Ob Straßenbeleuchtung, altes Feuerwehrgerätehaus oder Festplatz: Philipp Klotz sieht einige Themen, bei denen Kappel-Grafenhausen sein Potenzial besser ausschöpfen könnte. Im Rundgang stellte er vor, welche Themen er als Erstes angehen würde, falls er am 3. Dezember zum Bürgermeister gewählt wird.
Die Lebensqualität in Kappel-Grafenhausen zu erhalten und weiter zu entwickeln, das ist das Anliegen von Bürgermeisterkandidat Philipp Klotz. Dabei will der 26-Jährige die finanziellen Aspekte der Doppelgemeinde stets im Blick behalten. Erfahrungen bezüglich der Abläufe eines Rathauses bringt er durch seine beruflichen Position als Abteilungsleiter der Finanzverwaltung von Waldkirch mit. Zuvor hatte er drei Jahren als stellvertretender Kämmerer in Weingarten (Baden) gearbeitet.
Den Wahlkampf empfindet Klotz zwar als stressig, aber auch bereichernd. So freut er sich über die Offenheit der Kappel-Grafenhausener, die nicht zögern, mit ihm über wichtige Themen zu sprechen – und ihn dafür auch an den eigenen Esstisch einladen. Ebenfalls beeindrucken Klotz die „tollen Vereine im Ort. Bei denen auch der Generationenwechsel funktioniert beziehungsweise schon stattgefunden hat“. Sie will er weiter fördern und unterstützen – etwa auch bei der Ausrichtung von Festen, die wiederum zur Lebensqualität im ganzen Ort beitragen würden.
Im Rundgang durch Kappel-Grafenhausen erklärt Philipp Klotz an vier von ihm selbst gewählten Stationen, welche Projekte in Kappel-Grafenhausen er als Bürgermeister am dringendsten angehen würde und wie er diese vorantreiben will.
Erste Station: Rathaus Kappel
Bei seiner ersten Station, dem Rathaus Kappel, will Philipp Klotz sowohl das Rathaus selbst als auch die Infrastruktur darum herum verbessern. „Das Rathausgebäude ist in keiner Weise barrierefrei – und somit für die Öffentlichkeit nicht wirklich zugänglich. Wenn man nicht gut zu Fuß ist, kommt man in den Rathaussaal – und auch zu Gemeinderatssitzungen oder Veranstaltungen dort – nicht hinein.“ Doch nicht nur das Gebäude, auch der Platz drumherum ist nicht barrierefrei. Vom Behindertenparkplatz gegenüber muss man zunächst erst einmal in die Gegenrichtung des Rathauses laufen, um zu einem schmalen Zebrastreifen zu gelangen, über einen schmalen Gehweg, der weder für Rollator noch für einen Rollstuhl noch für Kinderwagen geeignet ist. Der zweite Zebrastreifen liegt dann in der Kurve einer viel befahrenen Straße Richtung Europa-Park.
„Hier muss eine andere Lösung her“, so Klotz. Er könnte sich etwa einen Mini-Kreisverkehr mit Zebrastreifen vorstellen. Doch nicht nur baulich auch personell soll das Rathaus besser aufgestellt werden. „Es ist mir ein Herzenswunsch, das Rathaus mit qualifizierten Personal zu besetzen. Ohne ein voll besetztes Rathaus geht im Ort nichts voran. Dafür will ich die Arbeit dort attraktiver machen.“ Zudem will er die Digitalisierung weiter vorantreiben und den Prozessablauf transparenter gestalten, „damit die Verwaltung zum verlässlichen Dienstleister für die Bürger wird“.
Zweite Station: Mühlenareal mit Festplatz in Kappel
Anhand des Mühlenareals macht Klotz deutlich, vor welchen Herausforderungen die Gemeindeentwicklung steht: „Hier entstehen 70 Wohneinheiten, in die sicher auch junge Familien einziehen werden. Die dafür nötigen Kita-Plätze für bestimmt 20 bis 30 Kinder wurden jedoch nicht mitgeplant.“ Und das obwohl in seinen Augen eine zuverlässige Ganztagesbetreuung eine der Kernaufgaben jeder Gemeinde sei. So könnte er sich – gerade für das wunderschön am Naturschutzgebiet Taubergießen gelegene Kappel-Grafenhausen – noch eine Wald-Kita vorstellen, um den erhöhten Bedarf zu decken. Es sei ein Betreuungskonzept, das bei Eltern und Erziehern beliebt sei, gleichzeitig sei es wesentlich kostengünstiger zu verwirklichen, als etwa ein Kita-Neubau.
