Wie war das noch mit der bedeutenden Salzgewinnung in Rottweil? Im Museum am Unteren Bohrhaus vollziehen das viele Besucher nach.
Idyllisch umgeben von Obstbäumen stehen, die Gebäude des Salinenmuseums „Unteres Bohrhaus“ in den Primwiesen und ziehen unweigerlich die Blicke der zahlreichen Radfahrer und Fußgänger auf sich. Das Museum erzählt ein Stück Rottweiler Stadtgeschichte. Denn hier kann man sich anschauen, wie in Rottweil einst Sole, das so genannte „Weiße Gold“ gewonnen wurde.
Im Jahr 1969 wurde die Saline Wilhelmshall stillgelegt. Der Solebadverein hatte das „Untere Bohrhaus“ 1976 erworben und sukzessive mit allerlei Relikten der einstigen Soleförderung bestückt. Seit 1982 gibt es das Museum. 1983 wurde der Rundbehälter dort aufgestellt, der mittlerweile allerdings deutlich in die Jahre gekommen ist, wie Fördervereinsvorsitzende Martina van Spankeren-Gandhi und Ausschussmitglied Wolfram Langbein beim Rundgang aufzeigen. „Aber Hilfe für unseren ‚Sternenhimmel‘ ist in Sicht“, sagen die beiden erleichtert.
Beim Betreten des Rundbaus wird schnell klar, was damit gemeint ist: Beim Blick nach oben blitzt an vielen Stellen die Sonne durch kleine und größere Löcher in den Holzschindeln. Wasser dringe ein, und die Feuchtigkeit sei aus dem Gebäude kaum noch herauszubekommen.
Freude ist groß
Kürzlich hat der Gemeinderat der Sanierung des Rundbaus zugestimmt, denn 1983 hatte die Stadt die Gebäude vom Solebadverein, dem Vorgänger des heutigen Fördervereins zurückgekauft. Betrieben wird das Museum vom Förderverein.
Die Freude über die anstehende Sanierung beim Verein ist groß. „Es wurde bislang immer wieder nachgebessert, und wir haben getan, was möglich war. Aber es geht auch um die Sicherheit der Besucher“, sagt Martina van Spankeren-Gandhi und zeigt auf, wie marode die Schindeln bereits sind.
Hülle aus Holzschindeln ist anfällig
Der Rundbau war einst ein Prototyp. Die anderen Rundbehälter, die heute in Bad Dürrheim stehen, sind nicht mit Holzschindeln, sondern Ziegeln bestückt, wie sie erklärt. Von den Ziegeln könne das Wasser viel besser ablaufen als von Holz. Auch der Mittelpfosten, der ursprünglich nicht geplant war, aber die große Kuppel mit der Glashaube stützt, sei marode. Es gibt also einiges zu tun.
„In der nächsten Saison wird der Rundbehälter wohl geschlossen sein“, vermutet die Fördervereinsvorsitzende. Die Exponate werden während der Bauphase wohl in einem Container eingelagert. „Dann wird es nur Führungen in den Bohrhausgebäuden geben“, plant sie. Aber diese seien wichtig, denn das Interesse an dem Museum ist groß. Die Gebäude seien zudem sehr gefragt.
Gebäude sind stark nachgefragt
Nahezu jedes Wochenende finden hier Hochzeiten oder Familienfeiern statt. Eine gute und wichtige Einnahmequelle für den Förderverein, wie van Spankeren-Gandhi und Langbein betonen.
Programm lockt zahlreiche Gäste
Auch das Open-Air-Kino-Festival in Kooperation mit dem Central-Kino Rottweil ist etabliert und lockt Jahr für Jahr zahlreiche Besucher an. Heuer findet es wieder vom 11. bis 13. Juli mit interessanten Filmen und Unterhaltungsprogramm statt.
„Und unser Bohrhausfest lockt Jahr für Jahr viele junge Familien aufs Gelände. Das ist ganz wunderbar“, so Martina van Spankeren-Gandhi. Ideen, wie die Baustellenzeit gestaltet werden könnte, die gibt es bereits, aber noch keine genauen Pläne. „Das ist ja alles noch ganz frisch“, lässt sie wissen.
Weitere Restaurierungen laufen bereits
Das Wasserrad werde derzeit ebenfalls restauriert. „Stefan Widmer ist hier immer zur Stelle, wenn es etwas zu tun gibt. Die Unterstützung von Seiten der Stadt ist groß“, lobt sie. Alles, was geht, würden die Vereinsmitglieder auch selbst in Ordnung bringen. „Wir sind hier gut beschäftigt“, so Martina van Spankeren-Gandhi.
Wer sich die Ausstellung im Rundbehälter noch anschauen möchte, der hat in dieser Saison noch ausreichend Gelegenheit. Das Museum ist sonn- und feiertags von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet, und es gibt auch Führungen. Das Salinenmuseum „Unteres Bohrhaus“ ist übrigens das einzige Museum am oberen Neckar, das die Salzgewinnung in der Region vom Mittelalter bis heute dokumentiert.
Weitere Informationen unter www.salinenmuseum-rottweil.de