Ordnungsamtsleiter Paulus erläuterte, wo das erste Urnenfeld in „Salmessen“ und ein Aussegnungsplatz vorgesehen sind. Erweiterungen dürften erst in viel späterer Zeit erfolgen, nachdem das erste Areal Raum für 400 Urnen bietet. Im Gespräch ist der Ruhewald seit 2021. Damals fand eine Bürgerversammlung statt, in der das Projekt vorgestellt wurde. Es erhielt mehrheitliche Zustimmung aus der Bevölkerung. Seitherige Beschlüsse wurden vom Ortschaftsrat einstimmig gefasst. Foto: Matthias Badura

Die Belegung des Salmendinger Ruhewaldes könnte im kommenden Frühjahr beginnen. Die große Unbekannte im Zeitplan ist die Dauer des Genehmigungsverfahrens.

Man wollte schon viel weiter sein. Doch bekanntlich machte ein Sturm den Zeitplan zunichte: 2023 verwüstete ein Orkan den für einen Ruhewald vorgesehenen Baumbestand in der Salmendinger Forstabteilung „Salmessen“, am Albtrauf unweit des Kornbühls gelegen. Das Vorhaben war damit in diesem Gebiet zunichtegemacht. Man musste ausweichen und mit der weitgehend fertigen Planung ganz von vorne beginnen.​

 

Am Montag, 1. Juni, stellte Burladingens Ordnungsamtsleiter Martin Paulus im Beisein von Bürgermeister Davide Licht und dem Ortschaftsrat interessierten Salmendinger Mitbürgern den aktuellen Stand vor. ​

Das neu ausgewiesene Gebiet in „Salmessen“ ist demnach kartografiert, die Bäume, um die herum jeweils zwölf, in anderen Fällen sechs Urnen bestattet werden, sind ausgewiesen.

Bäume wurden entnommen

​Wie Paulus sagte, wurde der Bestand einmal durchforstet, ein zweiter Durchgang folgt. Entnommen wurden Bäume, die ein Sicherheitsrisiko für Beerdigungsgesellschaften und Besucher darstellen. Stehen bleiben solche, die sich als Mittelpunkt für die Urnen eignen, aber auch andere. „Es entsteht kein Park. Der Waldcharakter soll ja erhalten bleiben“, so Paulus.​

Weiterhin ist geplant, dass Interessenten eigene Bäume pflanzen können, unter denen später ihre sterblichen Überreste und die von Verwandten oder Freunden gemeinsam ihre letzte Stätte finden. Natürlich müssen auch diese Wunschbäume dem Charakter der Anlage entsprechen.​

Platz für 400 Urnen​

Das Gebiet umfasst mehrere Hektar, erschlossen wird zunächst jedoch nur ein kleinerer Teil. Immerhin finden hier 400 Urnen Platz. Vorgesehen sind außerdem ein Parkplatz, eine Aussegnungsstätte und ein Aussichtspunkt mit Blick ins Albvorland nach Westen hinüber. Der Ruhewald, erinnerte Paulus, soll auch als Erholungsraum für Spaziergänger dienen.

Anmeldungen liegen bereits vor, sogar eine Urne wartet in einem Bestattungsunternehmen bereits darauf, hier in die Erde gesenkt zu werden. Der Ruhewald, das sagte dazu der Bürgermeister, steht als Ruhestätte allen offen, also nicht nur Bürgern der Stadt Burladingen. (Das gilt, wie auf jedem Friedhof auch hinsichtlich der Konfessionen.)​

Kein alltägliches Verfahren​

Nicht gesprochen wurde über die Gebühren. Gleichfalls nicht fix ist der Zeitpunkt, wann der Friedhof in Betrieb geht. Der Ortschaftsrat des Dorfes stimmte am Montag zu, dass das Genehmigungsverfahren – zuständig ist das Landratsamt in Balingen – zügig auf den Weg gebracht wird. Der Gemeinderat dürfte diesen Beschluss in seiner kommenden Sitzung bestätigen. Offen ist die Frage, wie lange das Verfahren dauert. „Friedhöfe werden nicht jeden Tag genehmigt“, gab der Bürgermeister zu bedenken. ​

Die Hoffnung zur Inbetriebnahme liegt auf einem Termin zu Beginn oder Mitte des kommenden Jahres.

​Von den Erschließungsarbeiten könnte auch der Ortsfriedhof bei der Kornbühlhalle profitieren, an dem verschiedenes ausgebessert und verschönert werden müsste. Hier soll ebenfalls die Möglichkeit von Urnenplätzen unter einem Baum geschaffen werden. ​

Anmeldung wie bisher​

„Wo meldet man eine Bestattung im Ruhewald an?“, wollte ein Bürger in der nachfolgenden Ortschaftsratssitzung erfahren. Wie bisher, lautete die Antwort von Ortsvorsteher Heimann: „Bei der Verwaltung und oder beim gewünschten Beerdigungsinstitut.“​