Nachdem es in der Neujahrsnacht auf dem Oberrheinplatz zu Vorfällen gekommen war, ruft OB Klaus Eberhardt nach Konsequenzen.
Wie auch schon in den vergangenen Jahren wurde die Silvesternacht im Nachgang gemeinsam vom Amt für öffentliche Ordnung und dem Rheinfelder Polizeirevier „analysiert“. Aus Sicht des Polizeireviers verlief der Silvesterabend – auch wenn zahlreiche Polizeieinsätze erforderlich waren – überwiegend friedlich und ohne gravierende Störungen. Unterstützung hatte das Revier durch Kollegen der Bundespolizei.
Video ist im Internet zu finden
Insgesamt wurden im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten 18 Einsätze registriert, darunter eine Gas-Verpuffung in einer Gaststätte in Herten, ein Balkonbrand an einem Wohnhaus in der Karl-Fürstenberg-Straße sowie ein Brand eines Autos in Minseln.
Nachträglich wurde bekannt, dass ein noch unbekannter Mann mit einer Feuerwerksbatterie mutmaßlich absichtlich ein Haus an der Karl-Fürstenberg-Straße beschoss, wobei ein Vordach beschädigt wurde. Davon ist auf Youtube unter anderem ein Video zu finden. Das Polizeirevier hat hierzu die Ermittlungen aufgenommen.
Keine großen Zwischenfälle auf der Rheinbrücke
Reibungslos und ohne größere Zwischenfälle verlief das grenzüberschreitende Feuerwerk, das erneut von zahlreichen Bürgern besucht wurde. Viele hundert Menschen feierten auf der alten Rheinbrücke und dem Inseli gemeinsam ins neue Jahr und genossen das offizielle Feuerwerk das dieses Jahr vom Salmegg-Pardeck aus abgefeuert wurde. Da im Festbereich privates feuerwerk verboten war, fanden an den Zugängen entsprechende Kontrollen. Diese zeigten auch überwiegend Wirkung. Die Vorkommnisse auf dem Oberrheinplatz allerdings, wo einzelne Personen mit Raketen auf Gebäude und Menschen geschossen haben, seien, schreibt die Stadtverwaltung, nicht tolerierbar. „Wir sind von den Berichten und den Bildern entsetzt und wir werden hier gemeinsam mit der Polizei ein entsprechendes Sicherheitskonzept für die Zukunft entwickeln“, wird der Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung, Dominic Rago, in einer städtischen Mitteilung zitiert.
Solche Szenen dürften sich nicht wiederholen, betont auch Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. Er spricht sich gleichzeitig für ein bundesweites Böllerverbot aus.
SPD sieht Kappelrodeck als Vorbild
„Ich kann nachvollziehen, dass für viele Menschen die Raketen am Neujahrshimmel zu Silvester traditionell dazugehören. Aber hierfür gibt es mittlerweile in vielen Städten ein „offizielles Feuerwerk“, erklärt das Stadtoberhaupt. Die Kollateralschäden der ausufernden privaten Böllerei – Abfall, Verletzte, Wohnungsschäden – seien nicht mehr hinnehmbar.
Ins gleiche Horn stoßen die örtlichen Sozialdemokraten. So stellt die SPD-Fraktion den Antrag, die Stadt möge ihre Einflussmöglichkeiten nutzen, um zum Beispiel über den Städtetag auf eine Verschärfung der Regelungen hinzuwirken. Außerdem fordern die Genossen eine Ausweitung der böllerfreien Zonen in der Rheinfelder Innenstadt.
„Neue Formen“ des Feierns entwickeln
Gemeinsam mit der Bürgerschaft sollten außerdem neue Formen für zukünftige Silvesterfeiern auch in den Stadtteilen entwickelt werden, wie es in dem unserer Redaktion vorliegenden Antragspapier außerdem heißt. Beispielhaft könnte hierfür die Gemeinde Kappelrodeck stehen, schreiben die Sozialdemokraten.
Einem Bericht des SWR zufolge wird in der 6200-Seelen-Gemeinde in der Ortenau deutlich weniger privat geböllert als anderswo. Statt vieler kleiner Feuerwerke findet dort am Neujahrsabend stattdessen seit Jahren ein großes, professionelles Höhenfeuerwerk statt. Dieses werde Spenden von den Leuten aus Kappelrodeck und den Nachbargemeinden finanziert und ziehe inzwischen auch zahlreiches Publikum aus dem Umland an. Für die Realisierung des funkensprühenden Spektakels sorgen zwei professionelle Pyrotechniker aus dem Ort.
Bereits im Vorjahr hatte es in Rheinfelden unschöne Vorkommnisse gegeben, als Unbekannte auf dem Oberrheinplatz Polizeibeamte mit Feuerwerkskörpern beschossen hatten.