Das Jahr 2025 geht zu Ende: Die Stadträte blicken auf die vergangenen Monate und erzählen, was sie sich vom neuen Jahr erhoffen. Foto: Roland Beck

Von Feuerwerk über Ehrenamt bis zu persönlichen Highlights: So blicken die Politiker der Eyachstadt auf 2025 zurück.

Am Ende eines Jahres zählen nicht die Schlaglichter der Ereignisse, sondern vor allem die Momente: das Gespräch unter Freunden, ein Fest im Ort, ein Ereignis, das sich in das kollektive Stadtgedächtnis Balingens eingebrannt hat. Zwischen geselligen Brunch-Runden, Feuerwerk mit Freunden und stillen Momenten der Dankbarkeit ziehen die Stadträte ihre persönliche Bilanz. Was hat sie im vergangenen Jahr bewegt? Welche Augenblicke bleiben in Erinnerung – und was wollen sie im neuen Jahr in der Eyachstadt verändern?

 

Dem FDP-Fraktionsvorsitzenden, Dietmar Foth, hat sich 2025 vor allem ein Moment eingeprägt: „Das ganz besondere Ereignis war die Qualifikation des HBW Balingen Weilstetten für das DHB Final Four in Köln und der 3. Platz im DHB-Pokal inklusive der Feierlichkeiten.“ Für Klaus Hahn, Sprecher der CDU im Balinger Gemeinderat, war es hingegen das Stadtteilfest in seinem Heimatort: „Die Feier anlässlich des 100-jährigen Bestehens vom Musikverein Roßwangen im Sommer mit vielen Gästen.“

Und SPD-Stadtrat Dominik Ochs antwortet auf die Frage nach dem eindrucksvollsten Moment des Jahres 2025 in Balingen: „Ein besonders prägender und positiver Moment für mich war der Christopher Street Day in Balingen. Zu sehen, dass diese Veranstaltung friedlich und mit breiter Zustimmung aus der Bevölkerung stattfinden konnte, hat mich sehr dankbar gestimmt und gezeigt, wie vielen Menschen soziale Belange und ein offenes Miteinander am Herzen liegen.“

Hans-Peter Hörner, Kreissprecher der AfD Zollernalb, sagt: „Der Besuch von meiner Frau und mir im Tierheim in Albstadt, welches sogenannte Abgabetiere aufnimmt – auch aus Balingen. Die vor allem ehrenamtlichen Mitarbeiter sind wahre Engel! Hier sollte vor allem im Bereich des Hundehauses eine wesentliche Verbesserung angestrebt werden. Leider wurde der Antrag der AfD-Fraktion im Stadtrat für die Befreiung von der Hundesteuer auf 3 Jahre, falls ein Hund von dort übernommen wird, abgelehnt.“ Dieses Votum, das er für unverständlich hält, habe sich ihm besonders eingeprägt.

So feiern Balingens Kommunalpolitiker Silvester

Dietmar Foth feiert den Jahreswechsel zusammen mit seiner Frau und drei befreundeten Ehepaaren in Ostdorf – mit Raclette, guter Unterhaltung und Spielen. Das Highlight? Ein kleiner Spaziergang Richtung Ostdorfer Wald um Mitternacht. Gemeinsam bestaunen sie dort das Feuerwerk über der Balinger Kernstadt, Engstlatt und Geislingen.

Klaus Hahn feiert ebenfalls im Beisein seiner Lieblingsmenschen: „Gemeinsam mit unserer Brunchgruppe machen wir Silvesterhopping und genießen die Zeit mit guten Freunden.“ Und Dominik Ochs? „Dieses Jahr im Dienst der Stadthalle. Normalerweise aber verbringe ich hier gern Zeit mit Freunden und Familie und wir versuchen, auch unserer Katze zuliebe, so weit wie möglich vom Feuerwerk wegzukommen. Zusätzlich darf natürlich das obligatorische Dinner for One nicht fehlen.“ Für Hans-Peter Hörner ist Silvester ein normaler Tag – allerdings besinne er sich vor allem auf alles, wofür er dankbar sei.

Wie blicken Sie auf das Jahr 2025 zurück?

