Neuzugang Michael Gregoritsch feierte einen gelungenen Einstand. Foto: Eibner/Hubbs

Die Saisoneröffnung des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg hat am Wochenende viele Fans angelockt. In den Testspielen gegen Rayo Vallecano und Stade Rennes war die Mannschaft von Trainer Christian Streich im Europa Park-Stadion doppelt erfolgreich.

Nur einen Tag nach der Rückkehr aus dem Trainingslager stand für die Mannschaft des Freiburger Trainerteams die nächste Probe vor dem Saisonstart auf dem Programm. Zum Doppeltest im Rahmen der Saisoneröffnung ging es im frühen Spiel des Samstagnachmittags gegen den spanischen Erstligisten Rayo Vallecano.

Munterer Beginn im Europa Park-Stadion

Beinahe hätte sich der Sport-Club bereits in der zweiten Spielminute als etwas zu großzügiger Gastgeber erwiesen. Radamel Falcao erlief einen zu kurzen Rückpass in Richtung Freiburger Sechzehner und schlenzte das Kunstleder in Richtung rechtes Toreck. Noah Atubolu konnte das fast sichere Gegentor mit einem tollen Reflex verhindern. Da sich die Freiburger Defensive in der ersten halben Stunde die ein oder andere Unachtsamkeit leistete, musste der junge Keeper sein Können auch in der Folge noch mehrfach demonstrieren (8., 32.).

Dass die Partie schnell an Fahrt aufnahm, zeigte sich eine Zeigerumdrehung später auch auf der anderen Seite des Feldes, wo Stole Dimitrevski einen Kopfball von Yannik Keitel aus kürzester Distanz sehenswert von der Linie kratzte.

Auf dem Stadionvorplatz hatten vor Spielbeginn die jungen SC-Fans beim Torwandschießen Treffsicherheit beweisen können, auf dem Rasen des Europa-Park Stadions war es der Sport-Club, der nach 17. Minuten netzte. Eine Flanke von Roland Sallai fand am kurzen Pfosten Hugo Siquet, von dessen Kopf das Spielgerät zur Freiburger Führung im Tor landete.

Der Belgier sollte auch beim 2:0 kurz vor der Pause eine entscheidende Rolle spielen. Nach Flanke des für den angeschlagenen Lukas Kübler eingewechselten Kimberly Ezekwem gewann Siquet auf Höhe der Grundlinie das Kopfballduell mit seinem Gegenspieler und legte zurück an den Fünfer, wo Nils Petersen – ebenfalls per Kopf – das 2:0 markierte (43.).

Für die Gäste aus dem Madrider Stadtviertel Vallecas war das Kräftemessen mit dem Sport-Club der erste Test der Vorbereitung. Ein Umstand, der sich auf dem Rasen nicht bemerkbar machte. Der spanische Erstligist spielte munter mit und erwies sich als ebenbürtiger Sparringspartner.

Ezekwem trifft zum Endstand

Dennoch erhöhte der SC zehn Minuten nach dem Seitenwechsel auf 3:0. Am Ende einer starken Kombination über Roland Sallai, Ritsu Doan und Hugo Siquet verwertete der mitgelaufene Kimberly Ezekwem die flache Hereingabe des Belgiers aus zehn Metern ins kurze Eck (55.).

Während die meisten Akteure auf Seiten der Breisgauer die Möglichkeit bekamen, sich über 90 Minuten zu zeigen, wechselte Rayo-Coach Andoni Iraola in der zweiten Halbzeit munter durch. Auch wenn Niveau und Tempo der Partie hoch blieben, nahm die Zahl der Torraumszenen mit zunehmender Spieldauer langsam aber sicher ab. Die Elf des Freiburger Trainerteams stand sicher, ließ nicht mehr viel zu und gewann das erste Testspiel des Tages schließlich mit 3:0.

