Was fuchsen die beiden aus? Herald, Vogt des Grafen (Frank Dittrich), und das Kräuterweible Mina (Cordula Lindner). Foto: Schwind

Eigentlich wäre die Mundartkomödie der Narrenzunft "Graf Alwig I. Burgherr zu Sulz" schon aufgeführt worden, aber wegen der Pandemie musste das Stück immer wieder verschoben werden. Doch nun rückt die Vorstellung immer näher.

Sulz - Bereits im Sommer 2019 hat Jürgen Hartmann das Stück geschrieben. Die historische Komödie mit 15 Akteuren erzählt die Geschichte des Grafen Alwig I. von Sulz im Hof der Ruine Albeck. Der Graf soll den Überlieferungen zufolge bereits im 11. Jahrhundert der Bauherr der Burg gewesen sein.

Der Burgherr hat aber im Theaterstück Sorgen wegen den Flößern, die den Salzsiedern zu wenig Holz liefern, weshalb diese das dringend benötigte Salz nicht sieden können. Als Lehnsherr macht sich das mit weniger Gulden im Geldsack bemerkbar.

Der Graf hat so manche Sorgen

Aber auch familienintern funktioniert nicht alles so, wie es sich der Graf wünscht. Statt sich in adeligen Kreisen nach Liebschaften umzuschauen, hat sich der Adelssohn Alwig der II. in die Bürgerliche Liesel (Tamara Urmann), Tochter des Salzsieders Lenzen (Christian Scholl), verliebt.

In der Badestube auf der Burg wird gebadet, was immer ein großes Gedränge mit sich bringt. Der Bader Kilian (Jürgen Hartmann) kümmert sich auch mit altertümlichen Werkzeugen um den Haarschnitt seiner Kunden. "Dess moal schneidscht du aber koine so Stapfla nei" rügt die Grafen-Gemahlin Adelheid (Jutta Blocher) den Bader.

Reichlich Stadtgeflüster

Und weil der Bader Kilian gerade mal da ist, zieht er dem Salzsieder Lenzen gleich seinen schmerzenden Zahn. Weil er als Bader viel herumkommt, erfährt er natürlich auch viele Neuigkeiten, was Adelheid die Grafen-Gemahlin auch brennend interessiert.

Hermann, der Bruder des Grafen, hilft im zweiten Akt die Probleme zu lösen. Allerdings wurde der Sohn des Grafen vergiftet. Gelingt es ihn mit einer Rosskur zu retten? Und schafft es Graf Alwig I. die Zukunft der Grafen von Sulz standesgemäß zu sichern?

All das ist an drei Aufführungstagen auf der Ruine Albeck zu erfahren. Die Rollen scheinen den Akteuren auf den Leib geschrieben zu sein. Vor allen Dingen verkörpert Mathis Hölle mit seiner jugendlichen Unbekümmertheit den Adelbert und Sohn des Grafen bestens. Der Jüngling versteckt auch schon einmal die Kleider von Herald (Frank Dittrich), dem Vogt des Grafen, und muss dann auch vor den angedrohten Prügeln flüchten. Neben Mathis Hölle gibt auch Katja Schneckenburger als Tochter des Grafen Johanna ihre Premiere auf der großen Bühne. Viele Akteure sind aber schon von Anfang an dabei.

Viertes Werk

Nach den Eindrücken der Theaterprobe scheint auch das vierte Stück aus der Feder von Jürgen Hartmann in nichts seinen drei Vorgängern "Räuberhauptmann Hannikel" (2012), "Die Tote vom Wöhrd" (2015) und "Backstoi ond Herrgotts-Bscheißerle" (2017) nachzustehen.

Zwar sitzt der Text bei einigen Akteuren noch nicht ganz sicher, allerdings bleiben noch zwei Wochen bis zur ersten Aufführung. Das Theaterstück wird bei der Probe immer wieder unterbrochen und es werden gemeinsam neue Laufwege und Mimiken festgelegt. Manfred Holst als Grafen-Bruder hat an diesem Abend zumindest für den ersten Akt das soufflieren übernommen. "Super das wird immer besser", klingt es aus der Souffleusenecke.

Inmitten des Burghofes steht eine wuchtige Sitzgruppe, welche Mittelpunkt der Handlungen ist. Hier entlockt die Grafen-Gemahlin Adelheid dem Bader Kilian viele Neuigkeiten und das Kräuterweible Mina (Cordula Lindner) verschachert hier ihre gefährlichen Kräutertinkturen.

Info

Freitag, 1. Juli: 19.30 Uhr.

Samstag, 2. Juli: 19.30 Uhr.

Sonntag, 3. Juli: 14 Uhr.

Eintrittspreise: 12 Euro (Erwachsene) / 10 Euro (ermäßigt). Karten gibt es bei Blass Erlebniswelt, Optik Rumpel sowie unter Theaterkarten@Narrenzunft-Sulz.de.

Private Fahrzeuge dürfen nicht auf die Ruine Albeck fahren. Besucher sollten die Parkplätze beim Albeck-Gymnasium nutzen. Von dort ist ein Fahrdienst eingerichtet.