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Rust Europa-Park: Geplante Seilbahn findet Unterstützung

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Der Europa-Park in Rust soll auch für Besucher aus Frankreich noch attraktiver werden. Eine Seilbahn aus dem Elsass über den Rhein soll bis direkt in den Park führen. Foto: Seeger

Rust - Der Europa-Park hat Großes vor: Im nahen Frankreich will der Freizeitpark sein Gelände um ein Feriendorf für Familien erweitern und mit einer Seilbahn auf 15 Meter hohen Stelzen beide Parkteile verbinden. Das wurde bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend bekannt.

Das Unternehmen der Familie Mack in Rust (Ortenaukreis) investiert in die Zukunft. Gleich mit mehreren Großprojekten machen die Unternehmer derzeit von sich reden. Das neueste sind Ideen für eine grenzüberschreitende Kooperation mit dem Nachbarland Frankreich, mit dem der Park seit Jahrzehnten eng verbunden ist.

Wie die Macks am Dienstag erklärten, soll es eine Seilbahn geben, die von Rust aus über den Rhein ins Elsass führt, auf einer siebenminütigen Fahrt über das Naturschutzgebiet Taubergießen. Auf französischem Boden wird zudem eine Art Feriendorf entstehen, das Familien mit Kindern zum Kurzurlaub im Grünen einladen soll. Wann diese Bahn fahren wird, sei unklar. Es werde mit einer Planungszeit von zwei bis fünf Jahren gerechnet. Zu den Kosten wurde nichts bekannt.

Die Seilbahn-Idee sei ein Verkehrskonzept, betonte der Ortenauer Landrat Frank Scherer (parteilos). Es sollen auf der anderen Rheinseite reihenweise Parkplätze entstehen, damit die Franzosen gleich im Heimatland parken können und nicht die ohnehin schon stark belasteten Straßen rund um Rust verstopfen.

Jeder fünfte Besucher des Parks kommt schon aus Frankreich

Frankreich spielt für den Park eine extrem wichtige Rolle. 1,3 der rund 5,6 Millionen Besucher kommen aus dem Nachbarland nach Rust, etwa jeder fünfte. Auch setzt der Park bei seinen Arbeitskräften verstärkt auf Franzosen. 1100 arbeiten über der Grenze imn südbadischen Rust. Auf dem Gelände selbst wurde zum Start der neuen Saison der französische Themenbereich erneuert und mit einer neuen Achterbahn zum Thema "Moulin Rouge" ausgestattet.

Das Seilbahnprojekt wird von höchster Stelle unterstützt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte sich mit Roland und Michael Mack am Rande eines Staatsbesuches mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Straßburg getroffen. Macron als Vorantreiber der europäischen Idee zeigte sich vom Seilbahn-Projekt als bürgernahem, grenzüberschreitendem Vorhaben begeistert. Ihm gefällt vor allem auch die Perspek­tive, dass im Elsass, wo die Arbeitslosigkeit hoch ist, viele neue Arbeitsplätze entstehen könnten. Beim Treffen mit den Macks war Minister­präsident Winfried Kretsch­mann (Grüne) mit dabei, der das Vorhaben ebenfalls unterstützt.

Die größte Hürde für das Projekt dürfte das Naturschutzgebiet Taubergießen sein, das einzigartige Tiere und Pflanzen beherbergt. Doch vom Landratsamt in Offenburg gab es nach einer ersten groben Vorprüfung grünes Licht. "Wir haben bislang kein Totschlagargument gefunden", erklärte Scherer gegenüber unserer Zeitung.

Aktuell baut der Europa-Park an seinem bislang größten Vorhaben, der Wasserwelt "Rulantica", die ganz in der Nähe des eigentlichen Parks entsteht und zum europaweit größten Wasserpark werden könnte. Rund 150 Millionen Euro soll diese Ganzjahres-Attraktion mit angeschlossenem Nobel-Hotel kosten. Die Eröffnung ist in etwa einem Jahr geplant. Die Seilbahn würde auch zum neuen Wasserpark fahren. Sie werde ganzjährig in Betrieb sein. Die Gondeln würden im Winter beheizt.

Der Park ist längst zur Touristenattraktion Nummer eins der weiten Region geworden. Und diese Region hält zusammen: Familie Mack will gemeinsam mit den ebenfalls wirtschaftlich erfolgreichen Ortenauer Familienunternehmen Herrenkecht (Schwanau, Tunnelbau) und dem Burda-Verlag (Offenburg) eine Initiative für das Rheintal starten. Mit gemeinsamen Projekten sollen die Region bundes- und europaweit weiter bekannt gemacht und Fachkräfte sollen angelockt werden.

Die drei wirtschaftlichen Schwergewichte der Ortenau setzen jährlich nach eigenen Angaben mehr als fünf Milliarden Euro um: Der Burda-Verlag knapp drei Milliarden, Tunnelbauer Herrenknecht mehr als eine und der Europa-Park gut eine Milliarde Euro. Vielleicht bald noch mehr.

"Das wäre ein tolles Zeichen deutsch-französischer Freundschaft und ein echter Gewinn für unser Tourismusland", sagte Baden-Württembergs Justiz- und Tourismusminister Guido Wolf (CDU). "Wir arbeiten daran, dass das geplante Projekt noch in den neuen Elysée-Vertrag aufgenommen wird. Das wäre ein starkes Signal."

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