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Rust Europa-Park: Wasserwelt nimmt Gestalt an

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Direkt neben dem Europa-Park entsteht die Wasserwelt "Rulantica". Foto: Deckert

Rust - Es ist staubig, es ist laut, und Thomas Renner-Boh ist in seinem Element: Er zeigt auf ein Betonbecken, das an den Gewerbekanal in der Freiburger Altstadt erinnert, der dort die berühmten Bächle speist. "Das wird unser Lazy River", erklärt der 48-jährige Bauingenieur, der seit über elf Jahren für das Baumanagement im Europa-Park arbeitet und im Projektleitungsteam des Parks für das Projekt "Rulantica" verantwortlich ist.

"Als ich damals in den Park kam, stand dieser Ordner mit dem Titel 'Projekt Zukunft' in meinem Büro", erinnert Renner-Boh sich. Der Ordner wiederum hatte eine Geschichte, die bis ins Jahr 1996 zurückgeht: Die Idee einer Wasserwelt haben Inhaber Roland Mack und seine Familie schon früh umgetrieben. Nun endlich nimmt sie, flankiert vom 1300-Betten-Hotel Krønasår Gestalt an. Und zwar mächtig.

"Wenn man alle Ebenen der Wasserwelt nebeneinanderlegen würde, bekäme man eine bebaute Fläche von 3,5 Hektar", so Renner-Boh, dem man Stolz und Freude über "sein" Spaßbad an der Gemarkungsgrenze zwischen Rust in der Ortenau und Rheinhausen im Kreis Emmendingen schon beim ersten Händedruck auf der Baustelle anmerkt.

"Früher stand hier ein Aussiedlerhof aus den Siebzigern, auf den Äckern standen Monokulturen", erinnert der Projektleiter sich an die Zeit vor "Rulantica". Seit dem Baubeginn vor etwas mehr als einem Jahr hat das Projekt bereits bedeutende Form angenommen: Herzstück wird ein 800 Quadratmeter großes Wellenbad werden. Sechs unabhängig voneinander steuerbare Wellenkammern werden dafür sorgen, dass das Wasser beispielsweise V-förmig auf die Badegäste zurollen wird. Während ringsum noch am Rohbau gearbeitet wird, sind hier schon die Spezialisten mit dem Einbau der Schwimmbadtechnik beschäftigt.

Demnächst, so Renner-Boh, geht "Rulantica" in die heiße Bauphase, in der bis zu 500 Leute gleichzeitig auf der Baustelle beschäftigt sein werden. Man baue hier "kein reguläres Schwimmbad", sondern ein langsam auf bis zu 3 Meter Tiefe abfallendes Spaß-Becken. Hier kommt auch der "Lazy River" ins Spiel, den Renner-Boh eingangs gezeigt hat: ein 600 Meter langer, künstlicher Fluss, durch den man sich langsam dahintreiben lassen kann.

Halbhoch flankiert wird dieser Flusslauf von einem Kleinkinder-Bereich mit Wasserrutschen. Und Badegäste, denen der "Lazy River" noch zu viel Remmidemmi bietet, werden sich im "Leisure Pool" mit eigener Bar wohlfühlen können. Ein "Activity Pool" und ein gigantischer Rutschen-Bereich, der "Rulantica" über zwei Türme von außen erschließen wird, runden das Bild ab.

Die riesigen Teilstücke der Rutschen liegen bereits auf der Baustelle und lassen erahnen, dass hier bald viele Menschen gleichzeitig Spaß haben werden: "Etwa 4500 bis 5000 Besucher werden hier gleichzeitig in das Erlebnis eintauchen können", erklärt Renner-Boh.

Ein Spaßbad wie das "Rulantica" sei eine logistische Dauerherausforderung. Um Warteschlangen vor der Kasse zu vermeiden, wolle man den Ticketverkauf vorerst im Internet abwickeln. Und es gelte, die Tagesgäste mit den Hotelgästen aus dem "Krønasår" unter einen Hut zu bekommen. Oder besser gesagt: unter das 1600 Tonnen schwere, 12.000 Quadratmeter große Hallendach des "Rulantica".

