Das Hochwasserrückhaltebecken oberhalb Hauingens Foto: M. Greiß

Kostenintensiv, mitunter unsichtbar, aber für das Gemeinwesen unverzichtbar – auch in Lörrach: kommunale Infrastruktur.

Kaum etwas ist für Politiker weniger attraktiv, als ein großes, sehr teures Loch buddeln zu lassen, das zunächst nicht gebraucht wird. Da ergibt das Sprichwort vom „verlochten Geld“ scheinbar wortwörtlich Sinn.

 

Eine eingemauerte Grube oder eine Erdmulde eignen sich nach langer Diskussions-, Planungs-, Finanzierungs- und Bauphase nicht einmal für einen festlichen Anlass, bei dem ein Band durchtrennt wird und der Kinderchor singt. Aber: So ist das nun mal bei Hochwasserrückhaltebecken.

Im Ernstfall von fundamentaler Bedeutung

Rund 1,3 Millionen Euro hat die Stadt das Rückhaltebecken Soormattbach gekostet. Das Projekt ist ein gutes Beispiel für verantwortliches Handeln von öffentlicher Hand und Gemeinderat: für enorme Investitionen in jene Infrastruktur, die von der Bevölkerung kaum wahrgenommen und im Einzelfall vielleicht nie zwingend benötigt wird, aber im Ernstfall von fundamentaler Bedeutung für das Gemeinwesen ist.

Stadt simuliert Starkregenereignis

Mit dem kürzlichen Probestau hat die Stadt ein Ereignis simuliert, das sich in Hauingen 2016 zu einem erschreckenden Krisenszenario entwickelte, als das kleine Bächlein nach einem Starkregen alle überrumpelte, anschwoll, über die Ufer trat und in kürzester Zeit mit Macht zur Gefahr für die Ortsmitte wurde. In der Folge hatte die Stadt gemeinsam mit Fachbehörden ein Hochwasserschutzkonzept entwickelt. In der Übung wurden nun das Rückhaltebecken, die technische Infrastruktur und das Zusammenspiel beteiligter Einsatzkräfte erstmals unter realitätsnahen Bedingungen getestet. Mit Erfolg.

Folgekosten sind meist wesentlich teurer als Prävention

Regenrückhaltebecken sind eines von vielen Elementen städtischer Infrastruktur, die kaum in Erscheinung treten, aber unverzichtbar sind. Die Folgekosten eines Hochwasserereignisses wären deutlich teurer als Präventionsmaßnahmen und Investitionen in die Instandhaltung der Infrastruktur: für den Staat und damit für die Steuerzahler.

Von zentraler Relevanz für die Teilhabe aller Bürger

Bildung, Betreuung, Verkehr, Sport, Kultur, Energieversorgung, Hochwasserschutz, Gesundheit, Sicherheit und und und: All dies sind zentrale Facetten des öffentlichen Lebens und der Infrastruktur – und damit nicht zuletzt ein wesentliches Element der Teilhabe aller Bürger.

Steuer- und Abgabenlast: Der Staat braucht Geld für Investitionen

Aber: Das alles kostet Geld – viel Geld. Summen, die der Staat irgendwoher nehmen muss, sonst sind diese Investitionen nicht möglich. Auch vor diesem Hintergrund ist die Debatte um die Steuer- und Abgabenlast von Bürgern und Unternehmen zu sehen.

Kommunale Infrastruktur als Basis des Zusammenlebens

Kommunale Infrastruktur bildet eine Säule des Zusammenlebens der Gesellschaft. Sie ist eine Basis unserer Lebensqualität. Und: im Übrigen auch für die Ansiedelung von Wirtschaftsunternehmen, die dem Staat wiederum Jobs und Einnahmen bringen, ein zentraler Standortfaktor.