In Weilheim ist die Freude groß: Das Storchenmännchen hat seinen Platz auf dem Kirchdach am vergangenen Freitag wieder eingenommen. Nach der Premiere im Vorjahr in Rangendingen, bleibt abzuwarten, ob auch dort der Storch wieder eintrifft.
Der Weilheimer Storch ist wieder da. Gerd Eberwein, Storchenbeauftragter im Zollernalbkreis und Weilheims Ortsvorsteher, berichtet unserer Redaktion, dass das Storchenmännchen bereits am Freitag vergangener Woche wieder auf dem Kirchturm eingetroffen sei – konkret sogar zwischen 16.30 und 16.45 Uhr.
„Ich bin seit Januar am Beobachten“, informiert Eberwein. Er sei davon ausgegangen, dass es wohl Anfang Februar so weit sei. Das hätten ihn die Erfahrungen aus den Vorjahren gelehrt. Eberwein vermutet daher stark, dass es denselben Storch wieder nach Weilheim verschlagen habe. Darauf deutet hin, dass das Tier mit einer Nummernkennzeichnung beringt ist. So können die Störche identifiziert werden.
Störche halten auch Temperatursturz aus
Macht dem Storch die Kälte nichts aus? „Nicht wirklich. Auch ein kurzzeitiger Temperatursturz bis Minus 20 Grad ist kein Problem“, erläutert Eberwein. Nur wenn es über längere Zeit frostig bleibe, könnte es sein, dass der Storch nochmal das Weite suche – dann meist in Richtung Bodensee oder Hochrhein.
Durch die zunehmend milderen Winter in Europa sei es nicht mehr gesagt, dass die Störche aus Deutschland über die kalten Monate nach Afrika fliegen. Häufig reiche das Pendeln zwischen der Mittelmeerregion und der mitteleuropäischen Heimat aus. Bleibt also der große Wintereinbruch in Hechingen in diesem Jahr aus, kann der Storch in Weilheim wohl bis Mitte September bewundert werden.
Bis, beziehungsweise ob gesagt werden kann, dass das zugehörige Weibchen in Weilheim ankommt, wird es wohl noch dauern. Der Storchenbeauftragte Eberwein schätzt, dass es Mitte März wird. Sicher sei aber nicht, ob das Weibchen auch komme. Schließlich hätte im vergangenen Jahr ein neues Weibchen Premiere gefeiert. 2023 starb das alte Weibchen während des Sturms im August.
Sollte das Weibchen kommen, würde das Männchen dieses wohl sofort ins Nest lassen – nicht wie im vergangenen Jahr. „Da hat der Altstorch das neue Weibchen erst nicht reingelassen“, erinnert sich Eberwein.
In Rangendingen noch kein Storch gesichtet
Ob es in Rangendingen auch in diesem Jahr wieder Störche geben wird, sei indes noch unklar. Dort hatte sich 2024 erst verspätet ein Paar eingefunden. „Ich bin dort nicht ständig vor Ort, schaue aber ab und zu vorbei“, erzählt Eberwein über den Stand der Dinge.
Obwohl Weilheim nicht mehr das Alleinstellungsmerkmal mit Storch im Zollernalbkreis habe, sei die Freude über den tierischen Besuch jedes Jahr aufs Neue groß. „Die Nachricht, dass der Storch wieder da ist, verbreitet sich im Ort wie ein Lauffeuer“, weiß Gerd Eberwein. Er selbst habe sich nach der Ankunft im Rathaus positioniert, um gute Fotos vom Storch auf dem Kirchturmdach zu machen. Bleibt abzuwarten, wie lange das Männchen noch alleine bleibt.