Knapp 30 Interessierte kamen zur Infoveranstaltung ins Haiterbacher Rathaus. Foto: Katzmaier

Das geplante Rufauto der Stadt Haiterbach stößt auf Interesse – sowohl bei einer Umfrage als auch bei der Informationsveranstaltung. Der Rahmen ist gesteckt, aber nichts fixiert.

Knapp 30, überwiegend ältere Bürger kamen zur Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung Haiterbach zum Projekt Rufauto in den Sitzungssaal im Rathaus. Ziel war es, das Projekt vorzustellen, auf Fragen oder Anregungen einzugehen, aber auch um engagierte Mithelfer zu werben, die sich später als Fahrer oder Disponenten einbringen wollen.

 

„Mobilität ist ein bedeutender Bestandteil des Lebens“, sagte Bürgermeisterin Kerstin Brenner zum Auftakt der Vorstellung ihres „Herzensprojekts“. Das gelte insbesondere für den ländlichen Raum.

Die Idee und den aktuellen Stand präsentierte dann Selina Frasch, Auszubildende bei der Stadtverwaltung Haiterbach, die sich dem Projekt und der im Vorfeld initiierten Umfrage widmet. „Alles, was wir hier vorstellen, ist im Konjunktiv. Nichts ist in Stein gemeißelt“, unterstrich Frasch.

Mobilität sei vor allem für ältere Bürger ein Thema. Sie seien auf ein flexibleres Angebot als den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen. Ein Angebot, bei dem sie an der Haustüre abgeholt und an ihr Ziel gebracht würden. Bei den Fahrzielen hat man vor allem Besorgungen und Einkäufe im Fokus. Doch auch Arztfahren sind vorgesehen. Wobei hier räumlich Grenzen gezogen werden. Nagold ist ein machbares Ziel, Fahrten etwa nach Tübingen sind nicht vorgesehen.

Zwei Euro für Fahrt im Stadtgebiet

Als Kosten für eine Fahrt innerhalb des Stadtgebietes sind momentan zwei Euro im Gespräch (hin und zurück also vier Euro). Fahrten, die über die Stadtgrenze hinausgehen, sollen mit vier Euro zu Buche schlagen.

„Es ist ein Angebot von Bürgern für Bürger“, sagte Frasch. Vorbild ist das vor ein paar Wochen in Wildberg gestartete Rufauto. Das heißt, dass die Stadt Haiterbach zwar Auto und weitere technische Ausrüstung wie Computer und Handy bereitstellen wird, der laufende Betrieb aber durch ehrenamtlich tätige Bürger, die eine Entschädigung erhalten sollen, getragen wird.

Erforderlich sind dafür Fahrer, die neben den Qualifikationen wie Führerschein und ärztliche Untersuchung auch menschlich für diese Tätigkeit geeignet sein müssen, was unter anderem anhand eines polizeilichen Führungszeugnisses geprüft wird.

Für die Entgegennahme des Fahrtwünsche und die Planung der Fahrten braucht es aber auch Disponenten. Ferner sucht die Stadtverwaltung Gründer, die das Projekt mit auf den Weg bringen.

22 Bürger können sich Mithilfe vorstellen

Die noch bis 15. Februar laufende Umfrage habe mit bislang 91 eingereichten Fragebögen einen guten Rücklauf, sagte Frasch. 22 der Teilnehmer könnten sich demnach auch einen Einsatz als Fahrer oder Disponent vorstellen.

Als nächste Schritte seien die Auswertung der Umfrage vorgesehen. Dann müsse schließlich der Gemeinderat eine Entscheidung zur Umsetzung des Projekts treffen und man müsse die Finanzierung klären.

In der Fragerunde kam unter anderem die Anregung, die Fahrer sollten einen Erste-Hilfe-Kurs zur Auffrischung machen, weil sie ja überwiegend ältere Fahrgäste hätten.

Dass Taxiunternehmen dies als Konkurrenz sehen könnten, verneinte Brenner. Zum einen fahre man nur einen eng definierten Personenkreis, also vorwiegend Senioren, zum anderen habe man kein vergleichbar flexibles Angebot. Fahrten müssten so rund zwei Tage vorab angemeldet werden.

Mit immer die Familie bitten

Teilweise Bedenken, dass manche Bürger sich nicht die Blöße geben wollen, auf so ein Angebot angewiesen zu sein, betrachteten weitere Besucher von der anderen Seite: Viele wollten Familienmitglieder nicht immer bitten, sie zu fahren.

Mit dem 2020 eingestellten „Mietauto“ hatte Haiterbach schon ein ähnliches, damals von Taxiunternehmen getragenes Angebot. Friedrich Schuler, der sich damals auch als Stadtrat eingebracht hatte, bot an, seine Erfahrungen in der Gründungsphase einzubringen.