Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Rust Schwarzwald-Tatort wird sehr düster

Von
Ermitteln in der Schwarzwald-Idylle: Eva Löbau und Friedemann Berg. Foto: SWR

Rust - Der zweite SWR-Krimi der neuen "Tatort"-Reihe aus dem Schwarzwald zeichnet ein düsteres Bild der Region. Es geht um Freundschaft, einen Öko-Bauernhof und völkische Siedler. Er läuft am Sonntagabend im Ersten.

Die zweite Folge des Schwarzwald-Krimis dürfte wenig dazu angetan sein, Touristenscharen in die Region zu locken. Der Schwarzwald wird in diesem Streifen vor allem so gezeigt: Viel Wald, viel Schwarz. Immer wieder Landschaftsaufnahmen mit dichten, düsteren Baumreihen, über die Nebelschwaden ziehen.

"Sonnenwende", wie der SWR-Krimi heißt, zeigt wenig Sonne, sondern eher einen Schwarzwald in der dunklen Jahreszeit. Das passt zwar nicht in den aktuellen Frühling mit seinen Löwenzahn-Wiesen und herrlich grünen Tälern, ist aber dem Sende-Rhythmus der vielen ARD-Anstalten für den Tatort geschuldet.

Wir haben die Schauspieler zum Interview getroffen:

Ja, "Sonnenwende" sei ein eher ruhiger Film mit einer dunklen Grundfarbe, räumen Produzentin Franziska Specht und Redakteurin Katharina Dufner bei der Vorpremiere des Films im Europa-Park in Rust (Ortenaukreis) ein. "Wir wollten keinen Werbefilm für den Schwarzwald-Tourismus drehen. Touristen gibt es hier ja schon genug", meint die Produzentin halb im Scherz. Sie verspricht aber, dass die nächste Folge heller wird, sie werde gerade abgedreht.

Der Film spielt im Hochschwarzwald, gedreht wurde in der Gegend rund um St. Blasien (Kreis Waldshut). Auf dem Bauernhof der Familie Böttger geht es idyllisch zu. Prinzipien gelten hier noch etwas. Die jugendlichen Kinder leben ohne Handy, die Familie hält bei der ökologischen Bewirtschaftung des Hofes mustergültig zusammen. Und Vater Volkmar ist ein alter Kumpel von Kommissar Hans-Jochen Wagner (Friedemann Berg). Das ist, man ahnt es, ein Knackpunkt in dieser Geschichte.

Eine Tochter stirbt. War es Diabetes? Die Familie gerät ins Schlingern und Franziska Tobler (Eva Löbau) und ihr TV-Kommissarkollege Wagner ermitteln. In ihrem zweiten gemeinsamen Film rücken die beiden nun näher zusammen. "Franz", nennt Wagner seine Kollegin Franziska. Eine ungewöhnliche Kurzform. Wagner würde eigentlich lieber mehr Freizeit genießen und sich um seine Zibärtle-Schnapspflaumen kümmern. Doch der Job frisst ihn auf. Er beneidet die Schwarzwaldhof-Familie mit ihrem Einsatz für das Kleinbäuerliche. Kollegin "Franz" allerdings ist skeptisch. Ihr kommt der Hof und seine Bewohner sonderbar vor.

Drehbuch-Autor Patrick Brunken bringt die Thematik der völkischen Siedler ins Spiel

"Sonnenwende" ist bestens gespielt. Die Kinder der Familie, die Eltern, der Verlobte der Toten: alles eigenwillige Charaktere. Regisseur Umut Dağ hat seine Schauspieler zu Höchstleistungen angetrieben. "Er war nie sofort zufrieden", berichten die Mitwirkenden bei der Vorpremiere.

Der erste Teil des "Tatorts" erzählt ruhig und unspektakulär die Geschichte. Nur selten blitzt mal alemannischer Dialekt durch. Eigentlich schade, das würden nicht nur die TV-Zuschauer im Schwarzwald gerne öfter von Tobler und Wagner hören. Doch dann wird es spannend. Drehbuch-Autor Patrick Brunken bringt die Thematik der völkischen Siedler ins Spiel. Diese Bewegung gebe es schon lange, seit vielen Generationen, berichtet er bei der Vorschau im Europa-Park. Allerdings nicht im Schwarzwald, damit provoziere er. "Doch diese rassistische, menschenverachtende Ideologie zu beleuchten war mir ein Anliegen", sagt er.

So wird aus dem Schwarzwald-Idyll des Bio-Hofs Stück für Stück ein Hort des Bösen. Rechte Parolen wabern über den Hof, die Freundschaft zwischen Kommissar Wagner und dem Familienvater zerbricht böse. Der Mörder wird natürlich gefasst. Ein zwar düsterer Streifen, ohne großes Tourismus-Potenzial. Aber eine wirklich starke Sonntagabend-Unterhaltung für Krimi-Freunde.

Fotostrecke
Artikel bewerten
7
loading

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.