Der 60-jährige Markus Pfister ist seit 50 Jahren Fossiliensammler. Mit den jahrmillionenalten edlen Stücken verziert er nicht nur den Bio-Hofladen seiner Familie sondern auch sein eigenes Heim.
„So goscht wiedr ge’ klopfe“, neckt Angelika Pfister ihren Mann Markus schon mal, wenn er sonntags oder an Feiertagen seinen Rucksack schnürt und sich in Richtung Baustellen oder Steinbrüche aufmacht. Das Sammeln von Fossilien ist seit einem halben Jahrhundert sein liebster Zeitvertreib.
Als er zehn Jahre alt war, fing es an
Angefangen habe es, so erinnert er sich, da sei er zehn Jahre alt gewesen. Damals sei er als Kind mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, über Feldwege und durch Wälder geradelt und auf der Oberen Alb in Ringingen, wo er aufwuchs, kullern die Fossilien den aufmerksamen Wanderern quasi nur so vor die Füße. Sowieso, wenn die Eltern eine Landwirtschaft haben. „Natürlich habe ich auch die Äcker abgesucht“, erinnert sich Markus Pfister an seine Sammlerjugend.
Dann hatte er ein Mofa und konnte seinen Radius erweitern, war bald auch in den Nachbarstädten mit scharfem Blick und seinem Werkzeug unterwegs. Bald hat das eine Regal in seinem Kinderzimmer nicht mehr ausgereicht und die Stube sei aus allen Nähten geplatzt, so viele Versteinerungen habe er mit nach Hause gebracht, sagt Pfister.
Denn der hatte bald raus, dass überall da, wo Tiefbau stattfindet oder der Baugrund für ein Haus ausgehoben wird, ein Fossiliensammler fündig werden kann. „Noch heute fahre ich an keiner Baustelle vorbei“, sagt er lachend und gesteht, dass er Hammer und Meißel immer dabei hat.
Im Bio-Hofladen eine Wand gestaltet
Ein paar tausend Versteinerungen dürften da im Laufe der Jahre zusammen gekommen sein. Für den Hofladen seiner Brüder in Burladingen-Killer hat er gar eine 25 Quadratmeter große, fünfeinhalb Meter hohe Wand aus den Findlingen gestaltet, ausschließlich Ammoniten. Die ist ein echter Blickfang für die Kunden im Laden und so mancher fragt, wer sie gemacht hat.
Wer mit Pfister über sein Hobby plaudert der merkt, er hat einen Kenner vor sich, wenn es um typische Merkmale von weißem, braunem oder schwarzen Jura geht. Der 60-jährige Sammler weiß nicht nur, in welcher Gegend der jeweilige Jura im Zollernalbkreis zu finden ist, sondern auch, wie viele Millionen Jahre der dann alt ist.
Zwischen 140 und 190 Millionen Jahre alt sind die versteinerten Haifischzähne, Ammoniten und Belemniten, die Tintenfische oder Kopffüßler, für die sich Pfister so begeistern kann.
Die zieren längst die Wände und Ecken in seinem Haus. Sein schönstes Fossil fand er, wie er sagt, vor vier Jahren. Es war ein Ammonit mit einem Durchmesser von 72 Zentimetern. Den hat er, wie es der Kenner sagt, in der Matrix, also im umgebenden Gestein gelassen. Und so ziert der schwere aber faszinierend anzusehende Block jetzt als Deko-Objekt eine Ecke in seinem Badezimmer.
In all den Jahren hat Pfister auch das Präparieren mit den unterschiedlichsten Mitteln und Werkzeugen gelernt. Da muss er nicht nur gekonnt mit Chemie, sondern auch vorsichtig mit dem kleinen Druckluftgerät umgehen, die dabei helfen, das Fossil vom umgebenden Gestein zu befreien und zu säubern.
Und Markus Pfister hat nicht nur Fachzeitschriften abonniert, er tummelt sich auch im Internet und pflegt Kontakt zu Gleichgesinnten. Denn auf zwei bekannten Foren postet die „baden-württembergische Sammlerfraktion“, wie er sie schelmisch nennt, ihre schönsten Stücke in Wort und Bild.