Von der Alligator-Erdbeere bis zum Zimt-Parfüm: Die Stuttgarter Autorin Jonna Struwe hat für ihr ansprechend gestaltetes Kinderbuch erstaunliches Wissen von Ananas bis Zimt gesammelt.
Wo soll man sich eigentlich hinbegeben, wenn einen jemand dahinwünscht, wo der Pfeffer wächst? Das Gewürz war in früheren Zeiten sehr teuer und wertvoll. Um an das „schwarze Gold“ zu kommen, waren Seefahrer viele Monate unterwegs – auf einer Reise voller Risiken. Wer also wortwörtlich dorthin geschickt wird, wo der Pfeffer wächst, soll richtig lange verschwinden.
Keinen weiten Weg muss auf sich nehmen, wer das neue Kinderbuch der Stuttgarter Autorin Jonna Struwe kennenlernen möchte. „Weißt du, wo der Pfeffer wächst?“ heißt es und bietet nicht nur im Untertitel erstaunliches Wissen von A wie Ananas bis Z wie Zimt. Entstanden ist dieses ABC über Gemüse, Gewürze und andere Genussmittel gemeinsam mit der Illustratorin Lisa Rammensee. Deren schön gestaltete Schautafeln sind nicht nur ein Augenschmaus, weil sie Wissen gut anschaulich machen. Vieles sieht auch zum Reinbeißen lecker aus.
Litschis sind Nüsse, Erdnüsse sind Hülsenfrüchte
Die Doppelseite über die Litschis zum Beispiel. Eine Weltkarte zeigt, wo die Litschis ursprünglich herkommen. Ein Zweig mit prallen, roten Früchten macht anschaulich, wie sie wachsen. Der Text verrät, dass Litschis kleine Naturwunder sind: Eigentlich gehören sie zu den Nüssen, werden aber wie ein Ei gepellt und wie eine Kirsche gegessen. Unter dem Stichwort „Superpower“ erfährt man, dass Litschis viel Vitamin C enthalten; in der Kategorie „Wusstest du schon…“ findet sich jede Menge Streberwissen.
Und so machen Jonna Struwe und Lisa Rammensee ihre Leserinnen und Leser in kürzester Zeit zu Experten. Okay, Litschis werden beim Transport mit Schwefel am Weiterreifen gehindert - also besser beim Einkaufen darauf achten, dass sie keine Risse haben. Die Deutschen liegen in Europa übrigens auf Platz zwei der Litschi-Vertilger. Nur die Franzosen essen noch mehr der seltsamen Nüsse, die man in England wegen ihrer schuppigen Schale auch Alligator-Erdbeere nennt.
Diesen ungewöhnlichen Pflanzen begegnet man in „Weißt du, wo der Pfeffer wächst?“:
- Jostabeere
- Nori-Alge
- Quinoa
- Ugli
- Wasabi
Von „Bert, der Gemüsekobold“ bis „So wächst unser Essen“: an Kinderbüchern über Lebensmittel herrscht beileibe kein Mangel. „Weißt du, wo der Pfeffer wächst?“ sticht aus der langen Reihe dieser Sachbücher heraus, weil es besonders übersichtlich gestaltet und sehr informativ ist - und weil seine einheitlich aufgebauten Seiten junge Menschen zum Reinschauen einladen, indem sie beste Orientierung geben.
Jonna Struwe hat bereits mit Bilderbüchern über die Geräusche eines alten Hauses („Molly, Trappel und das Knack“) und über eine Seniorin, die ihr Vermögen netten, aufmerksamen Menschen vererbte („Die Haltestelle der Madame Vromant“), bewiesen, dass sie ein tolles Gespür für neue Themen hat. Und so lädt sie auch in ihrem aktuellen Sachbuch zu Entdeckungen ein.
Die Idee zu ihrem Sachbuch brachte Jonna Struwe aus Atlanta mit
Wer wissen will, wie Cranberrys gegen Blasenentzündungen wirken, wo die Ugli-Frucht her- und wie sie zu ihrem Namen kommt oder was es mit dem Pfeffermonopol auf sich hat, ist bei der neugierigen Stuttgarter Autorin richtig. Die Idee zu diesem Buch kam ihr bei einem Besuch im botanischen Garten von Atlanta, wo sie zum ersten Mal eine Erdnusspflanze sah.
- Jonna Struwe, Lisa Rammensee: Weißt du, wo der Pfeffer wächst? Dtv. 64 Seiten. 18 Euro. Ab 5