Auf dem Hartplatz des FC Fischbach wird nur noch selten gespielt. In absehbarer Zeit wird dort jedoch wohl kein Kunstrasenplatz entstehen. Foto: Albert Bantle

Das war’s wohl, der Plan für den Kunstrasenplatz beim FC Fischbach in Niedereschach. Diesen finanziell zu realisieren scheint für den Fußballverein ein Ding der Unmöglichkeit zu sein – und die Gemeinde hält sich bei einem Zuschuss raus. Kann der Platz doch noch irgendwie realisiert werden?

Seit rund zwei Jahren beschäftigt man sich beim FC Fischbach (FCF) mit dem Bau eines Kunstrasenplatzes. Als der SV Niedereschach (SVN) das Thema im vergangenen Jahr konkreter angegangen ist, hat man sich beim FCF etwas in die Zuschauer-Rolle begeben. „Vor allem die Verhandlungen mit der Gemeinde haben wir sehr gespannt verfolgt, denn am Ende ist es aus unserer Sicht ohne einen Zuschuss der Gemeinde fast unmöglich, als Verein solch ein Projekt umzusetzen“, fasste nun der Vorsitzende des FCF, Adrian Rigoni, die aktuelle Situation zusammen.

 

Bekanntlich hat der SVN sein Anliegen dem Gemeinderat in öffentlicher Sitzung präsentiert und um einen Zuschuss von rund 270 000 Euro gebeten. „Einige Wochen später wurden, laut unseren Informationen, dem SVN 50 000 Euro als zinsloses Darlehen angeboten“, so jedenfalls der aktuelle Kenntnisstand des FCF. Derzeit liegen dem FCF zwei Angebote für den Bau eines Kunstrasenplatzes vor, welche sich beide in ähnlichem Rahmen bewegen.

Zukunftsaussichten seien „nicht rosig“

„Bei einer Investition von 350 000 bis 400 000 Euro und einem Zuschuss des Badischen Sportbundes in Höhe von 100 000 Euro ergibt dies eine Finanzierungslücke von 250 000 bis 300 000 Euro“, so die Rechnung beim FCF. Diese Summe müsste durch Spenden und Darlehen abgedeckt werden. „Es geht hier also um eine Summe, die für unseren Verein kaum zu stemmen ist“, so die Einschätzung von Rigoni im Einklang mit seiner Vorstandschaft. Hinzu kämen aus Sicht des FCF generelle Zukunftsaussichten, die nicht gerade rosig seien.

Mit Blick auf den Jugendbereich erinnert Rigoni daran, dass es dort seit Jahren an Nachwuchs mangelt. Loyale Neuzugänge seien bei den Aktiven schwer zu bekommen, auch wenn man einen Kunstrasen habe. Und die Bereitschaft zu ehrenamtlicher Arbeit lasse ebenfalls spürbar nach.

Kein Zuschuss von der Gemeinde

In der bestehenden Spielgemeinschaft mit dem FC Weiler stehen dem Verein aktuell zwei Rasenplätze zur Verfügung. Der Fischbacher Hartplatz muss nur im Notfall und bei schlechter Witterung genutzt werden. Dies sei in den vergangenen ein bis zwei Jahre nur selten der Fall gewesen. Dass in diesem Frühjahr der Hartplatz oft in Benutzung war, lag am Vereinsheim-Umbau in Weiler. „Seitdem bekannt ist, dass seitens der Gemeinde nicht mit einem Zuschuss zu rechnen ist, rückt das Projekt Kunstrasen leider in weite Ferne“, so die klare Ansage von Rigoni.

Auch Vereinsheim nicht in bestem Zustand

In der Vorstandschaft rede man in jeder Sitzung über den Kunstrasenplatz. Einen realistischen Ansatz zur Umsetzung habe man bisher nicht gefunden. „So stellen wir uns so langsam die Frage, ob wir das Thema nicht vorerst abhaken und uns anderen, zwingend notwendigen Investitionsthemen widmen sollten“, gibt Rigoni die Gemütslage beim FCF preis und verweist in diesem Zusammenhang auf das Vereinsheim, das nicht mehr im besten Zustand, sei. Dort sollten zum Beispiel die Toiletten oder die Küche zeitnah renoviert werden.

An weiteren Ideen und Investitionen mangle es ebenfalls nicht. Neben dem Rasenplatz in Weiler steht dem FC Fischbach der im sportlichen Bereich mit Weiler eine Spielgemeinschaft bildet, auch in Fischbach ein Rasenplatz zur Verfügung.