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Salto Mortale in Rottweil Lockdown führt Zirkus an Grenze des Möglichen

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Der Zirkus Salto Mortale hat in Rottweil sein Lockdown-Quartier bezogen. Foto: Stapel

Dromedare, Kamele und Pferde sind derzeit mitten auf der Rottweiler Saline zuhause. Ein Zirkus hat dort sein Lockdown-Quartier bezogen. Die Zukunft ist ungewiss. Wir waren vor Ort und berichten in unserem (SB+)-Artikel von der aktuellen Situation.

Rottweil - Auf einem Privatgelände an der Tuttlinger Straße in Rottweil hat der Wanderzirkus sein Winterquartier eingerichtet. Die Zirkusfamilie ist ratlos, wie sie den zweiten Lockdown stemmen soll. Clowns, Artistik, Luftakrobatik und Tierdressur - im Wanderzirkus Salto Mortale gibt es sonst ein Programm für Groß und Klein. Gerade die Weihnachtszeit ist normalerweise ein Höhepunkt und lockt viele Besucher an.

Aber der zweite Lockdown hat dem Betrieb in neunter Generation einen Strich durch die Rechnung gemacht: "Wir haben in diesem Jahr lediglich fünf Wochen kassiert", betont Monika Bügler, Mitglied der 15-köpfigen Zirkusfamilie. "Schaustellerbetriebe sind arm dran. Wir dürfen nicht auftreten und müssen einfach unser Schicksal abwarten. Es ist eine Katastrophe."

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Vom Staat erhalte der Zirkus keinerlei Unterstützung. Die 71-Jährige betont, dass sie hauptsächlich auf Spenden angewiesen sind: "Wir sind sehr dankbar, dass wir hier auf diesem Gelände gastieren dürfen. Und wir erhalten Unterstützung von Landwirten aus der Umgebung, die uns Futter für unsere Tiere spenden." Die stehen für Salto Mortale an erster Stelle. "Die meisten Tiere haben wir selbst großgezogen, sie sind ein Teil unserer Familie", betont Enkelsohn Mike Bügler.

Hohe Kosten

Mehr als 30 Tiere gibt es im Zirkus - von Dromedaren, Kamelen, Pferden, Laufenten bis zu Ziegen. "Wenn die Tiere krank sind, kommt bei uns direkt der Tierarzt. Wir haben ein Gespür dafür", meint der junge Mann. Jedoch sind Impfungen und Kontrollen immer schnell mit hohen Kosten verbunden. "Für unsere Familie geben wir den letzten Groschen. Eigentlich haben wir auch immer einen für den Notfall übrig, aber sowas wie in diesem Jahr habe ich noch nicht erlebt", ergänzt Monika Bügler. "Unser Geld ist weg, wir hatten kaum Einnahmen aber trotzdem enorme Kosten."

Neben den Unterhaltungskosten für die Tiere sind auch Versicherungen zu bezahlen sowie die Versorgung der Familienmitglieder selbst. "Wir müssen nebenher arbeiten, sonst würde das kaum anders gehen", meint Toni Bügler, ebenfalls ein Enkelkind. "Wir sind auf Spenden angewiesen", betont Monika Bügler. "Wir dürfen nicht mehr auftreten. Was nächstes Jahr auf uns zukommt, ist ungewiss."

"Unsere Tiere stehen jetzt im Fokus"

Und wie sieht der Zirkusalltag ohne Auftritte aus? "Unsere Tiere stehen jetzt im Fokus", sagt Mike Bügler. "Wir trainieren weiter fleißig für unsere Auftritte, die hoffentlich bald wieder erlaubt werden." Dafür ist eine kleine Manege in einer Halle aufgebaut. "Sonst ist es wie immer: Es wird gefüttert, gemistet und geschmust."

Die Tiere stehen tagsüber draußen auf Paddocks und über Nacht in ihren Boxen, erklärt Mike Bügler. Die Verbindung zueinander sei nun das Wichtigste, um gemeinsam diese Zeit zu überstehen.

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