Der neue Polizeiposten in Rust ist am Donnerstagvormittag feierlich eingeweiht worden. Foto: Köhler

Sicherheit: Ruster Polizei zieht in ihr neues Zuhause / Zeichen für deutsch-französische Zusammenarbeit

Rust - Mit einigen prominenten Gästen ist der Polizeiposten in Rust am Donnerstagvormittag eingeweiht worden. Mit diesem wollen Gemeinde und Land die Sicherheit im Europa-Park gewährleisten sowie die Zusammenarbeit mit Frankreich ausbauen.

Auch Europa-Park-Chef Roland Mack sowie die Landtagsabgeordnete Sandra Boser (Grüne) und der Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner (SPD) ließen es sich nicht nehmen, zur Einweihung des neuen Ruster Polizeipostens vorbeizuschauen. Mit sommerlichen Temperaturen spielte das Wetter am Donnerstagvormittag bei diesem feierlichen Anlass mit, bei dem alle Seiten die Eröffnung als großen Erfolg deklarierten.

Bereits im Mai 2018 wurde der Polizeiposten Rust mit Sitz im alten Rathaus als Übergangslösung eingerichtet. 2020 erfolgte dann der Spatenstich zum neuen Gebäude, das die Polizeibeamten bereits bezogen haben. Mit der offiziellen Einweihung sollte auch ein weiteres Zeichen für die deutsch-französische Freundschaft gesetzt werden.

Als "schönsten Polizeiposten des Landes" bezeichnete Reinhard Renter, Präsident des Offenburger Polizeipräsidiums, das neue Gebäude, das bereits im Juni dieses Jahres fertiggestellt wurde. Er betonte, dass man mit diesem Posten, "ein Arbeitsumfeld bereitstellen kann, das der Arbeitskultur gerecht wird". Man hätte sich nun den erhöhten Sicherheitsstandards des Europa-Parks angepasst.

Für Winfried Klenk, Staatssekretär des Innenministeriums Baden-Württemberg, glich die Einweihung einem "historischen Anlass". Er bestätigte, dass von den 1400 Polizeiposten in Baden-Württemberg, der Ruster zu den schönsten gehöre. Besonders wichtig sei für ihn die Zusammenarbeit mit Frankreich, denn "Kriminalität macht nicht an Grenzen halt". Klenk beglückwünschte die Polizei und die Gemeinde zu einem "rundum gelungenen Gemeinschaftsprojekt". Rust könnte stolz sein auf sein "Blaulichtzentrum" mit der Feuerwehr und dem Roten Kreuz in unmittelbarer Nachbarschaft, das ein schnelles Eingreifen im Europa-Park ermögliche. Nach seiner Rede übergab Klenk symbolisch den Gebäudeschlüssel an Polizeipräsident Renter.

Bürgermeister Kai-Achim Klare freute sich, dass die Polizei im Ort nun "endgültig angekommen" sei. Er bedankte sich bei Klenk dafür, dass das Land die besondere Situation der Gemeinde mit dem Europa-Park und im Jahresschnitt sechs Millionen Besuchern sowie 1,5 Millionen Übernachtungen erkannt habe. Mit dem Polizeiposten sei man nun auch langfristig gut aufgestellt. Die Gemeinde hatte sich zur Einweihung etwas besonderes einfallen lassen: Ein Gebäck in Form eines Schlüssels sollte die Übergabe symbolisieren.

15 Beamte, darunter zwei französische, werden in Rust tätig sein

Lobende Worte fand auch Nadja Kummer von "Vermögen und Bau Baden-Württemberg". Dass diese "Kleine Festung" in nur 15 Monaten fertig wurde, sei rekordverdächtig, sagte sie. Grund dafür sei auch die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Dafür dankte sie Bauamtsleiterin Melanie Graß. Kummer erwähnte ausdrücklich, dass der Posten dafür geeignet sei, Beamte rund um die Uhr zu beherbergen. Dazu sei die Einrichtung einer Küche und eines Sozialraums wichtig gewesen. Bis zu 15 Beamte werden künftig im Einsatz sein.

Zuletzt sprach Colonel Eric Facomprez im Namen der französische Polizei seinen Dank für die hervorragende Zusammenarbeit aus. In Rust seien regelmäßig zwei französische Beamte stationiert, die fließend Deutsch sprechen und den Kontakt zwischen deutschen Behörden und den französischsprachigen Besuchern und Mitarbeitern des Europa-Parks vereinfachen.

Untermalt wurde die Einweihung durch Gesangseinlagen von Kriminalpolizistin Nathalie Rieber. Sie gab "Seite an Seite" von Christina Stürmer, "An guten Tagen" von Johannes Oerding sowie "Freude schöner Götterfunken", letzteres auf Deutsch und Französisch, zum Besten.

Im Anschluss an die Einweihung führte Martin Baumann, Leiter des Polizeipostens, die Gäste durch das neue Gebäude. Im Erdgeschoss präsentierte er die Wache, in der sich jeweils ein deutscher und ein französischer Beamter aufhalten werden. Zudem verfügt der Posten über einen "Verwahrraum", um im Bedarfsfall jemanden kurzfristig festhalten zu können. Der Einsatzraum ist in Form eines Großraumbüros angelegt, jedoch mit Glasscheibe als Lärmschutz. Im Obergeschoss gibt es den Raum für den Erkennungsdienst, die Umkleideräume sowie eine Küche. Auch Baumanns Büro ist dort. "Mir geht’s hier richtig gut", schwärmte der Leiter des Postens von der Ausstattung.