Auf der letzten Etappe ihrer Fahrt über Saar und Mosel legten die Schiltacher Flößer einen ungeplanten, aber willkommenen Zwischenstopp im Moselweinort Gondorf ein.
Die sechste und letzte Etappe der Schiltacher Flößer führte von Brodenbach nach Koblenz. In Brodenbach nahmen die Flößer die Moselweinkönigin Teresa Oster und den Koberner Nachtwächter und seine Marketenderin an Bord und passierten anschließend die Schleuse in Lehmen.
Gegen 11 Uhr erreichte das Floß Kobern-Gondorf, die 17 Kilometer von Koblenz liegende Heimatgemeinde der Moselweinkönigin: Ein Weinort an der Mosel wie im Bilderbuch, aber real: Fachwerkhäuser, Weinberge in viel versprechender Steillage und über dem Ortsteil Gondorf erhebt sich die mächtige Niederburg.
Trotz des leichten Regens hatte sich an der alte Fährrampe im Moselvorgelände viele Zuschauer eingefunden. Und auch diesmal wieder zauberte das in Sicht kommende Floß aus alten Zeiten ein Lächeln auf die Gesichter. Geübt legten die Flößer an, Besatzung und Gäste balancierten vorsichtig über die Holzplanke an Land, Floßmeister Thomas Kipp und die Moselweinkönigin vorneweg.
Holztransport im Fokus
„Es war uns eine Ehre, die Moselweinkönigin von Brodenbach hierher in ihren Heimatort mitzunehmen und auf der Fahrt haben wir einiges erfahren über den Weinbau“, erklärte Kipp an Land. Dann gab er einen kurzen Abriss über die Flößerei an Kinzig und Mosel und die Motivation für diese Fahrt, nämlich auf die historische und wirtschaftliche Bedeutung des Holztransports auf Binnengewässern aufmerksam zu machen.
Ortsbürgermeister Martin Dötsch dankte den Flößern für den Stopp in seiner Gemeinde und dass sie dieses Kulturgut sichtbar machen. „Ähnlich wie bei der Flößerei ist es auch hier nicht einfach, unsere Weinkulturlandschaft am Leben zu halten“, erklärte der Bürgermeister. Die Wertschätzung der Gesellschaft sei entscheidend für ihre Pflege und Erhalt.
„Idyllisch“ trotz Regen
Die Moselweinkönigin hatte ihre erste Floßfahrt auf der Mosel genossen: „Trotz Regen war es idyllisch und entschleunigend, auf dem tief im Wasser liegenden Floß mit einer ganz anderen Perspektive auf die Weinberge als vom Schiff aus“, schilderte sie unserer Redaktion ihre Erfahrung. Beeindruckend sei auch die Fahrt durch die Schleuse mit ihren „riesigen Wänden“ gewesen. Aber bei den Flößern habe sie sich immer sicher gefühlt.
Im Anschluss führte Josef Steiner als Koberner Nachtwächter und Gästeführer die Flößer bei einem kleinen Ortsrundgang durch den Ort. Ein gemeinsamer Imbiss im Abteihof St. Marien bildet den Abschluss des Aufenthalts, bevor die Flößer ihre Reise fortsetzten.
Die Fahrt endete am Nachmittag kurz vor Koblenz 70 Meter nach der Gülser Eisenbahnbrücke am rechten Moselufer, wo später die Stämme wieder auf den Langholzer für den Rücktransport zur Schmelze in Vorderlehengericht verladen werden.
Nachtquartier im Weinhaus
Die Flößer hatten ihr Nachtquartier im Weinhaus Grebel in Güls und können neben ihrem Flößerbier noch einen letzten Moselwein aus dem Fass genießen, bevor es dann am Dienstag zur Rückfahrt nach Schiltach ging.