Auch am Festplatz neben dem Mühlenareal macht er deutlich, dass die Gemeinde mehr für die Kinder tun muss: „Es gibt dort wie auch bei den anderen Spielplätzen nur wenige Geräte – und keine für Unterdreijährige.“
Er wünscht sich zudem für die Feste mehr Unterstützung von Gemeindeseite. „Nächstes Jahr gibt es in Kappel-Grafenhausen sechs Jubiläen. Es wäre toll gewesen, würde das in einem gemeinsamen großen Fest gefeiert. Doch so etwas geht nur, wenn die Gemeinde entsprechend unterstützt“, betont er.
Dritte Station: Altes Feuerwehrgerätehaus in Grafenhausen
Das Alte Feuerwehrgerätehaus in Grafenhausen ist für Klotz ein Beispiel, wie die Doppelgemeinde ihr Potenzial besser nutzen könnte. Seit dem Bau des neuen gemeinsamen Gerätehauses sei es verwaist, lediglich die Vereine nutzen es noch als Abstellhalle. „Für diese könnte die Gemeinde jedoch auch im Gewerbegebiet eine Halle anbieten, die für sie auch leichter anfahrbar wäre. Stattdessen könnte man das Gerätehaus nutzen – beispielsweise um ein Bürgerhaus wie in Kippenheim zu schaffen. Und so auch den Ortskern zu beleben.“ Denn was er auf jeden Fall verhindern will, ist dass Kappel-Grafenhausen zum „Donut“ werde: mit einem dicht besiedelten Außenbereich, aber einen ausgestorbenen Ortskern. Gerne würde er auch das Rathaus Grafenhausen und die Bücherei St. Jakobus barrierefrei umbauen – damit sie für alle zugänglich sind.
Ebenfalls viel Potenzial sieht er in der Straßenbeleuchtung. „Würde diese auf LED umgestellt werden, könnte die Gemeinde 30 000 Euro im Jahr an Strom sparen. Das rechnet sich – ebenso wie alle gemeindeeigenen Gebäude mit Photovoltaik auszustatten“, erklärt Klotz, der als stellvertretender Kämmerer in Weingarten damals solche Umstellungsprozesse begleitet hat.
Vierte Station: Gewerbegebiet Grafenhausen
Die Ansiedlung von Gewerbe und das Halten von diesem ist Klotz wichtig, um die Gemeinde solvent zu halten. Beim Verkauf der Flächen müsse man danach gehen, was der Gemeinde am meisten nutze. „Man muss danach gehen, was langfristig qualifizierte Arbeitsplätze schafft, nicht danach, was kurzfristig Gewinn bringt. Das ist auch eine Frage der Generationengerechtigkeit“, macht er deutlich – und würde als Bürgermeister aktiv in die Akquise gehen.
„80 Prozent der Kappel-Grafenhausener pendeln, wir brauchen mehr qualifizierte Arbeitsplätze im Ort“, so Klotz. Und noch eines: Für die Ansiedlung von Gewerbe sei der aktuell vorgeschriebene Dachbegrünungszwang ein Hemmnis. „Das ist mehr als vom Gesetzgeber vorgeschrieben und schreckt Investoren ab – selbst solche, die unbedingt nach Kappel-Grafenhausen wollen. Denn sie können dadurch keine Photovoltaikanlagen auf ihrem Gebäude installieren und haben größere Investitions- und Instandhaltungskosten.“
Schnellfragerunde
Bürgermeisterin Philipp Klotz klingt ...
gut, beziehungsweise richtig!
Sportlerin oder Couch-Potato?
Beides. Mannschaftssport betreibe ich aktuell keinen mehr, aber ich kümmere mich um meine Fitness.
Kaffee oder Tee?
Kaffee. Mit Tee kann man mich jagen.
Die Fasent bedeutet für mich...
Spaß und Freude.
Am Sonntag: Frühaufsteher oder Langschläferin?
Definitiv Frühaufsteher: Ich bin ab 9 Uhr auf dem Hundesportplatz in Kappel-Grafenhausen anzutreffen.
Die Menschen in Kappel-Grafenhausen sind...
direkt, offen und engagiert.
Wie feiern Sie Ihren Wahlsieg?
Indem ich erst einmal alle Helfer zum Essen und Trinken einlade.