Es fehlen Bademeister - in fast allen deutschen Bädern. Das Panorama-Bad in Freudenstadt hingegen sieht sich als gut aufgestellt für die Saison. Was macht es anders?
Anfang Mai, die ersten Wochen mit mehr als 20 Grad pro Tag – es ist also Zeit, die Freibad-Saison zu eröffnen. Doch viele deutsche Freibäder berichten derzeit, dass sie vor großen Herausforderungen stehen und ihre Öffnungszeiten drunter leiden könnten. Ein häufig genannter Grund: Der Mangel an Bademeistern.
Stellen mit Mini- oder Ferien-Jobbern, etwa an der Kasse im Eingangsbereich, zu besetzen, ist seit vielen Jahren für Freibäder unverzichtbar. Doch wenn Fachkräfte fehlen, um die Schwimmbecken zu beaufsichtigen, dann bleibt vielen Bädern nur eines übrig: schließen. Darüber berichten aktuell einige Medien.
Im Panorama-Bad in Freudenstadt sieht das anders aus: Christiane Wagner, Marketing-Leiterin der Stadtwerke Freudenstadt Bäderbetrieb, berichtet im Gespräch mit unserer Redaktion zwar nicht von einem immensen Zulauf an Bademeistern, dennoch sei jede Stelle gut besetzt. Was macht das Bad aus Freudenstadt anders als viele andere Bäder?
„Es hat auch schon andere Zeiten gegeben“
Los geht es offiziell am 21. Mai in Freudenstadt: Ab dann kann man im Panorama-Freibad von Dienstag bis Sonntag planschen, schwimmen oder sich sonnen. Dass der Start der Saison überhaupt reibungslos vonstatten gehen kann, ist für viele Bäder ein Wunsch-Szenario. Auch verändere sich nichts an den Öffnungszeiten und Eintrittspreisen , sagt Wagner.
Dass viele Freibäder zum Auftakt der Saison jedoch kaum eine andere Wahl als eine Preis-Erhöhung haben, sieht sie auch. Es seien unattraktive Arbeitszeiten, man müsse auch in den Ferien und an Feiertagen arbeiten, sagt Wagner. Auch sei die dreijährige Ausbildung zum Bademeister sehr anspruchsvoll – das würden viele Menschen heutzutage nicht mehr machen wollen.
„Es hat auch schon andere Zeiten gegeben“, räumt Wagner ein. Doch diese seien schon lange vorbei. Vor allem, seit es das Freibad gebe, meint sie. Dass das Panorama-Bad nicht nur über ein Innen- oder Außenbad verfügt, sondern beides hat, habe einen großen Unterschied gemacht. Und seither laufe es besser.
So müsse sich das Bad keine Sorgen um genügend Bademeister oder Rettungsschwimmer machen. Auch sei von großem Vorteil, dass das Hallenbad ganzjährig geöffnet sei. Vor allem, falls wie 2025 der Sommer eher an einen verfrühten Herbst erinnert. „Wir haben seit vergangenem Sommer eine Schlecht-Wetter-Regel - wenn es den Besuchern also für das Freibad zu kalt ist, ist das Hallenbad gerichtet“, erklärt die Leiterin.
Dass viele Bäder in den vergangenen Jahren schließen mussten, weil sie zu wenig Personal hatten, führt sie in Teilen auf die Arbeit der zuständigen Kommunen zurück. „Wenn den Kommunen das notwendige Geld fehlt, kann einfach nicht mehr so investiert werden – das Gleiche ist es in der Gastronomie“, meint Wagner.
„Nein“ zu Kurz-Ausbildungen, „Ja“ zu KI-Kameras
Medienberichten zufolge seien Lösungsansätze etwa Kurz-Ausbildungen für die reine Aufsicht, die in wenigen Wochen zu „Light-Bademeister“ anlernen. Solche Ausbildungen hält sie für deutlich zu unzureichend. Das Panorama-Bad bilde selbst aus und die dreijährige Ausbildungsdauer sei in ihren Augen notwendig, um das zu lernen, was die Tätigkeit erfordert.
Auch wird mittlerweile Medien zufolge häufig über KI-Kameras diskutiert. Hierzu sagt sie: „Wir waren 2023 eines der ersten Bäder Deutschlands, die so eine hatte.“ Von 2024 bis zu diesem Jahr sei die KI-Kamera aus Datenschutzgründen außer Betrieb gewesen. Doch da sich die Regelungen nun geändert hätten, könnten sie wieder verwendet werden.
Dabei betont Wagner jedoch, dass sie ausschließlich im Innenbereich unterstützen sollen, also alarmieren, wenn sich ein Besucher für eine bestimmte Zeit nicht im Wasser bewegt. Dass die KI-Kameras echte Fachkräfte ersetzen werde, stellt sie jedoch in Frage. Eine Kamera könne nun mal keinen Menschen aus dem Wasser retten. Das zeige, wie wichtig diese Arbeit sei.