Die neue Umleitungsstrecke nach Baiersbronn hat in der vergangenen Woche für Irritationen gesorgt. Grund für die neue Route sollen Rückstaus in Klosterreichenbach sein. Doch wie ist die Lage vor Ort? Unsere Redaktion hat nachgefragt.
Wer derzeit von Freudenstadt nach Baiersbronn fahren möchte, muss eine lange Umleitung nehmen. Zumindest, wenn es nach der zuständigen Verkehrsbehörde geht. Denn dieses will den Umleitungsverkehr seit Kurzem über Schönegründ statt wie bisher über Klosterreichenbach leiten.
Die L 409, die von der B 294 abzweigt und nach Klosterreichenbach führt, wird zwar nicht gesperrt. Der Wegweiser an der Abzweigung wurde aber durchgestrichen. Bei Autofahrern hat das in der vergangenen Woche für reichlich Verwirrung gesorgt.
Neue Route doppelt so lang
Unsere Redaktion konnte allerdings herausfinden: Offiziell empfohlen wird zwar die Route über Schönegründ, direkt über Klosterreichenbach zu fahren, bleibt aber erlaubt.
Da stellt sich natürlich die Frage: Was bringt eine solche Maßnahme? Schließlich dürfte kaum ein Ortskundiger freiwillig den Umweg über Schönegründ nehmen. Schließlich ist diese Strecke doppelt so lang wie die bisherige.
Rückstau bis zum Ortsschild
Die Ortsverwaltung Klosterreichenbachs kann auf Anfrage unserer Zeitung zumindest bestätigen, dass das Problem mit den Rückstaus tatsächlich besteht. Grund sei die Kreuzung mit der B 462, wo der Verkehr in Richtung Baiersbronn abbiegen muss. „Da ist schon ein Rückstau vorhanden, da die Kreuzung sehr unübersichtlich ist“, erklärt Monika Schröppel von der Ortsverwaltung. Teilweise hätte der Rückstau schon bis zum Ortsschild gereicht, berichtet Schröppel.
Ob das Durchstreichen des Wegweisers etwas gebracht hat, kann Schröppel im Gespräch mit unserer Redaktion noch nicht beurteilen. Sie kritisiert aber, dass das Schild zwar durchgestrichen wurde, es aber ansonsten keine weiteren Hinweisschilder für die Autofahrer gebe. Ob das verwirrend sei? „Ich finde schon.“
„Wir gehen davon aus, dass es funktioniert“
Eine deutlich positivere Bilanz zieht die Kreisverwaltung. Das Landratsamt habe die Rückmeldung erreicht, dass es keinen Rückstau mehr gebe, berichtet Pressesprecherin Sabine Eisele. „Wir gehen davon aus, dass es funktioniert.“ Zumindest ein Teil der Autofahrer nehme nun die neue Route. „Es ist lange nicht mehr das Verkehrsaufkommen, wie wenn wir da nichts gemacht hätten.“
Etwas zurückhaltender ist Marko Burkhardt in seiner Einschätzung. Der Leiter des Baiersbronner Ordnungsamts erklärt, dass nun zumindest jene Autofahrer, die sich vor Ort nicht auskennen, die neue Umleitung nehmen. „Tendenziell ist es dadurch etwas besser geworden.“
Sperrung unwahrscheinlich
Zu Hauptverkehrszeiten wie zum Beispiel während des Feierabendverkehrs komme es aber noch immer zu Staus. „In der Rushhour kommt das schonmal vor“, meint Burkhardt.
Müssen also bald zusätzliche Maßnahmen, wie die Sperrung der Straße, ergriffen werden, um das Problem in den Griff zu bekommen? Burkhardt möchte dazu keinen Kommentar abgegeben.
Doch vorerst dürfte eine Sperrung tatsächlich unwahrscheinlich sein. Denn laut Auskunft des Regierungspräsidiums würde eine solche Entscheidung in die Zuständigkeit der Kreisverwaltung fallen. Und dort sieht man derzeit offenbar keinen Handlungsbedarf. Damit dürfte der Umweg über Schönegründ vorerst den ortskundigen Autofahrern erspart bleiben.