Jubelnde Eisbären (Parker Tuomie, links), frustrierte Schwenninger (Torwart Patrik Cerveny, am Boden): So sah es am Mittwochabend in Berlin aus. Foto: Eibner

Vier Spiele, vier Niederlagen, 21 Gegentore, verletzte Profis: Schwenningen hat acht Tage hinter sich, die am Ende entscheidend in Sachen Play-offs sein könnten.

Süd-Direktkontrahent Straubing hat die Wild Wings am Mittwochabend schon überholt, hat dazu ein Spiel weniger ausgetragen. Klar ist seit dem 2:6 bei bissigeren Eisbären aus Berlin: Aus eigener Kraft können die Neckarstädter das Viertelfinal-Ticket nicht mehr lösen.

Der Spielverlauf

Den Start verschlafen (0:2-Rückstand nach sieben Minuten), gute Moral gezeigt (2:2-Ausgleich durch Daniel Pfaffengut, 15.), zwei weitere Gegentore innerhalb von 41 Sekunden (Parker Tuomie und Jonas Müller, 26.) und danach trotz aller Bemühungen kein weiterer Eintrag auf dem eigenen Scoreboard: Schwenningen unterlag trotz eines ausgeglichenen Schussverhältnisses und mehr Überzahlmöglichkeiten verdient den Eisbären, die damit nach zwei Klatschen gegen München wieder in die Erfolgsspur fanden. "Wir hatten einen Alptraum-Start, haben uns danach zurückgekämpft. Nach den beiden schnellen Gegentoren im zweiten Drittel war es aber schwer", gratulierte Coach Niklas Sundblad dem Spitzenreiter des DEL-Nordens. "Bei uns war nach den Niederlagen gegen München Wiedergutmachung angesagt", sah Eisbären-Bändiger Serge Aubin den 6:2-Sieg seiner Schützlinge als wichtiges Signal für die letzten Hauptrundenspiele.

Die drei Torhüter

In diesen soll Schwenningens Stammtorhüter Joacim Eriksson der zuletzt wackligen Defensive zur notwendigen Stabilität verhelfen. Die Wild Wings hoffen, dass der aus seiner Heimat zurückgekehrte Schwede bis zum Spiel am Samstag gegen Berlin das Okay der Behörden bekommt. Backup Patrik Cerveny verletzte sich beim dritten Eisbären-Treffer am Unterkörper. Für den 24-Jährigen kam mit Luis Benzing ein Eigengewächs zu seinem DEL-Debüt. "Luis hat einige starke Saves gezeigt", gab es von Sundblad ein Sonderlob. In der Tat – eine Fangquote von 92,3 Prozent spricht für den 21-Jährigen. "Ich war schnell im Spiel und dann lief es ganz ordentlich", bilanzierte Benzing. Auch dieser hofft, dass nicht nur Cerveny schnell wieder fit ist, sondern auch der ebenfalls verletzte Maximilian Hadraschek. Bei beiden stehen genauere Diagnosen noch aus.

Der Ausblick

Fünf Spiele innerhalb von acht Tagen, 15 noch zu vergebene Punkte: Schwenningen hat zunächst am Samstag (14.30 Uhr) schon die Möglichkeit zur Revanche gegen Berlin. Nach den Partien in Krefeld (12. April), in Iserlohn (13. April), gegen Krefeld (16. April) und gegen Köln (18. April) wird dann endgültig feststehen, ob sich die Wild Wings, so Stürmer Daniel Pfaffengut, für eine – trotz der jüngsten Ergebniskrise – starke Saison auch "krönen" können.

Dafür, so Sundblad, "müssen wir uns aber gerade in der Defensive verbessern". Der Coach erwartet weiter eine enge Kiste im Kampf um die vierte und letzte Play-off-Karte im Süden. "Das könnte sich erst am letzten Spieltag entscheiden."

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