Weltweit größte Anlage dieser Art

Mehr als 2000 Tonnen Dachlast halte das Gebäude aus, wenn zum Beispiel Schnee und Eis auf der teilweise gläsernen Konstruktion liegen, sagt Thomas Renner-Boh. Seit August werden die fünf gigantischen, 87 Meter langen und jeweils über 100 Tonnen schweren Holzbinder der Dachkonstruktion eingebaut.

Die "Rulantica" Wasserwelt gilt als eine der weltweit größten Anlagen ihrer Art und das mit Abstand größte Einzelprojekt, das der Europa-Park seit seiner Gründung 1975 zu stemmen hat. Der Kostenrahmen soll bei 150 Millionen Euro liegen. Angelegt wird das Spaßbad als Erlebniswelt mit neun Themenbereichen und 25 Attraktionen (davon 17 Wasserrutschen). Insgesamt werden 4000 Quadratmeter Wasserfläche in der 32.600 Quadratmeter großen, muschelförmigen Halle verwirklicht. Den Besuchern werden unter anderem ein 8000 Quadratmeter großer Umkleidebereich, 1700 Liegestühle, ein 500 Quadratmeter großer Außen-Pool und über 800 Parkplätze zur Verfügung stehen.

Durch den Bau des Wasserparks schafft der Europa-Park 300 neue Arbeitsplätze. Bei der Beheizung des Gebäudes mit seiner riesigen Glasfront kommen Blockheizkraftwerke mit Gas als Energieträger zum Einsatz, die einen Wirkungsgrad von über 80 Prozent erreichen werden und deren Abwärme im Sommer zur Klimatisierung des angrenzenden Hotels Krønasår benutzt wird. Das zum Teil siebenstöckige Hotel mit rund 31.000 Quadratmetern Brutto-Geschossfläche wird mit zwei Restaurants, einer Bar und einem Café ausgestattet und über eine Verbindungsbrücke direkt mit der "Rulantica" Wasserwelt verknüpft.

Hotel öffnet im Sommer 2019

Die Wasserwelten und das Hotel sind Teil eines größeren Konzepts von Badeanlagen neben dem Europa-Park. Ursprünglich, erinnert Renner-Boh sich beim Gang durch die Baustelle, habe die Inhaberfamilie Mack den Wasserpark in einem Zug realisieren wollen. Dann habe man sich aber vor dem Hintergrund der Größe des Gesamtvorhabens entschlossen, erst einmal nur Hotel und Spaßbad auf den Markt zu bringen und erst später womöglich weiter zu wachsen. "Wir haben jetzt so in etwa Halbzeit auf dem Bau", erklärt Renner-Boh, der früher für einen regionalen Generalunternehmer Büro- und Industriebauten gebaut hat.

Das "Krønasår" nebenan, das mit rund 300 Zimmern im kommenden Frühjahr als sechstes Europa-Park Hotel eröffnet werden wird, ist schon weiter gediehen, in einem Teil der Zimmer stehen schon Möbel, während im Treppenhaus noch ein kalter Wind pfeift und der nackte Beton nur erahnen lässt, wie schön es die Gäste hier schon bald haben werden. Das Hotel wird im Frühjahr 2019 eröffnet, der Wasserpark Ende des Jahres.

"Wir sind zeitlich derzeit etwas hintendran", räumt Thomas Renner-Boh ein: Die eingeplanten zeitlichen Puffer seien nahezu aufgebraucht, den Eröffnungstermin wolle man aber halten, indem man verschiedene Gewerke am Bau verstärkt parallel umsetzen werde. Die Zeiten von Lärm und Staub sind auf der "Rulantica" Baustelle also noch lange nicht vorbei.

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