Um den Joshua Kimmich vom FC Bayern entbrannte im Herbst 2021 eine öffentliche Diskussion. Foto: Sven Hoppe/dpa

Nach 62 Tagen und acht verpassten Pflichtspielen stand Nationalspieler Joshua Kimmich zum Rückrunden-Auftakt der Bundesliga wieder in der Startelf von Bayern-Trainer Julian Nagelsmann. Als Rechtsverteidiger aufgeboten, agierte der 26-jährige Nationalspieler bemüht, aber auch fehlerhaft, sorgte aber endlich wieder für sportliche Schlagzeilen. 

Mit dem Ergebnis und seiner Leistung konnte Joshua Kimmich nach dem Gladbachspiel nicht zufrieden sein. Zu fehlerhaft war sein Spiel, doch in vielen Situationen deutete der gebürtige Bösinger an, welche Impulse seine Art Fußball zu spielen, der Mannschaft des Rekordmeisters geben kann. 

Neun Wochen ohne Pflichspiel

Letztmals hatte Kimmich beim 2:1-Sieg gegen den SC Freiburg am 6. November 2021 auf dem Platz gestanden. Anschließend wurde ihm seine fehlende Corona-Impfung zum Verhängnis: Zweimal musste er als Kontaktperson in Quarantäne, dann steckte er sich selber mit dem Coronavirus an. Weil sich in seiner Lunge Flüssigkeit ansammelte, musste sich der bajuwarische Leitwolf lange gedulden. 

Viel Lob vom Trainer

"Josh hat die ersten 75 Minuten herausragend gut gespielt. In den letzten 15 hat man körperlich gesehen, dass er lange nicht gespielt hat", lobte Nagelsmann überschwänglich, am Ende sei "kein Saft mehr im Tank" gewesen. Allerdings hatte der Bayern-Coach auch den Fehler zum 1:1 angemerkt, der auf Kimmichs Kosten ging. "Wir wollen den mit der Hacke klären, ich weiß nicht, warum. Da frage ich morgen mal nach. Du kannst den Ball simpel wegspielen, dann passiert da auch nichts, und die dominante Phase geht weiter."

Meiste Ballaktionen beim Gastgeber

Kimmichs Wille war deutlich zu sehen, das belegen auch die Zahlen: Er verzeichnete mit Abstand die meisten Ballaktionen beim FC Bayern (125), spulte die meisten Kilometer ab (12,52) und lief die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit (7,64 km/h).

Bald wieder auf seiner Paradeposition

Allerdings standen auch 25 Ballverluste zu Buche. "Fußball ist immer noch was anderes als Laufband oder durch den Wald laufen. Er braucht ein bisschen Zeit", sagte Nagelsmann. Da sich die personelle Lage beim FC Bayern zumindest zeitnah nicht zu entspannen scheint, wird Kimmich auch in Köln wohl wieder als Rechtsverteidiger auflaufen. Und so seinen Rhythmus sammeln, um wieder in Bestform zu kommen.

Fakt ist aber auch: So bald wie möglich braucht sein Trainer Kimmich wieder auf seiner Paradeposition - im zentralen Mittelfeld.