154 Partner des Blühenden Naturparks haben innerhalb von neun Jahren 634 Flächen in Wildblumenwiesen umgewandelt.
Wiesen mit für die Region typischen Wildblumen anlegen und damit Lebensraum für heimische Insekten schaffen – dieses Ziel verfolgt der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord mit seinen Kooperationspartnern beim Projekt „Blühender Naturpark“. Auf diese Weise wollen die Akteure dem zunehmenden Insektensterben vorbeugen und den nördlichen und mittleren Schwarzwald grüner und bunter machen.
In diesem Jahr hat der Naturpark gemeinsam mit Kommunen, Unternehmen, Verbänden, Vereinen und Privatpersonen auf 29 Flächen mit einer Gesamtfläche von 11 102 Quadratmetern Wildblumenwiesen angelegt oder die Pflege umgestellt. Zudem wurde ein Sandarium für erdnistende Insekten auf dem Gelände des Golfplatzes in Bad Herrenalb angelegt. Rund 260 Kinder waren in diesem Jahr im Rahmen von Schul- und Kindergarten-Einsätzen sowie von Ferienprogrammen bei Einsaaten dabei.
In der „Blühenden Gemeinde“ Lautenbach wurde im Frühjahr eine Wildblumenwiese angelegt. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer befreiten diese im Rahmen der Naturpark-Landschaftspflegeaktion „Ehrensache Natur“ im Mai auch gleich von gebietsfremden Pflanzen. Zudem wurden mehrere Online- und Praxis-Seminare – unter anderem zur Anlage und Pflege von Wildblumenwiesen, Sträuchern und Hecken sowie zu insektenfreundlichen Gärten – angeboten. In der Blühenden Gemeinde Bad Herrenalb fand zu diesem Thema auch eine Führung statt. Auf der Gartenschau in Freudenstadt und Baiersbronn war der Naturpark ebenfalls mit einer artenreichen Wildblumenwiese vertreten.
Lebensraum für Insekten
Seit 2016 entstanden auf 634 Flächen mit einer Gesamtgröße von mehr als 393 500 Quadratmetern mehr Lebensraum für heimische Insekten. In diesem Zeitraum beteiligten sich 154 Privatpersonen, Unternehmen, Vereine und Kommunen am Projekt. „Der ‚Blühende Naturpark‘ ist ein Artenschutz-Projekt, das durch die Stärke des Naturpark-Netzwerks und seine Vielfalt lebt“, erläutert der Geschäftsführer des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, Karl-Heinz Dunker.
Hintergrund für das Engagement ist, dass es immer weniger für die Region typische blütenbestäubende Insekten gibt. Dies sei unter anderem auf eine intensive Bodennutzung zurückzuführen, die den Lebensraum der Insekten sowie ihre Nahrungsquellen einschränkt. Doch Bienen, Schwebfliegen und Co. sind für die Bestäubung von Obst und Gemüse unentbehrlich. Ohne sie gäbe es viele Lebensmittel wie etwa Honig oder Streuobstsäfte nicht.
Auch Privatpersonen können mitmachen
Kommunen, Vereine, Unternehmen und Privatpersonen sind auch im kommenden Jahr wieder eingeladen, Flächen an den Naturpark zu melden. Die Rückmeldefrist für das Frühjahr 2026 läuft noch bis zum 30. Januar. Durch die Einsaat im heimischen Garten können auch Privatpersonen Insekten mehr Lebensraum bieten. Dabei gilt: Jede Fläche zählt – egal ob klein oder groß.
Bestellt werden die Saatmischungen über den Naturpark. Die Einsaat erfolgt durch die Partner vor Ort.
Blühender Naturpark
Wildblumen
in der Landschaft sind nicht nur eine Augenweide, sondern auch ökologisch wertvolle Bereiche für eine Vielzahl an Insekten. Wenn es summt, brummt und blüht auf den Wiesen im Naturpark, dann profitieren Mensch und Tier gleichermaßen.
Die Aussaat
gebietsheimischer Saatmischungen soll innerörtliche Flächen optisch und ökologisch aufwerten. Die sieben Naturparke in Baden-Württemberg setzen sich gemeinsam gegen das Insektensterben ein.