Die L108, hier bei der Bushaltestelle Sägbrunnen, wird saniert. An dieser Stelle soll eine Trassenquerung erfolgen. Foto:  

Die Gemeinde sieht sich mit überplanmäßigen Ausgaben konfrontiert. Die Kosten für die Mitverlegungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Straßensanierung waren zunächst nur grob geschätzt worden. 335 000 Euro werden nun fällig.

Die Mitverlegungsmaßnahmen bei der Straßensanierung der L108 Richtung Fohrenbühl werden für die Stadt Hornberg teurer als geplant. Die Gesamtkosten von nun rund 335 000 Euro führten zu Nachfragen beim Rat in der jüngsten Sitzung und einer Ergänzung der Beschlussfassung.

 

Die Verwaltung wurde beauftragt, die Aufschlüsselung der Honorarkosten vom Ingenieurbüro Zink einzuholen und dem Gremium mitzuteilen. Die Vergabe der Kanalbauarbeiten (283 448 Euro brutto) an die Firma Knäble aus Biberach erfolgte einstimmig.

Mit ein Grund für die überplanmäßige Ausgabe in Höhe von rund 127 000 Euro ist laut Stadtbaumeisterin Pia Moser, dass die Schätzung des Ingenieurbüros von damals 208 000 Euro ohne Vermessungen und näherer Untersuchungen der Kleinabschnitte erfolgte. Die Zeit habe gedrängt aufgrund der Fristsetzungen von Straßenbauamt und der Breitband Ortenau. Mittlerweile ergab laut Moser eine Inspektion der Baugrunduntersuchung teerhaltiges Material, das speziell entsorgt werden muss. Auch könne kein Ingenieur ohne Vermessungsauftrag genauer schätzen.

Höhere Fördersumme geplant

Die Mehraufwendungen sollen finanziert werden mit einer höheren Förderung - nach Rücksprache mit dem Landratsamt 100 500 Euro statt 62 400 Euro – und Maßnahmen im Bereich Eigenkontrolle Abwasser in Höhe von 80 000 Euro. Dies kann laut Sitzungsvorlage frühestens 2025 umgesetzt werden. Weiterhin sollen die Honorarleistungen in Höhe von etwa 8900 Euro der privaten Abwassergemeinschaften teilweise im Jahr 2025 abgerechnet werden.

Zeitplan war für Hornberg eine Herausforderung

Die Vorgeschichte sei sehr komplex, ergänzte Bürgermeister Marc Winzer. Im Zuge der Sanierung der L108 verlege die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Überlandwerk Mittelbaden, der Breitband Ortenau und der Abwassergemeinschaft Schonach-Fohrenbühl Leerrohre für Glasfaser, Strom sowie einer Schmutzwasserleitung mit. „Ich bin froh, dass wir überhaupt einen Weg gefunden haben, das Vorhaben umsetzen zu können,“ so Winzer. Das Projekt habe die Stadt mehr oder weniger „überrollt“ und die zeitliche Taktung sei herausfordernd gewesen. „Die Mehrkosten tun weh und sind schwer zu vermitteln, aber alles andere wäre unklug, wenn die Straße sowieso gemacht wird,“ meinte Fritz Wöhrle (FW).

Diese Auffassung wurde alles in allem im Gremium geteilt, auch wenn es schwer nachvollziehbar war, dass die Kosten der Maßnahme nach Ausschreibung günstiger, der städtische Anteil indes höher ausfiel. Fraktionskollege Jörg Fehrenbacher erkundigte sich nach möglichen Folgen hinsichtlich der Insolvenz in Eigenverwaltung der Firma Knäble. Dies könne im Prinzip bei jeder Firma passieren und die Gewährleistung werde im Vorhinein überprüft, gab Wöhrle Auskunft. Enttäuscht zeigte sich Ratsmitglied Hermann Lehmann (CDU) von der Verfahrensweise des Regierungspräsidiums: „Die Zahlen werden auf uns abgewälzt.“ Dies sei klar kommuniziert worden, wie die Stadtbaumeisterin erklärte. Das Projekt laufe unter der Regie der Stadt aufgrund der knappen Personalkapazitäten des Regierungspräsidiums.

Die gesamten Kosten

Die Kosten für das Gesamtpaket der Maßnahme beziffert sich laut Stadtbaumeisterin Moser auf rund 2,15 Millionen Euro. Die Straßenbauarbeiten werden mit etwa 1,57 Millionen Euro angesetzt. In der Vereinbarung zwischen dem Regierungspräsidium Freiburg und der Stadt Hornberg wurde geregelt, dass die Maßnahme unter der Regie der Stadt geführt wird. Die Honorarkosten (rund 89 000 Euro) trägt die Stadt, die Rechnungen für die Baukosten (1,57 Millionen Euro) werden nach Prüfung durch das Ingenieurbüro vom Regierungspräsidium bezahlt.