Über die Zukunft des Hallenbads wurden sich Junginger Gemeinderat und Bürgermeister schon im Mai nicht einig. Seither hat man nichts mehr von dem Thema gehört. Bis jetzt.
Wird es vielleicht im Januar doch noch etwas mit Schwimmvergnügen im Killertal? Im Mai hatte Bürgermeister Oliver Simmendinger wegen der miesen Haushaltslage der Gemeinde im Gemeinderat den Vorschlag gemacht, die Saison im Hallenbad zu verkürzen und dieses erst mit Beginn des neuen Jahres zu öffnen.
Diese Idee hatte ihm allerdings eine ziemliche Breitseite aus dem Gemeinderat eingebracht. Die Mehrheit des Gremiums wollte diesen Kompromiss nämlich nicht mittragen, beschlossen wurde aber nichts.
Finanzlager der Gemeinde lässt Öffnung nicht zu
Jetzt hat Simmendinger wohl endgültig aufgegeben: Das Bad bleibt komplett geschlossen. Der Haushalt lasse eine Öffnung nicht zu, antwortet er auf eine entsprechende Nachfrage. Auch im Nachrichtenblatt der Gemeinde geht der Schultes auf die Situation ein und verweist auf eine „insgesamt angespannte Finanzlage der Gemeinde“.
Allein für die Inbetriebnahme des Bades würden laut ihm Ausgaben zwischen 50 000 und 60 000 Euro fällig. In den vergangenen Jahren, so Simmendinger, habe die Hallenbad-Öffnung von November bis Mai die Gemeinde zwischen 250 000 und 300 000 Euro gekostet. Pro Saison seien knapp 3000 Eintrittskarten verkauft worden. Um kostendeckend zu wirtschaften, müsste eine Karte also 100 Euro kosten.
Was passiert mit dem Schwimmunterricht?
Bleibt das Bad zu, hat man allerdings ein Problem mit dem Schwimmunterricht der Grundschule. Der war bei der Aussprache im Mai vom Bürgermeister und von Schulleiter Tobias Lillge als wichtiger Grund für die Öffnung des Hallenbads genannt worden. Dies sei ein unverzichtbarer Bestandteil des Schulstandorts Jungingen.
Eine Lösung, wohin man den Schwimmunterricht verlegen könnte, gibt es momentan jedoch nicht. Ausweichmöglichkeiten, so argumentierte damals Lillge, seien nicht so leicht zu finden, weil zum Beispiel das Hechinger Hallenbad ausgelastet sei.
Einrichtung stammt aus den goldenen Zeiten
Dass sich das nur annähernd 1400 Einwohner große Jungingen ein Hallenbad und ein Freibad leisten kann, stammt noch aus den goldenen Wirtschaftszeiten. Die liegen bei der Gemeinde aber schon eine Weile zurück, inzwischen hat die allgemeine Flaute auch die Hauptgemeinde des Killertals erreicht.
Trotzdem ist vor nicht allzu langer Zeit ins Hallenbad investiert worden. Dann aber gab es neue Technikprobleme und gleichzeitig Personalmangel, so dass in der Saison 2024/2025 die erste Zwangspause eingelegt wurde. Die wird jetzt um mindestens eine Saison verlängert.
Schlägt der Bürgermeister einen neuen Kurs ein?
Zwar hat sich Bürgermeister Simmendinger in der Vergangenheit immer wieder für das Bad eingesetzt – auch mit der Betonung darauf, dass bei einer Schließung die bisherigen Investitionen vergeudet wären – aber nun scheint er einen anderen Kurs einzuschlagen. Die Beratung über die Zukunft des Hallenbads soll spätestens im zweiten Quartal 2026 in den Gemeinderat kommen. Simmendinger: „Bis dahin werden alle Beteiligten um Geduld gebeten.“
Sollte es dann einen Gemeinderatsbeschluss zur Komplettschließung geben, „werden wir nach Alternativen suchen“, verspricht der Bürgermeister. Erste Gedanken, Ideen und Möglichkeiten seien ja bereits angesprochen worden.
Käme es zu einem Hallenbad-Aus, würden sich diejenigen Stimmen im Gemeinderat durchsetzen, die schon im Mai dafür plädiert hatten, die Einrichtung wegen der Finanzmisere der Gemeinde dauerhaft zu schließen.