Spatenstich für den Hochwasserschutz am Ziegelbach – von links: Gemeinderat Werner Beck, FWV, Johannes Schmid, Bauleiter bei der Firma Berb, Michael Werner, Fachbereichsleiter Bau und Technik, Bürgermeister Philipp Hahn, Projektleiterin Elisabeth Oesterle, Sachgebiet Tiefbau, Stettens Ortsvorsteher Otto Pflumm, Hannes Reis, Ortschaftsrat in Stetten, Bolls Ortsvorsteherin Meta Staudt, Annette Hähn, Ortschaftsrätin in Boll, und Markus Heberle, Ingenieurbüro Heberle. Foto: Sabine Hegele​

Spatenstich für das Rückhaltebecken Ziegelbach zwischen den Ortsteilen Stetten und Boll in Hechingen. Anfang Mai soll mit dem Bau begonnen werden.

Anfang Mai soll mit dem Bau begonnen werden – voraus ging am Dienstag der Spatenstich für das Hochwasserrückhaltebecken Ziegelbach zwischen Stetten und Boll. Endlich.

 

Denn schon 2012 war in die Planung eingestiegen worden; für den Hochwasserschutz gekämpft haben allen voran die Ortschaftsräte der beiden genannten Hechinger Ortsteile. Und das aus gutem Grund.​

Zu viel Wasser im Bach​

Der Ziegelbach führt zu viel Wasser – auch in der Ortslage von Stetten, wo der Ziegelbach auf den Reichenbach trifft. Probleme sind außerdem schon am Ziegelbacher Hof an der Einmündung in die K7108 sowie unter der Trasse der Deutschen Bahn aufgetreten. Ferner auf Höhe der Kreuzung des Ziegelbachs mit der Heiligkreuzstraße rund 250 Meter weiter stromabwärts.

​Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn erinnert sich an „unschöne Schadensereignisse“. Nach der Genehmigung der Baumaßnahme durch das Landratsamt im vergangenen Juni, könne jetzt endlich aktiv für den Schutz der Bürgerinnen und Bürger, für deren Eigentum sowie die nachhaltige Entwicklung der Zollernstadt gesorgt werden.​

Sondervermögen im Einsatz​

Das gibt es nicht zum Nulltarif. Ganz im Gegenteil. 1,3 Millionen Euro müssen für das Hochwasserschutzbecken mit einem Rückhalteraum für 6400 Kubikmeter Wasser in die Hand genommen werden. Wobei: Finanzieren will die Stadt den Bau mit Mitteln aus dem Sondervermögen des Bundes (für Infrastruktur und Klimaneutralität). Am Ende verfügt Hechingen über die „Speicherqualität für ein 100-jähriges Hochwasser“.

​Dabei macht der Hechinger Rathauschef deutlich, dass der „Hochwasserschutz keine abstrakte Zukunftsausgabe“ sei. Auch wenn mit dem Bauwerk in ein Projekt investiert werde, das „wir hoffentlich niemals brauchen“. Und doch: „Das Rückhaltebecken dient nicht nur dem Schutz vor Hochwasser aus dem Bach, sondern auch zum Schutz bei Starkregen.“​

Durchflüsse ausgeweitet

Im Rahmen des Baus des Hochwasserschutzbeckens werden ergänzend Verdolungen, spricht Durchflüsse, unter der angrenzend verlaufenden Kreisstraße aufgeweitet und außerdem die Einläufe hydraulisch verbessert.​

Standort

Neu gebaut
 wird das Hochwasserschutzbecken oberhalb der Heiligkreuzstraße in Fließrichtung links des Ziegelbachs und damit außerhalb des Biotops. Darauf hatte das Landratsamt in der Genehmigungsphase ein besonderes Auge.​

Geplant
 ist der Bau als Trockenbecken mit einem Rückhalteraum von zirka 6400 Kubikmeter. Vergleichbar in seiner Bauart wie das Hochwasserrückhaltebecken Zellerbach in Boll. Bemessen ist es für ein sogenanntes „HQ 100“, also für ein Jahrhunderthochwasser.

Bauplaner
ist das Ingenieurbüro Heberle, Rottenburg; bauausführendes Unternehmen die Firma Berb, Sulz.​