auch das Parkplatzgelände ehemaliger Farrenstall saniert. Nun sei deutlich geworden, so Ribar, dass weitere Maßnahmen zur Entwässerung notwendig sind: unter anderem ein erweiterter Ausbau der befestigten Parkplatzfläche, ein neuer Mischkanal mit Anschlussleitungen, Leerrohre für den Breitbandausbau sowie neue Wasserversorgungs- und Hausanschlussleitungen.

Neue Stromanschlüsse

Außerdem fallen überplanmäßige Mehrkosten für neue Stromanschlüsse in Höhe von 21 000 Euro an. Diese genehmigte der Gemeinderat mehrheitlich bei zwei Enthaltungen. Die Stromanschlüsse sind für die geplante Ladesäule, das SG-Vereinsheim, die ehemalige Kaupp-Halle sowie die Turn- und Festhalle erforderlich. Pfaff: "Das ist eine sehr dringende und notwendige Maßnahme."

Weitere überplanmäßige Ausgaben, die der Gemeinderat bei einer Gegenstimme genehmigte, schlagen mit etwa 172 000 Euro zu Buche. Aber wofür sind diese notwendig? Insgesamt kämen noch sechs neue Maßnahmen hinzu, sagte Ribar. Bei der Grundegertstraße müssen zusätzliche Asphaltarbeiten erledigt werden. Diese kosten rund 12 000 Euro. Darüber hinaus sollen für die beiden Bushaltestellen, die barrierefrei gebaut werden, zwei Fahrgastunterstände entstehen. Eine Fahrspur ist für den Busverkehr in Richtung Oberndorf, die andere in Richtung Alpirsbach.

Neue Beleuchtung

Auch für die Straßenbeleuchtung sind zusätzliche Arbeiten notwendig. "Da waren wir selbst überrascht", so Ribar. Denn anders als erwartet, entdeckte das Unternehmen im Boden eine zusätzliche, störende Asphaltschicht. Die Kosten in Höhe von 50 000 Euro für die Beleuchtung der beiden Fußgängerüberwege übernimmt das RP, das stehe seit vergangener Woche fest, informierte Pfaff.

Außerdem soll an der L 415/Römlinsdorfer Straße ein Verteilerschrank ergänzt werden, der für die Schalttechnik der Straßenbeleuchtung notwendig sei, so Ribar. An den Kosten für die Messanlage werde sich das Landratsamt beteiligen, in welcher Höhe stehe noch nicht fest, so Pfaff. Und der sechste Kostenfaktor stellen die neuen Bordsteine ab der Einmündung L 415/K 4746 dar.

Kosten sind "mehr als vertretbar"

Aus Sicht des Bürgermeisters sind die Kosten "mehr als vertretbar". Die Mehrausgaben könnten durch Einsparungen im allgemeinen Haushaltsplan oder durch die Rückstellung von anderen Investitionen erwirtschaftet werden, glaubt Pfaff. Beispielsweise habe die Stadt ursprünglich geplant, eine neue Drehleiter für die Feuerwehr zu kaufen. Diese Investition habe sie nun zurückgestellt, so Pfaff.

Umleitungsstraße stark beschädigt

Der nächste Tagesordnungspunkt befasste sich mit der innerörtlichen Umleitungsstraße, dem Lehensträßle. Dort hat sich ein unerwartetes Problem ergeben. Tagein, tagaus fahren Autos, Busse und Lastkraftwagen über das Lehensträßle. Die starke Frequentierung hat den landwirtschaftlichen Weg stark in Mitleidenschaft gezogen. Deshalb sei eine Sanierung für den weiteren Betrieb dringend erforderlich, wie Ribar erklärte.

Man müsse auch an die Zukunft denken, wenn die Stadt das Gewerbegebiet erweitern möchte, sagte Pfaff. Aus Sicht der Verwaltung macht es keinen Sinn, das Lehensträßle nur zu sanieren, weil die Erschließung des Gewerbegebiets einen Ausbau mit sich bringt. Deshalb schlug die Verwaltung vor, das Lehen-sträßle voll auszubauen, diesen Beschluss fasste der Gemeinderat mehrheitlich bei zwei Enthaltungen.

Straße wird breiter

Dann könnten sich auch Lastkraftwagen begegnen, denn damit wird ein neuer Grundstandard für die Straßenbreite gesetzt. Zudem reduzieren sich damit die Kosten für die Sanierung der Reststrecke. "Wir träumen von der Ortsumfahrung", sagte Pfaff. Realistisch sei das allerdings erst in 25 Jahren, weshalb der Ausbau der Straße ein wichtiger Schritt sei.

Zusätzlich sollen die Wasserleitungen in der Banholzstraße erneuert werden. Dies biete sich im Zuge des Bauprojekts an. Einen Haken gibt es aber: die Kosten. Zur Umsetzung müssen die notwendigen Mittel in den Haushaltsplan 2023 eingestellt werden. Schätzungsweise belaufen sich die Kosten für das Projekt auf circa 95 000 Euro. Die Verwaltung empfahl, Einsparungen zu nutzen, um die Reststrecke voll auszubauen. Wohlwissend, dass der Vollausbau der Reststrecke teurer wird als die ursprünglich geplante Sanierung. Karl Rumpf (UBL) hält die Maßnahme für richtig, wenn die Stadt sich das leisten kann.