Der Boden der Hausener Turnhalle wird erneuert. Endlich. Ein großer Fortschritt, freute sich Bürgermeister Davide Licht. Der Ortschaftsrat zeigte sich nur halb zufrieden. Auch die Duschen und die Heizung wären reparaturbedürftig. Foto: Matthias Badura

Die Stadt Burladingen investiert eine hohe Summe in die Hausener Sporthalle. Vollumfänglich saniert ist sie damit aber nicht – bedauert der Ortschaftsrat.

Grundschule und Turnhalle sind Themen, die den Ortschaftsrat Hausen derzeit bewegen. Derzeit? Die Sanierung der viel frequentierten Sporthalle steht schon über ein Jahrzehnt auf der Agenda.

 

Aktuell werden jetzt der Hallenboden und die hintere Prallwand des Spielfeldes erneuert, die Drainage und die Abdichtung sind schon bewerkstelligt. 150.000 Euro wurden dafür in den Haushaltsplan eingestellt. Von den 90.000 Euro, die allein der Hallenboden vereinnahmt, übernimmt 25 Prozent der Kosten nach einem Wasserschaden eine Versicherung.

Bürgermeister Davide Licht freute sich über die Realisierung der Vorhaben. Ortschaftsräte und Bürger monierten jedoch, es herrsche weit mehr Nachholbedarf in der Halle: Die Duschen sind nicht mehr benutzbar und die Heizung funktioniert offenbar nur noch, wie sie selber will.

„Dann wird gnadenlos gestrichen“

Der Bürgermeister wies auf die Finanzlage hin, auf geringe Einnahmen einerseits und teure Aufgaben und Verpflichtungen andererseits: So den Erhalt des Feuerwehrwesens oder die Sanierung der Schwimmhalle des Gesamtschulzentrums. Das seien Millionenkosten.

Die Infrastruktur, wie man sie in den vergangenen Jahrzehnten gewohnt war, sagte Licht voraus, werde man sich auf Dauer und ohne Fördermittel nirgends mehr leisten können. Besser sei es, jetzt zu konsolidieren, als bei einer Überschuldung die Haushaltshoheit an eine höhere Stelle abgeben zu müssen. „Dann wird gnadenlos gestrichen.“

Ebenfalls ein Kostenthema: Die Ganztags-Schulbetreuung, die ab dem Sommer zunächst für Kinder der 1. Klasse an fünf Tagen in der Woche gewährleistet sein muss. Dazu braucht es weitere und entsprechende Räume sowie Betreuungsangebote in den Schulen. Beides kostet Geld. Die Grundschule Hausen, die man ebenfalls besichtigte, ist mit ihren Angeboten bisher an vier Tagen der Woche gut aufgestellt. Anmeldungen für den Freitagnachmittag gibt es hier vorerst nicht.

Günstiger, die Angebote am Zentralort Burladingen zusammenzufassen?

Die Frage lautet: Was geschieht, wenn dieser Bedarf angemeldet wird? Soll man, wo teils oder nicht vorhanden, in die jeweiligen Grundschulen der Stadt investieren? Oder ist es praktischer und günstiger, die Angebote am Zentralort Burladingen zusammenzufassen? In dem Fall könnte es sein, dass Eltern ihre Kinder vorneweg in Burladingen anmelden. Dadurch wäre der Standort Hausen gefährdet, befürchtet Schulleiterin Melanie Hirlinger.

Im Augenblick stellt sich das Problem noch nicht. Die Ganztagsbetreuung bis zur vierten Klasse muss per Gesetz erst in vier Jahren gewährleistet sein. Ein Gesamtkonzept erarbeitet momentan der Schulausschuss zur Vorlage für den Gemeinderat.

Bürgerschaftliches Engagement

Auch im Schulhaus herrscht Reparaturbedarf, allerdings in kleinerem Umfang – von der Heizung aus den 1980er-Jahren einmal abgesehen. „Wir machen in Hausen viel selbst, das bürgerschaftliche Engagement ist bei uns hoch“, betonte Ortsvorsteherin Corinna Egle gegenüber dem Bürgermeister. „Ich weiß das, und dafür sind wir den Vereinen und Bürgern sehr dankbar“, entgegnete Licht.

Nicht besichtigt hat man das Bädle der Grundschule. Dem Vernehmen nach tut es weiter seinen Dienst. Aber auch hier wird sich irgendwann die Frage stellen, wie es weitergeht, wenn eine umfangreiche Reparatur ansteht.

Ein weiterer Besuch galt dem Züchterheim, das die Kleintierzüchter und die Vogelfreunde in städtischer Miete „bewohnen“ und für Ausstellungen, Sitzungen und Versammlungen nutzen. Umgesehen hat man sich außerdem auf dem Friedhof, einem der schönsten der Stadt. Hier sind es wiederum vor allem Bürger, die sich um die Anlage kümmern.