Rückenschmerzen haben sich zur Volkskrankheit entwickelt. Wie weit verbreitet sie im Kreis Rottweil sind, und was gegen Schmerzen hilft: Wir haben nachgefragt.
Ob im Büro, auf der Baustelle oder woanders – Rückenschmerzen hat wohl jeder schon einmal erlitten. Die Ursachen können vielfältig sein. Am Sonntag, 15. März, ist der Tag der Rückengesundheit. Ein guter Anlass, um darüber aufzuklären, was den Rücken lange gesund hält.
„Rückenschmerzen zählen längst zur Volkskrankheit“, sagt Nina Lägel, Pressesprecherin der AOK im Bereich Schwarzwald-Baar-Heuberg. Jeder vierte Versicherte aus dem Kreis Rottweil sei wegen eines schmerzenden Rückens schon einmal in Behandlung gewesen. In Zahlen bedeute das: rund 21 100 Menschen. Frauen seien häufiger betroffen gewesen als Männer.
Häufiger Grund für Fehltage
Laut dem Gesundheitsbericht der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg für 2025 gingen 13,4 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsfälle unter den AOK-Versicherten im Landkreis Rottweil auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zurück – dazu zählen auch Rückenschmerzen, berichtet die Pressesprecherin. Mit Blick auf die krankheitsbedingten Fehltage führten Muskel-Skelett-Erkrankungen die Statistik mit 19,8 Prozent sogar an.
Rückenschmerzen würden meist plötzlich auftreten und auch nach ein paar Tagen oder Wochen wieder verschwinden. Oft könne kein eindeutiger Grund für die Beschwerden gefunden werden. Die Schmerzen könnten in spezifische und nicht-spezifische Rückenschmerzen unterteilt werden. Spezifischen Rückenschmerzen seien auf eine organische Ursache zurückzuführen, wie beispielsweise einem Unfall oder einem Bandscheibenvorfall.
Verspannungen häufige Ursache
Bei nicht-spezifische Rückenschmerzen hingegen ließen sich in der Regel keine krankhaften Veränderungen finden. Ursache seien häufig verspannte, verkürzte oder überdehnte Muskeln infolge von Fehlhaltungen oder einseitiger Belastung. „Das Beste, was man tun kann, ist körperlich aktiv zu bleiben und seinen Alltag fortzusetzen. Wenn man sich zu viel schont oder Bewegung vermeidet, verlängern sich die Beschwerden und die Genesung wird verzögert“, erklärt Lägel.
Viele Studien würden zeigen, dass Bewegung – auch bei chronischen Kreuzschmerzen – die wirksamste Behandlung sei. Manchen Menschen würden auch Achtsamkeitstraining und Entspannungsübungen helfen.
Rückenkonzept für Betroffene
Die AOK habe daher ihr Rückenkonzept entwickelt, das sich besonders bei Patienten mit schmerzbedingten Funktionseinschränkungen als wirksam erwiesen habe. „In den zwei Jahren nach Start des Trainings verbesserten sich bei den Teilnehmenden alle Schmerz- und Funktionsparameter“, so Lägel.
Und auch für nicht bei der AOK Versicherte gebe es ein niederschwelliges Angebot. Sechs Videosequenzen, die verschiedene Übungen zeigen, stünden kostenlos zur Verfügung.
Zum Schluss gibt Nina Lägel noch einen Tipp für einen gesunden Rücken: „Zur Vorbeugung von Rückenschmerzen hilft vor allem regelmäßige Bewegung. Ob ein Spaziergang, Gartenarbeit oder Sport im Verein – grundsätzlich ist jede Form von körperlicher Aktivität gut.“