Die Marketenderin Baltrun (Barbara Schmidtke und weitere Darstellerinnen vom Freien Theater Bad Liebenzell) trug die Sage vom Riesen Erkinger in passender Kleidung aus der damaligen Zeit sehr eindrücklich vor. Foto: Judith Ketterle

Zum ersten Mal seit 2019 hat die Stadt Bad Liebenzell das Riese Erkinger Fest gefeiert. Beim bunten Rahmenprogramm ging es um den Riesen Erkinger, der ein schlimmer Geselle gewesen sein soll. Beim Fest herrschte trotz Regen eine gute Stimmung.

Endlich hat es seit der Corona-Krise wieder ein Riese Erkinger Fest gegeben. Das Fest wurde in der Stadtmitte von Bad Liebenzell gefeiert. Das Wetter zeigte sich nicht von seiner besten Seite, was die gute Stimmung aber nicht trübte.

 

Die Marketenderin Baltrun (Barbara Schmidtke und weitere Darstellerinnen vom Freien Theater Bad Liebenzell) trug die Sage vom Riesen Erkinger in passender Kleidung aus der damaligen Zeit sehr eindrücklich vor. Der Sage nach (Württembergische Volksbücher, Sagen und Geschichen) war der Riese Erkinger ein böser Räuber und Menschenfresser. Er raubte den Bauern ihre Bräute, schleppte sie mit in seine Burg und fraß sie dort im Turm auf. Die Gebeine der Menschen warf er zum Fenster hinaus - auf immer die gleiche Stelle - und der entstandene Berg ist der heutige Teilort von Bad Liebenzell - nämlich Beinberg.

Burg belagert

In ihrer Not wandten sich die Einwohner an den Markgrafen von Baden und flehten um Hilfe. Dieser verbündete sich mit dem Pfalzgrafen Rupprecht und belagerte mit einem großen Heer die Burg des Riesen. Sie ließen den Eingang zum Turm zumauern, in dem der Erkinger sich versteckt hatte. Der Riese wollte weder verhungern noch sich ergeben und nahm sich daher das Leben, indem er sich vom Turm hinabstürzte. In der szenischen Darstellung gelang dem wütenden Riesen die Flucht und er wurde seitdem nicht mehr gesehen.

Zum Rahmenprogramm des Festes zählte auch das Schnitzen von Wanderstöcken mit dem Schwarzwaldverein, was vor allem bei Kindern sehr beliebt war. Vor der Stadtbibliothek gab es einen Bücherflohmarkt sowie eine Erkinger-Schatzsuche. Für die Kinder durften die Glitzer-Tattoos und das Kinderschminken nicht fehlen. Dafür lohnte sich ein längeres Anstehen. Strahlende Kinderaugen gab es ebenso bei der Ballonkünstlerin.

Zum ersten Mal präsentierten sich auch einige Bad Liebenzeller Vereine wie die Steuerungsgruppe Fairtrade Town, der ADAC-Ortsclub, die Unabhängige Liste sowie das Burghalde Heil-und Erziehungsinstitut und informierten über ihre Angebote.

Auf dem Marktplatz befand sich die Bühne. Dort sollte es ein buntes Festprogramm geben. Aufgrund des Regens planten die Organisatoren kurzfristig um. So fanden die Aufführungen der modernen Stepptänze aus den USA, vorgetragen von den Funny Taps Bad Liebenzell, und die Trachtentänze der Schwarzwaldvereinsgruppen aus Schömberg und Altburg kurzfristig im Spiegelsaal der Stadt Bad Liebenzell statt. Lediglich die Vorführungen FlamencoTanz und -Fit von der Gruppe La Rondena aus Monakam waren auf der Außenbühne zu sehen.

Am Nachmittag sorgte das Duo Tom und Maria für stimmungsvolle musikalische Unterhaltung. In Bad Liebenzell hat das Duo schon öfter bei den Oleander Unplugged Konzerten das Publikum begeistert. Dies war auch beim Stadtfest der Fall. Sie trugen gefühlvoll hochwertige Interpretationen bekannter und beliebter Hits und eigene Songs vor.

Abgerundet wurde das Fest durch einen verkaufsoffenen Sonntag. Es wurden allerlei Köstlichkeiten wie zum Beispiel Grillspieße, Würstchen, Pommes, Flammkuchen, Langos und Waffeln angeboten.