Der Umbau der Loßburger Wälder geht weiter. Laubbäume sollen dem Klimawandel trotzen.
Der Waldhaushalt war Thema in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in Loßburg. Björn Uerpmann vom Kreisforstamt und Revierförster Martin Schmalz hatten die gesamte Aufmerksamkeit des Gremiums, als sie über die Wälder der verschiedenen Körperschaften berichteten.
Den Auftakt machte der Gemeindewald Loßburg. Dort wurden 4814 Festmeter Holz geerntet, circa 110 Prozent der geplanten Nutzung. Davon waren allerdings 70 Prozent zufällige Nutzung, also aus Borkenkäferbefall und Dürreschäden. Im Zehnjahresvergleich liege die inzwischen bei 50 Prozent. Der Durchschnittserlös betrug 74 Euro je Festmeter, bei Versteigerungsholz wurden bis zu 455 Euro je Festmeter erreicht. Ein Überschuss von rund 32 000 Euro wurde erzielt.
4500 neue Laubbäume gepflanzt
„Wir haben wieder viel Pflegeaufwand für die Kultursicherung betrieben“, erklärte Schmalz. Auch der Umbau der Wälder gehe weiter. Auf etwa 1,8 Hektar seien gut 4500 neue Laubbäume gepflanzt worden, vor allem klimaresistente Arten wie Bergahorn, Traubeneichen, Kirschen, Ulmen, Buchen, aber auch Douglasien, Lärchen, Winterlinden und Erlen. „Das sind Sorten, die hier schon vor 300 Jahren gestanden haben. Bei 70 Prozent Zufallsnutzung können wir Förster aber kaum noch steuern. Das übernehmen die drei Förster Sturm, Dürre und Käfer‘“, beschrieb Schmalz die Situation. Für 2025 plane er mit einem Überschuss von 100 000 Euro, allerdings mit den beschriebenen Unwägbarkeiten.
Überschuss von 52 000 Euro
Der Star unter Loßburgs Wäldern ist zweifellos der Stiftungswald Schömberg. Wie gut der Wald dastehe, zeige sich schon daran, dass es 2024 nur acht Prozent Zufallsnutzung gab. Eingeschlagen wurden insgesamt knapp 1800 Festmeter. Die hervorragende Holzqualität im Stiftungswald sei auch an den Verkaufserlösen ablesbar. Im Durchschnitt lagen sie 2024 bei 107 Euro je Festmeter, beim Versteigerungsholz sogar bei 627 Euro je Festmeter. Damit konnte ein Überschuss von 52 000 Euro erzielt werden, mehr als das Vierfache des Planansatzes. Wie die Plenterwaldstruktur im Stiftungswald gepflegt und erhalten werde, will Schmalz bei einem Waldbegang Anfang Mai erklären.
Die Kirchspielstiftung Büchenberg-Ödenwald musste 2024 und muss auch 2025 enorme Summen für den Ausbau des Lohmühlewegs tragen. Schmalz rechnet deshalb im laufenden Jahr mit einem Defizit im Betriebsergebnis. Die Lohmühle sei jedoch die zentrale Quelle der Wasserversorgung in Loßburg. Auch dieser Wald habe eine gute Plenterstruktur, die unbedingt erhalten werden müsse. Der Holzverkauf sei ebenfalls gut gewesen, dabei sei aber der Großteil aus zufälliger Nutzung eingeschlagen worden. Durchschnittlich erbrachte ein Festmeter 105 Euro, das Betriebsergebnis lag bei 22 710 Euro.
Borkenkäfer fast im Griff
„Mit einem satten Minus von 271 Euro hat der Bürgerwald Rodt das vergangene Jahr abgeschlossen“, berichtete Schmalz. Wegen des schlechten Wetters im Winter konnte nur wenig Holz eingeschlagen werden. „Schon seit 30 Jahren geht die Verwaltung in Loßburg forsch mit auf dem Weg zum Waldumbau. Von anfänglich vier Prozent Laubholz haben wir nun gut 26 Prozent erreicht. Durch diesen konsequenten Umbau und die Verjüngung haben wir den Borkenkäfer schon fast im Griff“, freute sich der Förster.
Uerpmann betonte: „Die Investitionen in den Wald sind Ausgaben, die den Wert der Wälder erhöhen. Dieser höhere Vermögenswert taucht aber nicht in der Betrachtung der Ausgaben und Einnahmen auf.“