Einige Bürger stellen ihre Fragen gleich in der Einwohnerversammlung und geben durchaus Bedenken kund. Foto: Rapthel-Kieser

"Wer will den Ruhewald? Ich nicht", hat die Burladingerin Magdalena Schäfer bei der Einwohnerversammlung in der Kornbühlhalle ihre Meinung zum Thema Ruhewald auf Gemarkung Salmessen klargemacht. Zuvor hat es jede Menge Informationen über das Projekt gegeben.

Burladingen-Salmendingen - Bürgermeister Davide Licht, um Transparenz bemüht, hatte deshalb nicht nur die Burladinger Verwaltungsspitze und die zuständigen Amtsleiter vor Ort geladen. Gekommen waren auch Vertreter beider Kirchen, die Ortsvorsteher und zahlreiche Bürger. Ingenieur Gerhard Lutz erläuterte anhand von zahlreichen Plänen das Projekt.

Standort östlich vom Kornbühl

In eigener Regie will die Stadt, so ist es angedacht, künftig einen Ruhewald auf Salmessen, östlich vom Kornbühl betreiben. Insgesamt 30,7 Hektar groß von denen 10,5 Hektar im ersten Abschnitt erschlossen werden sollen. Mit Parkplätzen, Bänken, einer Schutzhütte, Toiletten und Winterdienst – rein mechanisch und ohne Salz – wie Lutz rund eine halbe Stunde lang mit vielen Plänen und Lichtbildern erläuterte. Nachhaltig, wirtschaftlich, dauerhaft und langlebig soll das Projekt sein. Es solle dann auch eine Ruhewald-App geben, mit der sich Bürger online ihren Baum und die Urnengrabstätte reservieren könnten.

Es gibt Nachfragen nach dieser Bestattungsform

Es gäbe zahlreiche Nachfragen nach dieser Bestattungsform und deshalb wolle man auf der Stadtverwaltung vorausplanen, betonte Bürgermeister Davide Licht. Entschieden sei das alles freilich noch nicht, und wer Anregungen, Fragen oder Kritik habe, könne sich jederzeit an die Ortsverwaltung Salmendingen oder das Burladinger Rathaus wenden. Einige Bürger nahmen die Gelegenheit zur Wortmeldung bereits in der dafür einberaumten Einwohnerversammlung wahr.

Dass das Gebiet, in dem künftig Urnenbestattung unter Bäumen möglich gemacht werden soll, für die Jagd entfalle, erregte ebenfalls den Unmut von Magdalena Schäfer. "Die Jäger waren vorher da", argumentierte sie.

Auch Landwirte meldeten sich zu Wort. Einer, der dort Felder verpachtet, machte auf die teilweise jetzt schon angespannte Parksituation an den beliebten Salmendinger Wanderwegen aufmerksam. Er befürchtete, dass das schlimmer werde und auch die Verpachtung an einen Bio-Bauern gefährdet werde.

Parkprobleme befürchtet

Licht dagegen hofft, dass gerade das Gegenteil der Fall ist, da am Ruhewald ein großer Parkplatz angelegt werden soll, der den Parkdruck von den Wegen nimmt. Und wenn es doch Probleme gäbe, müsse der Gemeindevollzugsdienst seines Amtes walten.

Für die Jäger könne man andere Reviere finden, schließlich sei der Ruhewald nicht das einzige Gebiet im Stadtwald, dass nicht bejagt werden dürfe.

Zu den Kosten, nach denen ebenfalls gefragt wurde, konnte das Stadtoberhaupt noch nicht viel sagen, dazu müssten die Pläne noch mehr ins Detail gehen, Kostenvoranschläge für die einzelnen Vorhaben eingeholt werden. Dass allerdings mehr Tübinger und Reutlinger sich eine Urnenstätte in Kornbühlnähe reservieren lassen als Einheimische, wie es eine Burladingerin befürchtete, das glaubt Licht nicht.

Sitten und Bräuche haben sich geändert

Josef Pfister, einst Ortsvorsteher von Killer und jetzt ehrenamtlicher Bürgermeisterstellvertreter, wies in einer kurzen Rede darauf hin, wie sehr sich die Zeiten und damit auch die Bestattungsmodalitäten geändert hätten. Dem, so appellierte der CDU-Gemeinderat, müsse Rechnung getragen werden.