Papst Leo XIV. winkt, als er zu seiner ersten wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz im Vatikan eintrifft. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa

Der neue Pontifex wirkte früher in Peru. Salzstetten unterstützt in dem Land seit mehr als 50 Jahren ein Projekt. Padre Juan ist Robert Prevost damals häufig begegnet.

„Ein Missionar, der Papst wird, ist eine beispiellose Erfahrung für die katholische Kirche. Mit Leo XIV. ist dies nun geschehen“, macht Comboni-Missionsprokurator Markus Körber aus Ellwangen auf den besonderen Lebensweg des früheren Peru-Missionars, Erzbischofs und Kardinals aufmerksam.

 

Comboni-Padre Juan Goicochea berichtet aus Lima voller Begeisterung: „Für ein Land, das von Gewalt, Korruption und Armut geprägt ist, ist diese Nachricht die größte Freude und der größte Segen: ein peruanischer Papst.“

Padre Juan, der in Innsbruck Theologie studiert und mehrere Jahre in der Deutschland gearbeitet hat, war an dem Tag, an dem Robert Francis Prevost Papst wurde, gerade unterwegs in Chulucanas, wo Papst Leo XIV. 1985 seine Mission begonnen hatte. „Die Freude war unbeschreiblich, als wir hörten, dass Robert Prevost der neue Papst ist, wir konnten es kaum fassen, einige hatten Tränen in den Augen, wir umarmten uns. Das Auto, in dem wir saßen, war einst vom neuen Papst gesegnet worden.“ Padre Juan ist Robert Prevost damals häufig begegnet und ist davon überzeugt, dass mit ihm die Arbeit für die Armen weiter gehen wird.

Freude über „wahren Missionar“

Missionsprokurator Markus Körber hebt hervor: „Für uns Comboni-Missionare ist es eine besondere Freude, dass mit Kardinal Robert Francis Prevost ein wahrer Missionar den Ruf angenommen hat, als oberster Hirte dafür zu sorgen, dass das Wort Jesu auch die vergessenste Peripherie der heutigen Welt erreichen kann.“ In seiner ersten Ansprache auf der Loggia des Petersdoms sagte der neue Pontifex: „Wir müssen gemeinsam nach Wegen suchen, wie wir eine missionarische Kirche sein können, eine Kirche, die Brücken baut, den Dialog pflegt und stets offen ist, alle mit offenen Armen aufzunehmen“.

Ein Mann, der zuhört

Pater Körber sagt: „Der Papst erinnert mich an die Dringlichkeit der Mission. Wir laufen stets Gefahr, uns an den Gedanken zu gewöhnen, dass der Aufbruch in ferne Länder eine Berufung der Vergangenheit war. Es zeigt uns, dass wir weiterhin nach vorne schauen müssen.“ Der Missionsprokurator: „Was mich persönlich noch besonders aufhorchen ließ, ist die Tatsache, dass alle, die Robert Francis Prevost kennen, von keinen sensationellen Gesten erzählen, sondern wiederholt eine Eigenschaft hervorheben: Er ist ein Mann, der zuzuhören weiß. Er ist vielleicht nicht der Missionar, der die heldenhaftesten Abenteuer erlebt hat, er ist nicht derjenige, der seine Stimme am meisten erhoben hat, er ist nicht derjenige, der die meisten Schulen oder Krankenstationen gebaut hat, aber er hat seine Spuren hinterlassen, indem er sein Herz und seinen Geist für diejenigen geöffnet hat, denen er begegnete.“

Segen statt Trinkgeld

Bei Restaurantbesuchen in seinem Stammlokal in der peruanischen Stadt Chiclayo hat sich Papst Leo XIV. offenbar auf seine Weise erkenntlich gezeigt. Das Lokal „El Trébol“ direkt gegenüber der Kathedrale sei einer der Lieblingsorte des damaligen Erzbischofs Robert Prevost gewesen, sagte der Kellner Carlos López der Nachrichtenagentur AFP. Allerdings habe er den Mitarbeitern „kein Trinkgeld gegeben“, sondern „seinen Segen“.

Aktion der Kolpingsfamilie

Kinderspeisung
Etwa 530 Kilometer von der früheren peruanischen Wirkungsstätte Chiclayo des neu berufenen Papstes Leo XIV. entfernt liegt Huánuco, wo die Kolpingsfamilie Salzstetten seit 1971 die Kinderspeisung in der katholischen Pfarrei San Pedro durch ihre jährliche Aktion Entwicklungshilfe fördert, weil dort der aus Salzstetten stammende Comboni-Pater Anton Dettling (1913 bis 2009) über 20 Jahre von 1949 bis 1972 segensreich wirkte.

Die Missionare
Pater Markus Körber, Jahrgang 1972, ist gelernter Geo-Ökologe und seit 2020 Missionsprokurator der Comboni Missionare in Ellwangen. Scholastikate führten ihn nach Rom und Casavatore/Neapel. Über zehn Jahre wirkte er im Südsudan und später in der Seelsorge in der deutschsprachigen Provinz. Padre Juan Goicochea ist ein peruanischer Comboni-Missionar, der in der Hauptstadt Lima in Peru arbeitet. Er studierte in Innsbruck und kümmerte sich um Obdachlose in Nürnberg.