Christine Kluge (links) und Bürgermeisterstellvertreter Jürgen Vosseler gehörten zu den ersten Badegäste, die ihre Runden im elf Grad kühlen Naturbad Troase drehten. Foto: Ingrid Kohler

Mit freiem Eintritt für alle, musikalischen Sommerhits, Fassanstich, Freibier und dem obligatorischen Anbaden wurde die Saison 2026 im Naturbad Troase eröffnet.

​ Zugegeben, der erste Badetag in der Troase war tatsächlich nur etwas für die ganz Harten, dennoch ließen es sich einige Stammgäste und mittags und dann auch einige Kinder nicht nehmen, ins tatsächlich noch sehr kühle Nass des Trossinger Naturbades zu springen oder die 83 Meter lange Rutsche hinunter zu sausen.

 

„Die Eisheiligen stecken noch im Naturbad“, sagte Bürgermeisterstellvertreter Jürgen Vosseler, der die ersten Gäste bei traditionell freiem Eintritt zum Saisonstart, begrüßte. „Doch das Bad und die ganze Anlage präsentieren sich in ausgezeichneter Form, dank dem Team um Badleiter Daniel Sasse, Mario Schneider, Leo Reister und Edvard Horvart“, die wochenlang die Troase auf „Hochglanz“ gebracht hatten.

Sein besonderer Dank galt auch Harald Kirschning, der seit März das Team zwei Mal wöchentlich ehrenamtlich unterstützt. Immerhin ist die Troase auch dessen Kind.

Harald Kischning viele Jahre im Einsatz

Als Vorstandsmitglied des ehemaligen Fördervereins Schwimmsport kennt Harald Kischning das Naturbad wie seine Westentasche. Er hat seit dem Jahr 2004, als das alte Freischwimmbad in ein Naturbad umgebaut wurde, bis zur Auflösung des Vereins gemeinsam mit vielen weiteren Mitgliedern unzählige Stunden und viel Energie dafür aufgebracht, dass die Troase Jahr für Jahr für die vielen Badegäste zu einem ganz besonderen Wohlfühlort wurde.

Jürgen Vosseler wünschte allen „eine tolle unfallfreie Badesaison“, um danach mit dem obligatorischen Fassanstich die Saison 2026 zu eröffnen. Seine selbst gesetzte Vorgabe „zwei Schläge müssen reichen“, sollte dann mit etlichen weiteren Versuchen in einer Bierdusche für den Bäderleiter Daniel Sasse, der beim Anstich assistierte, enden.

Ziel 100 Meter

Jürgen Vosseler war es dann auch, der gemeinsam mit Christine Kluge und Alexander Kracht sich in das, dank der „Kalten Sophie“, die tags zuvor die Eisheiligen beendete, am Spätvormittag bei elf Grad Lufttemperatur, ins nur ebenso elf Grad warme Troasewasser stürzte.

„Wir sind heute als Tauchsieder hineingegangen“, erklärte er danach schmunzelnd. „Erst mal schauen, wie es sich heute anfühlt“, meinte Alexander Kracht, der als Ziel 100 Meter schwimmen im Auge hatte und dies auch durchgezogen hat.

Kracht zählt immer zu den unermüdlichen Schwimmern, besucht auch noch andere Frei- und Hallenbäder und hat es dennoch, so wie auch Monika Bachmann, 2025 an den insgesamt 120 Badetagen geschafft, 110 Mal die Troase zu besuchen. Die Saison im vergangenen Jahr ging vom 18. Mai bis 14. September.

Bereits am Sprungturm und später an der Rutsche freuten sich Silke und Daniel Mertmann aus Villingen mit ihren Kindern Lars, Clara sowie deren Freundin Melissa, dass die Troase wieder geöffnet hat. „Wir sind bei jedem Saisonstart hier, wie auch beim Saisonabschluss und zwischendurch so oft wie möglich“, erzählt Silke Mertmann. „So kalt wie heute war das Wasser noch nie, aber wir lieben das Naturbad den ganzen Sommer über.“ Vor allem die Rutsche sei „mega“ und „die Kinder haben hier überall ihren Spaß“.

Eine ganz besondere Rutsche

Dass die Rutsche im Trossinger Naturbad etwas ganz Besonderes ist, ist über die Region hinaus bekannt. Dass sich aber Kinder auf die „Tigerrutsche“ freuen, ist neu und hat eine ganz einfache Erklärung. Die Rutsche wurde, damit sie sich auch farblich in die Natur einfügt, nicht in einer grellen Farbe, sondern in einer Holzoptik gebaut. Doch die Fantasie von Kindern scheint unbegrenzt, sehen sie darin ein „Tigermuster“.

Zwischenzeitlich kamen weitere Gäste, die meisten aber ohne Badetaschen, um einfach einen schönen Tag im Naturbad zu erleben, bei „poppigen Sommerhits“, gespielt von einem Trio der Hochschule für Musik mit Martin Teichert am Klavier, Matthis Schuller an der Gitarre und Gesang sowie als Sängerin Selin Solak.

Das Team des Troase-Kiosk sorgte für die Bewirtung und wie immer gab es am Stand der DLRG-Ortsgruppe Trossingen, die auch in dieser Saison an den Wochenenden mit Wachdiensten für die Sicherheit der Badegäste sorgen wird, Kaffee und Kuchen.

Die Troase ist täglich bis voraussichtlich zum Ende der Schulsommerferien am 13. September täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Letzter Einlass ist jeweils um 19 Uhr.