So unterschiedlich die persönlichen Erinnerungen sind, im Rückblick auf das Jahr 2025 verdichten sie sich zu einer gemeinsamen Frage: mit welchem vorherrschenden Gefühl lässt man dieses Jahr hinter sich? „Dankbar und hoffnungsvoll. Wir blicken auf ein gutes Jahr zurück: die Geburt zweier Enkelkinder, tolle Reisen und Gesundheit in der Familie. Und zuversichtlich, aktiv, privat und im Ehrenamt Positives in 2026 zu bewirken und zu erleben“, sagt Dietmar Foth.

Auch sein Amtskollege Klaus Hahn blickt positiv auf die vergangenen zwölf Monate zurück: „Ich bin dankbar für alles, was geleistet und verbessert wurde, erleichtert, dass unsere Heimat von größeren Unglücken verschont geblieben ist und hoffnungsvoll, dass im Jahr 2026 alles gelingen möge, was wir uns vornehmen und umsetzen wollen.“

Überhaupt scheint trotz aller Krisen das Gefühl der Hoffnung bei den Balinger Stadträten zu überwiegen. So bemerkt Dominik Ochs: „Das vergangene Jahr hat mir gezeigt, dass es in Balingen viele engagierte Menschen gibt, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen. Ich bin sehr dankbar für die bisherige Zusammenarbeit und freue mich darauf, diese im neuen Jahr fortzusetzen.“

Das sind die Vorsätze der Stadträte für 2026

Und was wollen sie anpacken, wenn das alte Kalenderblatt dem neuen weicht? Keinen Vorsatz zu haben, ist auch ein Vorsatz, heißt es in Dietmar Foths Fall. Denn der Fraktionssprecher hält nichts davon, Veränderungen aufzuschieben. „Ich versuche stets, sofort die Dinge anzugehen.“ Klaus Hahn will 2026 aus jedem Tag das Beste machen.

Dominik Ochs sagt: „Neben den klassischen Vorsätzen wie weniger Fleisch, mehr Sport, weniger rauchen, habe ich eigentlich nur einen: Es klingt vielleicht ein wenig kitschig, aber ich würde gern versuchen, die Welt der Menschen um mich herum ein klein wenig besser zu machen. Ich denke, wenn wir uns das als Gesellschaft vornehmen, dann können wir viel verbessern.“ Und der AfD-Kreissprecher hält es kurz und bündig: „Weniger arbeiten, mehr Familie!“

Angenommen, die Politiker hätten für das kommende Jahr einen Wunsch frei – welcher wäre das?

Dietmar Foth: „Gesundheit, für mich und die ganze Familie - das ist vorrangig.“ Klaus Hahn hat gleich zwei: „Erstens: Friede auf der Erde und zweitens, einen unerwarteten Geldsegen für den städtischen Haushalt, damit dringend notwendige Investitionen möglich werden.“

Auch Dominik Ochs wünscht sich Frieden: „Das klingt vielleicht klischeehaft, aber es ist mir ein ernstes Anliegen. Im Großen für die Ukraine und Gaza und im Kleinen ein friedvolles, konstruktives Miteinander in unserer Gemeinde. Die Zeiten, in denen wir leben, sind von Krisen und Konflikten geprägt. Ich denke, ein wenig mehr Ruhe und Frieden würde uns allen guttun.“ Diesen Friedenswunsch hegt auch Hörner. Er antwortet auf die Frage: „Endlich Gespräche der verantwortlichen Politiker im Hinblick auf Frieden in der Ukraine!“

Was die Stadträte verändern möchten

Aus Hoffnungen und guten Vorsätzen entsteht schließlich die eigentliche Arbeit: die Projekte, Entscheidungen und Veränderungen, die das neue Jahr in Balingen prägen sollen. Verbessern müsse sich vor allem die Haushaltslage der Stadt, findet Hahn. Dem schließt sich Hörner an: Es brauche mehr Möglichkeiten in finanzieller und gestalterischer Hinsicht.

Foth kritisiert vor allem die mediale Berichterstattung in der Eyachstadt. Er bemängelt sowohl den Umfang als auch die Qualität der Berichterstattung über Sitzungen von Gemeinderat und Kreistag inklusive Ausschüssen.

Ochs holt etwas weiter aus: „Ich wünsche mir, dass wir als Gesellschaft offener für neue Lösungsansätze werden und uns trauen, mutig progressive Wege zu gehen.“ Er schickt hinterher: „Manchmal nehmen wir uns selbst viel zu ernst und vergessen dabei, dass wir alle Menschen sind. Völlig egal, woher wir kommen oder welche Position wir innehaben.“