Wohin wird sich der Abbau von Steinsalz im Bergwerk der Wacker Chemie AG in Zukunft entwickeln? Darüber gaben Standortleiter Volker Ehwald und Gesamtbetriebsführer Ludger Kaup im Ortschaftsrat Stetten Auskunft.
Auf der Suche nach abbauwürdigen Salzvorkommen hat das Bergwerk in den vergangenen Jahren unterschiedliche Explorationsmethoden angewandt. Probebohrungen wurden gemacht, Erkundungsstollen vorangetrieben und zuletzt wurde im Jahr 2023 der Untergrund im Bereich des Owinger Warrenbergs seismisch untersucht.
Künftiger Abbau soll in Richtung Südosten gehen
Aufgrund der dabei gewonnenen Erkenntnisse scheint eines klar: die Hauptstoßrichtung des Salzabbaus unter Tage wird auch in Zukunft im Südosten liegen, also in Richtung Owingen, Erlaheim und Geislingen.
Allerdings, und das ist die Besonderheit, so wie man Betriebsleiter Ludger Kaup bei seinen Erklärungen verstehen konnte, liegt zwischen den bisherigen Abbaufeldern (sie tragen Namen wie „Geheimrat Wacker“ oder „Kluger Franz“) und den neuen Gebieten ein Bereich, in dem es gar kein Salz gibt. Laut ihm wird es deshalb ein paar Jahre dauern, bis man durch diese Gesteinsschichten durch ist, denn man kommt hier wesentlich langsamer voran als in den Salzschichten, wo man acht Meter pro Tag schafft.
Richtung Gruol wird es wohl nicht weitergehen
Die bereits jetzt vorhandenen Stollen unter dem Hospach wird Wacker aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr viel weiter in Richtung Gruol vorantreiben; so wie es aussieht, scheinen dort keine weiteren abbauwürdigen Salzvorkommen mehr zu existieren. Kaup: „Da haben wir mittlerweile eine Menge teurer Bohrmeißel verschlissen.“
Und wie sieht es in Richtung Stetten aus? Diese Frage beschäftigte Ortschaftsrat Armin Bauer. Ehwald und Kaup gaben Entwarnung. Die Ortschaft ist bisher nicht „unterkellert“ und wird es auch mit ziemlicher Sicherheit auch in Zukunft nicht sein. „In diese Richtung haben wir nicht viel Hoffnung. Es ist kein Bereich, der uns dazu motiviert, dort nach Salz zu suchen“, so Kaup.
Mehr Abbau über die schneidende Gewinnung
Ein interessantes Detail: Die klassische Methode in Stetten war bislang die Salzgewinnung über die Sprengung von Gestein. Seit 2017 ist aber auch die sogenannte schneidende Gewinnung mit großen Fräsen im Bergwerk im Einsatz. Diese Vortriebstechnik soll noch mehr an Bedeutung gewinnen und wird im neuen Rahmenbetriebsplan verankert.
Die Einlagerung von mineralischem Abfallstoffen und Rückständen aus Verbrennungsanlagen unter Tage zur gesetzlich geforderten Stabilisierung des Bergwerks ist dagegen vom neuen Rahmenbetriebsplan für den Abbau nicht berührt. Dafür gibt es einen eigenen Betriebsplan, dieser wurde 2014 zugelassen und er gilt noch bis 2038.
Aufpassen auf mögliche Konflikte mit Windkraft
Der Ortschaftsrat war mit dem vorgestellten Plan einverstanden. Ortschaftsrat Walter Stocker wies noch auf ein mögliches Hindernis hin: Der Bergbau unter Tage könnte unter Umständen mit künftigen Standorten für Windkrafträder kollidieren. Volker Ehwald und Ludger Kaup kennen dieses Konfliktfeld. Man habe deshalb schon Gespräche mit dem Regionalverband Neckar-Alb geführt, versicherten die beiden.