Der Sport-Club spielte mit: Atubolu (45., Uphoff) – Kübler (26., Ezekwem), Gulde, Schlotterbeck, Siquet – Doan, Keitel, Wagner, Weißhaupt – Sallai, Petersen

Gregoritsch mit Premierentor gegen Stade Rennes

Zum zweiten Spiel der Saisoneröffnung empfing der Sport-Club den französischen Erstligisten und Europa-League-Teilnehmer Stade Rennes. Nach dem 3:0-Sieg im ersten Spiel gegen den spanischen Vertreter Rayo Vallecano wollte auch die später an diesem Samstag eingesetzte SC-Mannschaft den rund 13.000 Zuschauern im Europa-Park Stadion etwas bieten.

Zunächst setzten jedoch die Gäste aus der Bretagne offensive Akzente. Bereits in der zweiten Minute war SC-Keeper Mark Flekken bei einem Schuss von Gaetan Laborde gefordert. Drei Minuten später musste Romain Salin im Tor der Gäste bei einem verdeckten Schlenzer von Vincenzo Grifo zum ersten Mal eingreifen. Kurz darauf scheiterte der Italiener aus aussichtsreicher Position erneut an Salin, stand beim Zuspiel von Maximilian Eggestein jedoch auch hauchzart im Abseits (9.).

Pfosten verhindert Eigentor der Gäste

Den Führungstreffer für den Sport-Club, bei dem die Neuzugänge Matthias Ginter und Michael Gregoritsch in der Startelf standen, erzielte dann nach zwölf Minuten beinahe ein Spieler von Rennes. Nach einer sehenswerten Kombination von Vincenzo Grifo und Christian Günter über die linke Seite lenkte Noah Francoise eine flache Günter-Hereingabe an den Pfosten.

Die Gäste mit dem ehemaligen Freiburger Baptiste Santamaria in der Startelf beendeten die abgelaufene Ligue-1-Saison auf einem beachtlichen vierten Platz und präsentierten sich auch in der ersten Halbzeit in guter Frühform. Gaetan Laborde setzte nach einer Flanke von der rechten Seite zum Seitfallzieher an – und auch wenn er nur SC-Verteidiger Kiliann Sildillia traf, erhielt er dafür sogar Applaus von den Zuschauern auf der Südtribüne (20.).

In einer auf hohem taktischen Niveau geführten Begegnung dauerte es eine Weile, bis sich der SC weitere Chancen erspielte. Maximilian Eggestein probierte es nach 39 Minuten mit einem wuchtigen Linksschuss aus 15 Metern, der Romain Salin jedoch vor keine größeren Probleme stellte. Es blieb beim 0:0 zur Pause.

Die Gäste aus Frankreich wechselten zur Pause munter durch, das Freiburger Trainerteam nahm dagegen keine Änderungen vor. Torchancen blieben jedoch weiterhin Mangelware. Nach 52 Minuten verfehlte Serhou Guirassy, der in der Vergangenheit auch schon beim 1. FC Köln unter Vertrag stand, das Tor aus kurzer Distanz deutlich.

Gregoritsch trifft beim Heim-Debüt

Der SC hatte in der Folge die größeren Spielanteile und nutzte diese dann nach 71 Minuten auch zur Führung. Eine Flanke von Kiliann Sidillia landete bei Wooyeong Jeong, der den Ball zu Michael Gretoritsch weiterleitete. Der Neuzugang aus Augsburg hatte dann keine Mühe, diesen aus kurzer Distanz im Tor unterzubringen.

Der Treffer wirkte wie ein Wachmacher für die zuvor immer passiver werdenden Gäste: Nur zwei Minuten nach der Freiburger Führung knallte Benjamin Bourigeaud das Kunstleder aus 18 Metern ansatzlos an die Unterkante der Latte und verpasste den schnellen Ausgleich nur denkbar knapp.

Der Sport-Club verteidigte bis zum Schluss aufmerksam und so gewannen die Breisgauer auch ihr zweites Spiel des Tages. SC-Trainer Christian Streich resümierte nach beiden gespielten Partien: "Ich bin nicht unzufrieden heute. Die Stabilität war über beide Spiele ordentlich. Wir haben zwar 3:0 und 1:0 gewonnen, beide Gegner hatten aber auch Chancen. Man darf die Siege nicht überbewerten."

Der Sport-Club spielte mit: Flekken – Sildillia, Ginter, Lienhart, Günter – Schmid (56., Burkart), Höfler, Eggestein, Grifo – Jeong, Gregoritsch (83. Vermeij).